Genossenschaft für Mittelständler

Die PSD-Banken gehören zu den ältesten und traditionsreichsten Genossenschaftsbanken hierzulande.

Fotos: © PSD Bank Berlin-Brandenburg/Thomas Rosenthal

Sie feiern in diesem Jahr ihren 150 Geburtstag. Ihre Wurzeln liegen beim im Jahr 1872 gegründeten Berliner Post-, Spar- und Vorschussverein, der die Ersparnisse der Mitglieder verwaltete und Angehörige des Postpersonals bei finanziellen Schwierigkeiten unterstützen sollte.

Heute ist die PSD-Bank Berlin-Brandenburg eG immer noch eine genossenschaftlich organisierte Wertebank mit Sitz in Berlin-Friedenau. Vom umweltbewussten PSD GiroGreen, einem Girokonto für Privatkunden komplett ohne Papier und Plastik und nachhaltig produzierten Kreditkarten aus Maisstärke, über die Finanzierung von Immobilien und mittelständischen Firmenkunden bis hin zur gezielten Unterstützung sozialer Projekte – die PSD-Bank geht andere Wege als traditionelle Bankhäuser. Zurück ins Jahr 1872. Otto von Bismarck war Kanzler des ganz jungen Deutschen Reichs, und die Deutsche Reichspost wurde aus der Taufe gehoben. Die materielle Lage der knapp 50.000 Beamten, Unterbeamten, Posthalter und Postillione war nicht gerade rosig. Ihr Verdienst reichte für die meisten gerade so für die Lebenshaltungskosten, über finanzielle Rücklagen verfügten nur Wenige. Der Gründung der „Post-, Spar- und Vorschußvereine“ lag der Gedanke der Selbsthilfe zugrunde. Etwas besser verdienende Vereinsmitglieder konnten Guthaben ansparen, die verzinst wurden, andere bekamen in Notlagen verzinste Darlehn ausbezahlt. In der Gründungsdepesche hieß es: „Die Lage der Beamten durch die eigene Kraft derselben zu fördern.“ Ein Jahr später wurde ein Teil der Vereine mit Konsumgeschäften verbunden mit dem Ziel, Waren in großen Mengen mit Rabatt einzukaufen und den Preisvorteil an die Mitglieder weiterzugeben. So wurden zum Beispiel bei der Berliner Fabrik Frister & Roßmann 68 Nähmaschinen bestellt, die die Beamten per Darlehen oder Kauf preisgünstig erwerben konnten.

Beitritt zu Volks- und Raiffeisenbanken

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten auf Anordnung der Alliierten Kommandantur von Berlin alle Bankgeschäfte eingestellt werden. 1950 wurde dann der „Spar und Darlehnsverein der Berliner Postangehörigen“ neu gegründet und der Beitritt zur genossenschaftlichen Bankengruppe der Volks- und Raiffeisenbanken beschlossen. Ihr eher gemächliches Dasein als Vereine für die Postbeamten änderte sich radikal in den Jahren von 1989 bis 1995. „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Mauerfall und die Postreform mit der Aufteilung in Telekom, Postbank und Deutsche Post die entscheidenden Einschnitte für die PSD waren“, erinnert sich die Vorstandssprecherin der PSD-Bank Berlin-Brandenburg eG, Grit Westermann.

Von Ost nach West

Schon kurz nach dem Mauerfall überlegten die West-Berliner PSDBanker, wie ihre Dienstleistungen auch den Postangestellten aus dem Ostteil der Stadt zugute kommen können. Um dies „einfacher, authentischer und glaubhafter“ zu gestalten, beschloss die PSD, neue Angestellte aus dem Ostteil zu gewinnen. So bekam Grit Westermann, seinerzeit Personalreferentin im Postfuhramt in der Tucholskystraße, als erste ein Jobangebot der PSD-Bank und nahm es an. „Ohne zu wissen, was ich mir als alleinerziehende Mutter in einer völlig neuen Welt da auflade“, resümiert sie diesen Neuanfang und lacht. Sie ist geblieben, 32 Jahre lang, als Pionierin auf ihrem Gebiet. Sie gestaltete den Übergang von einem Institut für Postangestellte zu einem bundesweit anerkannten genossenschaftlich geführten Bankhaus maßgeblich mit. Heute betreut die PSD-Bank Berlin-Brandenburg mit rund 190 Mitarbeitern 76.000 Privat- und Firmenkunden. Die Bilanzsumme beträgt 2,2 Milliarden Euro. 

Fair, sicher, sozial engagiert und persönlich

Eine Bank, die ihre Kunden noch kennt. So steht es auf dem Plakat, das im Vorstandsbüro der PSD-Bank hängt. Ein Slogan, mit dem sich viele Unternehmen schmücken. „Nein, wir leben das hier auch. Ob Spendenradeln für herzkranke Kinder, Unterstützung für ukrainische Straßenkinder oder für das Projekt einer Gemüseklasse in der nahen Prignitz-Schule, wir sind engagiert“, betont Grit Westermann. Nicht umsonst seien sie zum fünften Mal in Folge vom Wirtschaftsmagazin €uro zur beliebtesten Regionalbank gekürt worden.

Die Zukunft gehört dem Mittelstand

Seit zehn Jahren ist Grit Westermann nun im Vorstand der Genossenschaftsbank. In dieser Zeit wurden die Immobilienfinanzierung, die Digitalisierung, ein eigenes Immobilienportfolio und das Firmenkundengeschäft aufgebaut. Mit dem Kauf und Umbau des denkmalgeschützten Postgebäudes in Berlin-Friedenau zu einem modernen zukunftsorientieren Beratungszentrum mit Café und Lounges im November ist der nächste Schritt getan. Mittlerweile finanziert die PSD-Bank auch verstärkt mittelständische Unternehmen. Während andere Banken Personal abbauen, stellt die PSD-Bank ein, im letzten Jahr vierzig neue Beschäftigte. „Wir fahren noch zu unseren Kunden und sprechen mit ihnen vor Ort“, betont der neue Leiter Firmenkundenberatung Mike Burkhardt. Das aktuelle Zukunftsprojekt der PSD-Bank ist die Nawida GmbH.

 

Herbert Beinlich
BVMW Pressesprecher Berlin Leiter Kreisverband Berlin Süd
herbert.beinlich@bvmw.de

Visitenkarte

PSD-Bank Berlin-Brandenburg eG

Gründung: 1872
Firmensitz: Berlin
Vorstand: Grit Westermann, Daniel Mohaupt
Mitarbeitende: 190

BVMW-Mitglied

www.psd-berlin-brandenburg.de

Heute schon wissen, was den Mittelstand morgen bewegt.


Jetzt Newsletter abonnieren!

Alle Newsletter