Nachhaltigkeit: „Jetzt reicht’s mal mit dem Gerede“

Ist "Nachhaltigkeit" schon zu einem Mode-Begriff geworden? Unternehmer Christian Mankel plädiert dafür, dass Wirtschaft und Gesellschaft jetzt aktiv werden, sieht KMU als treibende Kraft und möchte mit gutem Beispiel vorangehen.

Foto: Christian Mankel, Parmenas Group

„Jetzt reicht’s mal mit dem Gerede“

Kürzlich hat Christian Mankel, Managing Partner bei der Parmenas Group in einem emotionalen Blog-Post bemängelt, dass in Wirtschaft und Gesellschaft zu viel über Nachhaltigkeit geredet, aber zu wenig getan wird.

Er sieht bei vielen Unternehmen vor allem den Trend, sich mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ eher zu schmücken als die notwendigen Taten auch wirklich folgen zu lassen.

Im Kern fasst er zusammen:

Geredet wird über Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz, Diversität, Inklusion und ethische Unternehmensführung bereits zur Genüge.

Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass Nachhaltigkeit als ein reales, positives, notwendiges und umsetzbares Handlungsprinzip auch wirklich verstanden und gelebt wird – weder in der Wirtschaft noch in der Breite der Gesellschaft.“

 

Wir haben unser Mitglied gefragt, was Nachhaltigkeit für die Parmenas Group bedeutet.

BVMW München: Ihr Blog-Artikel kann durchaus als Vorwurf an weite Teile der Wirtschaft und Gesellschaft verstanden werden. Was hat Sie so umgetrieben, dass Sie – bildlich gesehen - „jetzt reicht’s aber mal mit dem Gerede“ gesagt haben?

Christian Mankel: Ein Vorwurf – nein, dazu bin ich weder in der Position, noch ist es mein Anliegen jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen. Als positiv denkender Mensch, gehe ich davon aus, dass sich niemand dieser wichtigen Thematik verschließt und sein Bestes tun möchte, damit es eine nachhaltige Zukunft gibt.

Ein Weckruf – ja, durchaus. Denn, was wir beobachten ist, dass Nachhaltigkeit als Sammelbegriff bereits Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen aufweist, ohne dass sich etwas entscheidend verändert hätte.

Worauf das Management der Parmenas Group in diesem gemeinsamen Statement also hinweisen wollte, ist vielmehr die Tatsache, wie schwer es ist, vom „nur darüber reden“ zum „konkret handeln und etwas verändern“ überzugehen. Dessen müssen sich alle Akteure bewusst sein, damit sie das Thema nicht zu blauäugig, oder besser gesagt „zu grünäugig“ angehen, Kraft und Mittel einsetzen, und am Ende mit einer unerfüllten Erwartungshaltung dastehen.

BVMW München: Was braucht es aus Ihrer Sicht also, um aus dem „Reden“ ins „Handeln“ wechseln zu können und nicht zu scheitern?

Christian Mankel: Konkretes Handeln erfordert immer viel Herzblut und Engagement. Doch das ist nicht alles. Echte und angewandte Nachhaltigkeit, erfordert auch eine zielführende Wissensvermittlung, professionelle Unterstützung und natürlich auch finanzielle Mittel, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und den Wandel zu bezahlen.

Diese Herausforderung kommt in erster Linie auf die Wirtschaft zu – insbesondere die KMUs, die 99% der Unternehmen Deutschland ausmachen. Wir sind überzeugt davon, dass sie zur treibenden Kraft für notwendige Veränderungen in der Gesellschaft werden können und werden müssen. Und diese positiven Veränderungen möchten wir begleiten, unterstützen, fördern und möglich machen.

BVMW München: Nun mal „Butter bei den Fischen“: Was genau tut und plant die Parmenas Group, um Nachhaltigkeit wirklich zu „leben“, und was tun Sie persönlich dafür?

Christian Mankel: "Nachhaltigkeit bedeutet, nicht Gewinne zu erwirtschaften, die dann in Umwelt- und Sozialprojekte fließen, sondern Gewinne bereits umwelt- und sozialverträglich zu erwirtschaften."

Diesen praktischen Ansatz der Politologin Dr. Iris Pufé, verfolgen wir in allen Unternehmen der Parmenas Group. Und damit es nicht beim Reden bleibt, machen wir den Wirkungsgrad unserer Performance mit regelmäßigen Reportings messbar. Damit wollen wir vorleben, was wir in der Wirtschaft, bei den KMUs multiplizieren möchten.

Das gilt auch für unser Management. So haben wir uns alle darauf verständigt, fortlaufend Zeit und Mittel in unsere Bildung zu relevanten Themen rund um CSR, ESG oder Sustainable Finance zu investieren. Das kann und wird man in unseren LinkedIn-Profilen vorfinden.

