Mit Sicherheit besser gestalten

Unternehmerinnen und Unternehmer gestalten und pflegen täglich Geschäftsmodelle. Diese Aufgabe hat viele Facetten: Einige sind – wie der Jahresabschluss – bestimmten Phasen vorbehalten, andere sind temporär wie eine Pandemie.

symbolbild unternehmenssicherheit
Foto: © greenbutterfly von www.stock.adobe.com

Einige aber gewinnen kontinuierlich an Bedeutung.

Sicherheitsrelevante Bedrohungen für Unternehmennehmen stetig zu: Seien es neue Kriminalitätsmuster, die aktivistische Radikalisierung, Zunahme von Cyberangriffen, aber auch eigene Unachtsamkeiten angesichts steigender Komplexität. Gefährlich daran ist, dass diese Zunahme schleichend passiert und es möglich erscheint, die notwendige Aufmerksamkeit noch ein weiteres Jahr zu verschieben. Anders als ein schleichender Absatzrückgang kann ein Sicherheitsvorfall jedoch sehr einschneidende Konsequenzen haben. Eine schwächelnde Produktlinie kann man einstellen oder erneuern, denn ein Sicherheitsvorfall kann das Denken und Handeln der Betroffenen sehr lange belasten.

Im Netz nach Bedrohungen suchen

Die Gestaltungsaufgabe der Sicherheit beginnt mit einer Bestandsaufnahme, dem Lagebild: Dies kann beliebig komplex werden, aber warum nicht mit dem Wichtigsten anfangen? Damit ist natürlich die Familie gemeint. Welche Einblicke kann ein böswilliger Dritter auf digitalem Wege erlangen? Ist es möglich, Namen, Adressen und Routinen auszuspähen, um eine unerwünschte Annäherung (real oder digital) zu erreichen? Diesen Vorgang nennt man Sichtbarkeitsanalyse. Im nächsten Schritt wird im Internet weiter nach Bedrohungen gegen das Unternehmen gesucht. Derzeit sind Telegram und Twitter wichtige Kanäle, um eine schnelle erste Übersicht zu erschließen. Aber auch in diversen Foren findet sich Kritik.

Digitale Früherkennung und Krisenmanagement

Auf Basis eines solchen Lagebildes kann man priorisieren und Sicherheit gestalten: Naheliegend sind Maßnahmen der digitalen Visibilität, vielleicht auch passgenaue Trainings, Aspekte des materiellen Objektschutzes für das private Domizil und das Betriebsgelände sowie der Ausbau der informationellen Sicherheit. Um in Krisen agieren zu können, ist weiterhin der Aufbau von digitaler Früherkennung und Krisenmanagement unabdingbar. So kann man mit ersten Schritten einen Zustand erreichen, der grundsätzliche Freiheit bei der weiteren Ausgestaltung des Geschäfts erlaubt. Und schließlich ist da noch der Sicherheitsgurt: Zuerst lästig, aber man trägt ihn nicht, um potenziell 30 Euro Bußgeld zu sparen, sondern um zum einen kein schlechtes Beispiel und zum anderen nach einem Vorfall überhaupt weiter entscheidungsfähig zu sein. Sicherheit gibt damit die Freiheit, unbeeinflusst entscheiden und gestalten zu können.

 

Prof. Dr. Martin Grothe
Mitglied des BVMW-Expertenkreises Unternehmenssicherheit, Geschäftsführender Gesellschafter complexium GmbH

www.complexium.de

www.complexium.academy

Gut zu wissen

■ Der Expertenkreis Unternehmenssicherheit beschäftigt sich mit den Themen Auslandssicherheit, Datenschutz/IT-Sicherheit, Krisenmanagement, Objekt- und Arbeitsschutz sowie Grundsatzfragen & Training Unternehmenssicherheit/Personenschutz

■ Der Kreis stellt für die Mitglieder des BVMW fachliche Expertise bereit

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