Für einen besseren Windenergieausbau in den Häfen

Die deutschen Hafenstandorte seien nicht ausreichend auf den anstehenden Ausbau der Windenergie auf See vorbereitet, betonen der BVMW und der Windkraft-Branchenverband WAB in einer Mitteilung. Die Infrastruktur müsse schnell ausgebaut werden.

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Forderung nach schnellem Ausbau der Hafeninfrastruktur

Die Transformation des Energiesystems hin zur großflächigen Verwendung grüner Energieträger bringt zahlreiche Umstrukturierungsprozesse und Neugestaltungen von Industrien mit sich. Eine Infrastruktur, die mit Blick auf die Energiewende aus Sicht des Mittelstands dringend ausgebaut werden muss, ist die Hafeninfrastruktur.

Mit Unterstützung des Windkraft-Branchenverbandes WAB hat der BVMW darauf aufmerksam gemacht, dass die deutschen Hafenstandorte nicht ausreichend auf den anstehenden Ausbau der Windenergie auf See vorbereitet sind. Bisher wurde erst rund zehn Prozent der für die Energiewende bis 2045 notwendigen Offshore-Wind-Kapazität in deutschen Gewässern geschaffen. Um die energiepolitischen Ziele zu erreichen, müssen die industriellen Kapazitäten schnellstmöglich ausgebaut werden.

Zu diesem Ausbau gehört zudem die Schaffung einer schwerlastfähigen Hafeninfrastruktur zur Verladung großer Mengen der für den Aufbau von Windkraftanlagen notwendigen Komponenten. Um die zahlreichen Windenergieanlagen in dieser Größenordnung realisieren zu können ist die Produktion von Fundamenten, Turmteilen, Maschinenhäusern und Rotorblättern mit weit über 100 Meter Länge nötig. Hinzu kommen benötigte Kapazitäten für Rückbau, Wartung und Nachrüstung von Windparks. All diese Faktoren setzen eine ausreichend verfügbare Infrastruktur innerhalb der Häfen voraus.

In den nächsten 20 Jahren sollen außerdem einige Gigawatt an Elektrolyseurkapazität für „grünen“ Wasserstoff entlang der Küste oder sogar auf dem Meer entstehen. Zur selben Zeit wird es nötig sein, die bereits vor Jahren installierten Windenergieanlagen rückzubauen und zu recyclen. Auch aus diesen Gründen sind ausreichende Kapazitäten für den Umschlag oft großer und schwerer Bauteile nötig.

Darüber hinaus kommt Hafen- und Werftstandorten eine strategische Bedeutung zu, da sie die entscheidende Drehscheibe für Nachhaltigkeit im Offshore-Wind-Ausbau und die damit verbundene Wertschöpfung und Beschäftigung darstellen. Da es häufig mittelständische Unternehmen sind, die die Lieferkette prägen, können diese nur von einer maritimen Energiewende profitieren, wenn sie sich an den Küstenorten ansiedeln. An dieser Stelle ist außerdem die Bedeutung des Mittelstands für das Gelingen der Energiewende hervorzuheben, da die Installation und der Rückbau von Wind- und Wasserstoffanlagen auf See davon abhängt wie gut die Lieferketten auf Wetterfenster reagieren können.

Gelingt dieses Vorhaben, bietet die Energiewende einerseits die Chance für Häfen, zu multifunktionalen Standorten zu werden und andererseits die Chance für die mittelständisch geprägte maritime Verbundwirtschaft, die Seeschifffahrt und Häfen, Schiffbau und Werften, Offshore-Wind und Wasserstoff, Fischerei und Aquakultur und maritime Dienstleister und Zulieferer zu vernetzen.

 

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