Pflegende Beschäftigte brauchen Unterstützung

Beschäftigte, die sich zu Hause um Hilfs- oder Pflegebedürftige kümmern, sind im Gegensatz zu Müttern und Vätern nirgends erfasst. Mit Hilfe der gesetzlich vorgeschriebenen psychischen Gefährdungsbeurteilung ...

junger mann umarmt älteren mann
Foto: © Viacheslav Lakobchuk von www.stock.adobe.com

... können Unternehmen aber Bedarf und Aufgaben zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermitteln und passgenaue Lösungen anbieten.

Die Richtlinien des Arbeitsschutzgesetzes zur Gefährdungsbeurteilung sind Arbeitgebern in der Regel bekannt. Schwieriger wird es, wenn es um die aus der Novellierung 2013 zusätzlich entstandene „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“ (GBPsych) nach §5 ArbSchG Abs. 6 geht. Nur rund 41 Prozent aller Unternehmen hat sie laut Bericht der DEKRA bisher überhaupt durchgeführt, obwohl der Strafkatalog deutlich verschärft wurde. Dabei bietet genau diese rechtliche Vorgabe unglaubliche Möglichkeiten herauszufinden, was Beschäftigte davon abhält, leistungsfähig und motiviert zu sein, und welche Maßnahmen bereits gut angenommen wurden, die sich auf andere Unternehmensbereiche übertragen lassen.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Insbesondere wenn die Befragung von Beschäftigten zur GBPsych online und anonymisiert durchgeführt wird, ergibt sich die einzigartige Möglichkeit, darüber die mittlerweile über 20 Prozent sorgenden und pflegenden Beschäftigten und deren Bedarf zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu ermitteln. Da diese Personengruppe weder bei der Krankenkasse noch in der Personalabteilung oder im Einwohnermeldeamt erfasst wird, ist eine direkte Ansprache praktisch unmöglich. Entsprechende Antwortmöglichkeiten in der GBPsych geben aber Aufschluss darüber, in welchen Abteilungen, Altersgruppen, Standorten oder Führungsebenen es Probleme gibt, und welche vorhandenen Maßnahmen bereits Früchte tragen. Damit können sich Arbeitgeber auf die Herausforderungen der nächsten Jahre durch den demografischen Wandel in der Babyboomer-Generation gut vorbereiten.

Von der Pflicht zur Kür

Da Arbeitgeber bei der Durchführung der GBPsych den Beschäftigten gegenüber mit der gesetzlichen Verpflichtung argumentieren können, ist bei entsprechender Vorbereitung und Information der Belegschaft eine Beteiligungsquote von 80 bis 90 Prozent absolut üblich. Mit der entsprechenden Software lassen sich detaillierte Reports zu Themenfeldern wie Unternehmenskultur, Mitarbeitergesundheit, Krankenstand und Präsentismus nach einzelnen Peergroups erstellen. Über weitere Umfragen können auch noch Wirksamkeit und Akzeptanz der zwischenzeitlich implementierten Maßnahmen ermittelt und rechtskonform dokumentiert werden. Ab 24 Euro pro Beschäftigtem und Jahr sind dafür zu kalkulieren. Eine Investition, die sich sehr schnell rechnet.

 

Mona Griesbeck
Geschäftsführende Gesellschafterin der c+w careandwork GmbH

Mitglied der Bundeskommission Arbeit und Soziales des BVMW

www.care-and-work.com/gbpsych

Gut zu wissen

■ Einen Mitschnitt zum BVMW-webImpuls vom 6. Oktober 2021 zum Thema „GBPsych: Burnout-Prävention und bessere Work-Life-Balance im Mittelstand“ finden Sie unter folgendem Link: https://webimpulse.bvmw.de/archiv/

■ Unter: https://care-and-work.com/kalkulator kann kostenlos der Return on Investment eines Maßnahmen-Kataloges zur GBPsych inklusive individuellen Kostenberechnungen von Fluktuation, Fehlzeiten und Präsentismus ermittelt werden

Heute schon wissen, was den Mittelstand morgen bewegt.


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