Lebendiger Austausch des JungMitt Münsterland mit Alexander Brockmeier

Alexander Brockmeier ist Mitglied im Landtag von Nordrhein-Westfalen und mit 28 Jahren dessen jüngster Abgeordneter. Gleichzeitig ist er als Partner einer Rechtsanwaltskanzlei in Rheine auch Nachfolger in einem mittelständischen Unternehmen...

... Er erzählte unterhaltsam und interessant über seine beiden Engagements und stellte dar, wie sich politisches Engagement mit dem Job vereinbaren lässt bzw. wie dafür die politischen Strukturen weiter verändert werden müssen.

Diskutiert haben wir mit ihm auch über politische Entscheidungen, die einen direkten Einfluss auf unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben haben – das hat nicht zuletzt die Corona-Krise gezeigt.

Es stellte sich die Frage, wie Politik und Wirtschaft noch besser zusammenarbeiten und voneinander profitieren können. Und auch, woran es liegt, dass Politik und Unternehmertum nicht ganz ausgewogen sei.

„Das Verständnis fehlt“, so Brockmeier. Immer mehr Politiker haben eine klassische Kaderkarriere hinter sich, und immer weniger Unternehmer wagen sich in die Politik. Gegenseitiges Misstrauen muss abgebaut werden. Politiker haben oft nicht im Blick wieviel man leisten muss, damit man Steuern zahlen kann. Und die Unternehmer haben nicht im Blick, wieviel Arbeit der Politikerberuf macht. Der Grund dafür liegt seiner Meinung nach daran, dass sich zu wenige Unternehmer in die Politik wagen und umgekehrt die große Mehrheit der Politiker nie in der freien Wirtschaft gearbeitet habe.

Das muss sich ändern! Da waren sich alle Anwesenden einig. Eine gute Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Politik führe dazu, dass Unternehmer in die Politik gehen. Gerade in der Kommunalpolitik ist dies nicht gut gelöst. Hier ist Präsenz elementarer Bestandteil für Ämter. Ratssitzungen beginnen oft um 17:00 Uhr und enden manchmal um 22:00 Uhr. Corona hatte da etwas positives – Hybride Sitzungen. Aber man erlebe schnell, dass das wieder zurückgefahren wird.

An diesem Abend zeigte sich, dass der junge Mittelstand des BVMW Münsterland sich gerne einbringen möchte. Nicht zuletzt die vielen Fragen, die gestellt wurden, bestätigten dies. Wie man am besten anfangen kann, sich einzubringen, ohne ein bestimmtes Zeitfenster zu überschreiten, war die abschließende Frage. Da gab es für Alexander Brockmeier nur eine Antwort: „Es ist wichtig sich in Verbänden zu organisieren. Das ist auch eine Art des politischen Einmischens. Nicht nur im Münsterland, sondern zudem gerade auf Bundesebene ist der BVMW sehr stark!“

Danke für diese persönliche und authentische Empfehlung.