Mittelstand fordert schnellere Verfahren bei Corona-Hilfen

Aus der Werbung kennt man den Spruch "... wenn's mal wieder länger dauert". So manche der von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen haben mit den aktuellen Beantragungs-Verfahren nicht die besten Erfahrungen gemacht.

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München – Vor dem morgigen Corona-Gipfel in Berlin, bei dem aller Voraussicht nach die Maßnahmen des Teil-Lockdowns verlängert werden, fordert der BVMW Bayern dringend beschleunigte Antragsverfahren und Auszahlungen der Corona-Hilfen an Unternehmen und Selbständige.

So erteilte unlängst die EU-Kommission ihre Zustimmung zum Bundesprogramm Überbrückungshilfe II, die Unternehmen bei der Deckung ihrer Fixkosten unterstützt. Diese Hilfen, die damit erst jetzt ausgezahlt werden können, betreffen die Monate September bis Dezember.

„Es kann nicht sein, dass Unternehmen bis Dezember auf finanzielle Hilfen für Umsatzverluste im September warten müssen“,

sagt dazu Achim von Michel, Landesbeauftragter für Politik im BVMW Bayern.

Er kritisiert die schleppende Umsetzung, da die Betriebe umso mehr Schwierigkeiten bekämen, je länger die Corona-Krise andauere. „Wir hören zunehmend Klagen über Liquiditätsengpässe von unseren Mitgliedern. Viele Sorgen sich um ihre Existenz, gerade weil der Lockdown wohl noch auf unbestimmte Zeit fortbesteht und somit auch das Weihnachtsgeschäft für Gastronomie und Eventbranche entfällt,“ so von Michel.

Dies decke sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), laut denen im Falle einer Verlängerung des aktuellen Teil-Lockdowns rund 40 Prozent der Betriebe in der Reisewirtschaft, Gastronomie, Kultur- und Kreativwirtschaft und im Eventbereich vor der Insolvenz stehen. Daher seien schnelle und entschlossene Hilfen für die Betriebe erforderlich. 

„Während im Frühling bei den Soforthilfen trotz der Neuartigkeit der Situation schnelle und unbürokratische Bemühungen zu beobachten waren, wirkt es mittlerweile so, als hätte die schnelle Auszahlung der Hilfen an existenzbedrohte Unternehmen nicht mehr die allerhöchste Priorität“, kritisiert der Landesbeauftragte. Denn auch bei den Novemberhilfen gebe es immer noch keine Möglichkeit zur Beantragung. „Die Regierung muss hier schleunigst nachbessern und die Hilfen zügig auf den Weg bringen“, so von Michel.

Pressekontakt: 

BVMW Bayern Pressesprecher Achim von Michel, E-Mail: bayern@bvmw.de,