Sozialausgaben dürfen nicht ins Unendliche steigen

Angesichts drohender Finanzierungslücken fordert Der Mittelstand. BVMW ein belastbares Konzept zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen – auch um das Ziel, alle Sozialabgaben zusammen bei 40 Prozent zu deckeln, nicht zu opfern.

leere krankenhausbetten

„Laut neusten Berechnungen droht den Krankenkassen bis 2040 ein Defizit von über 200 Milliarden Euro, allein im nächsten Jahr beträgt das Minus schon jetzt genau absehbar 17 Milliarden Euro“, so Dr. Hans-Jürgen Völz, Chef-Volkswirt des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW, gegenüber der Funke Mediengruppe. „Wer diese finanzielle Last schultern muss, liegt auf der Hand: Es sind die Unternehmen und die Angestellten mit ihren Beiträgen.“ 

Sollte die 40-Prozent-Grenze bei den Sozialabgaben gerissen werden, würde sich Deutschland damit weiter bei den Belastungen als Spitzenreiter etablieren. „Wenn nicht grundlegende und vor allem ausgabensenkende Strukturreformen im Gesundheitswesen sowie Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen durch die Digitalisierung realisiert werden, drohen Versicherte und Wirtschaft unter dieser Last zu ersticken“, so Völz. Auch wenn es politisch nicht opportun sei, für ein effizientes Gesundheitssystem habe Deutschland nachweisbar schlicht zu viele Krankenbetten, die letztendlich zu viel Geld verschlängen.

Völz: „Die Versorgungslage in Deutschland darf nicht durch fehlende Gelder in den Kassen gefährdet werden, aber es kann keine Lösung sein, die finanzielle Last den Unternehmen zu überlassen, um die Finanzen der Krankenkassen wieder auf Kurs zu bringen.“

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Corona: Mittelstand will Betten in Kliniken streichen (Berliner Morgenpost)

Mittelstandsverband: Deutschland hat zu viele Krankenbetten (t-online.de)

 

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