Damit leben wir vor, wovon wir fest überzeugt sind: Es braucht fundiertes Wissen, damit die Entscheider der Wirtschaft und ihre Teams, beim Thema nachhaltige Handlungsprinzipien so selbstsicher agieren können, wie im täglichen Business. Dann kommen wir auch wirklich voran.

BVMW München: Sie schreiben, dass ein Teil des Umsatzes und Gewinns der Unternehmensgruppe nachhaltigen, gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken gespendet wird. Nach welchen Kriterien wählen Sie diese aus?

Christian Mankel: Was wir mit unseren Spenden fördern, ist in der Satzung unserer Gemeinnützigkeitsorganisation geregelt. Dazu gehören die Förderung der Bildung, des Natur- und Klimaschutzes – aber auch die Unterstützung von Menschen, die in Not geraten sind, z.B. durch Naturkatastrophen, Pandemien oder Kriege.

Als gemeinnützige Organisation sind wir verpflichtet, alle Satzungszwecke innerhalb von zwei Jahren zu fördern. Dazu haben wir zwei Möglichkeiten: Wir können eigene Projekte initiieren, die dem Satzungszweck entsprechen und denen die Förderung zukommt, oder wir wirken über sorgfältig ausgewählte Kooperationspartner. Das werden Organisationen oder Einrichtungen sein, die über Jahre nachgewiesen haben, dass sie erhaltene Gelder richtig und mit möglichst hohem Wirkungsgrad einsetzen.

BVMW München: Wie hoch werden die Spenden geschätzt sein?

Christian Mankel: Konkrete Zahlen zu nennen ist immer schwierig. Alle Schätzungen sind in der Regel schnell Makulatur. Was ich dazu sagen kann ist, dass unser Ziel darin besteht, immer so viele Mittel wie möglich, möglichst umgehend dem Förderzweck zugutekommen zu lassen.

Deshalb haben wir uns auch entschlossen, einen Teil des Umsatzes und nicht nur den Gewinn zu spenden. Gewinne lassen sich bekanntlich leicht steuern und stehen oft erst sehr spät fest. Wie viel Umsatz erreicht wurde, können wir dagegen schnell feststellen und ebenso schnell und flexibel fördern.

Um sicherzustellen, dass möglichst viele Mittel den Weg zurück in die Förderung finden, müssen wir vor allem darauf achten, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Aus diesem Grund hat sich das Management zum Beispiel auch darauf verständigt, ihre Gehälter und Einkünfte stark zu deckeln.

BVMW München: Sie laden Mitstreiter ein, die Ihre Ziele und Werte teilen und die gemeinsam mit Ihnen daran mitwirken möchten, die Herausforderungen zu stemmen, vor denen Wirtschaft und Gesellschaft stehen. Wie genau kann diese Mitwirkung aussehen?

Christian Mankel: Der Dreiklang, den wir innerhalb des Parmenas-Verbundes spielen, lautet: Bildung – Realisierung – Finanzierung. Hier liegen die Schwerpunkte unserer eigenen Leistungen und Angebote.

Doch es gibt so viele fähige Menschen, Netzwerke, Bildungseinrichtungen und Institute, die sich, wie wir, für echte Nachhaltigkeit einsetzen. Einige haben bereits sehr spannende Lösungen oder Lösungsansätze entwickelt – die einen im Bereich Bildung, andere zum Thema Realisierung.

Und wenn wir an die Finanzierung denken, brauchen wir dringend mehr Investoren, deren persönliches Anliegen darin besteht, Vorhaben zu finanzieren, die nachweislich einen echten Impact erreichen. Das sind die Mitstreiter, die wir suchen und mit denen wir uns austauschen müssen, um Erfolg zu haben.

BVMW München: Stehen sie mit diesen Mitstreitern nicht in Konkurrenz, wenn es um die angebotenen Leistungen geht?

Christian Mankel: Wir haben das Thema Nachhaltigkeit, weder erfunden noch gepachtet und deshalb haben wir auch keine Berührungsängste zu unseren Marktbegleitern. Für echte und möglichst schnelle Veränderungen braucht es viele schlaue und engagierte Köpfe – und wenn es uns mit der Parmenas Group gelingt, der Verbundstoff, oder das Vehikel zu sein, um diese Potentiale zusammenzubringen und zu verbinden, dann sind wir mehr als zufrieden.

Um das erreichen zu können, brauchen wir zudem ein Forum mit großer Reichweite, um möglichst viele Unternehmer und Akteure zu erreichen und für unsere Vision zu gewinnen. Deshalb schätzen wir die Zusammenarbeit mit dem BVMW sehr.

BVMW München: Wir danken für dieses offene Gespräch!

Den angesprochenen Blog-Artikel finden Sie auf LinkedIn (externer Link)

Kontakt:

Parmenas Group

Martin Waletzko

Tel.: 089 4444 3600-4 , E-Mail: pr@parmenas.de

www.parmenas.de