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Appell der Mittelstandsallianz an die Bundeskanzlerin

Appell an die geschäftsführende Bundeskanzlerin: unter der Führung des BVMW stellen 26 Mittelstandsverbände fest, dass die Politik den Mittelstand nicht entlastet, sondern durch zunehmende Bürokratie behindert.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

als zentrales Sprachrohr für den deutschen Mittelstand wenden wir uns, 26 Mittelstandsverbände, die wir uns zur Mittelstandsallianz zusammengeschlossen haben, persönlich an Sie.
560.000 Mitglieder mit 11 Millionen Beschäftigten sind in großer Sorge um die Zukunft Deutschlands. Unser Land kann sich keine Hängepartie bei der Regierung leisten – weder national noch international.
Die neue Bundesregierung muss eine Bürgerregierung sein, die die Mitte der Gesellschaft und den Mittelstand als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ins Zentrum ihres Handelns stellt.
Wir müssen als Mittelstandsallianz feststellen, dass die vergangenen Jahre der Großen Koalition den Mittelstand nicht entlastet haben, sondern die Belastungen gerade durch deutlich zugenommene Bürokratie gestiegen sind. Dieser Zustand ist für uns unhaltbar.

Wir fordern deshalb eine Trendwende!

Der Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft – von seiner Wettbewerbsfähigkeit hängt der Wohlstand in Deutschland, der Arbeits- und Ausbildungsmarkt und letztlich die Innovationsfähigkeit unseres Landes ab.

Wir wenden uns als Mittelstandsallianz direkt an Sie, Frau Bundeskanzlerin. Die folgenden 10 Punkte sind für die Mittelstandsallianz unverzichtbarer Bestandteil eines künftigen Koalitionsvertrages.

  1. Innovation
    Der Mittelstand braucht dringend eine steuerliche Forschungsförderung unter Beibehaltung der Projektförderung, um weiter Hidden Champions hervorbringen zu können.
  2. Digitalisierung
    Der Netzausbau muss dringend energisch und flächendeckend vorangetrieben werden. Der Mittelstand wird abgehängt, wenn er jetzt die Chancen und Potentiale nicht nutzen kann.
  3. Bildung
    Deutschlands wichtigster Rohstoff muss besser genutzt werden. Dazu gehört es, Unternehmertum und Digitalkompetenzen zu stärken. Nur eine hohe Bildungsqualität sichert die existentielle Deckung des Fachkräftebedarfs und stärkt das Unternehmertum in Deutschland. Das geht nur mit vielfach höheren Investitionen im Bildungsbereich.
  4. Steuern
    Wir fordern die ersatzlose Streichung des Solidaritätszuschlags. Es muss dringend eine Entlastung und Vereinfachung des Steuersystems stattfinden. 
  5. Finanzierung
    Wagniskapital muss gestärkt werden in Form eines Venture-Capital-Gesetzes. Außerdem kann ein Innovationsfonds und die Stärkung von Crowdsourcing und Factoring zu einer besseren Finanzierung im Mittelstand führen.
  6. Wettbewerb
    Bürokratie muss dringend abgebaut werden. Es ist auch Aufgabe der Politik, eine Gründungskultur und Selbstständigkeit zu fördern. Die Selbstständigen von heute sind der Mittelstand von morgen!
  7. Arbeitsmarkt
    Dem Fachkräftemangel muss mit mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt begegnet werden.
  8. Energie
    und Rohstoffwende Der Mittelstand bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen. Die Erneuerbaren Energien müssen weiter nach den Leitlinien „so dezentral wie möglich, so zentral wie nötig“ ausgebaut werden. Die Kreislaufwirtschaft sichert Rohstoffe und trägt so zur Erreichung der Klimaziele bei.
  9. Gesundheit
    Prävention muss gefördert und die bestmögliche Versorgung Kranker muss sichergestellt werden.
  10. Europa
    Die EU muss gestärkt und das Prinzip der Subsidiarität dabei gewahrt werden.

Der Mittelstand sieht die Politik in der Pflicht, so schnell wie möglich eine Regierung zu bilden. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit!

Mit ausgezeichneter Hochachtung,

Mario Ohoven, Präsident Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW)
Dr. Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e.V.
Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. (BdSt)
Norbert Westfal, Präsident Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO)
Christel Fries, Präsidentin Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC)
André Lindemann, Präsident Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)
Prof. Dr. Wolfgang Biegert, Vorsitzender Bundesverband der Ratinganalysten e.V. (BdRA)
Dr. Bertram Dressel, Präsident Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e.V. (BVIZ)
Matthias Wahl, Präsident Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.  (BVDW)
Simon Schach, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Factoring e.V. (BFM)
Dr. Oliver Grün, Präsident Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMI)
Prof. Dr. Gerald Lembke, Präsident Bundesverband Medien und Marketing e. V. (BVMM)
Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung (AGP)
Bernhard Reiling, Präsident Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (BVSE)
Dr. Marei Strack, Vorstandsvorsitzende Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V. (DDIM)
Michael Müller, Präsident Deutscher Taxi- und Mietwagenverband e.V. (BZP)
Dr. Michael Gebert, Vorstandsvorsitzender Deutscher Crowdsourcing Verband e. V. (DCV)
Dr. Axel Endriss, Präsident European Association for Training Organisations e.V. (EATO)
Jörn Huber, Vorstandsvorsitzender FAMAB Kommunikationsverband e.V.
Florian Seikel, Hauptgeschäftsführer Händlerbund e.V.
Boje Dohrn, Präsident Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung e.V. (IBWF)
Manfred Kindler, Präsident Krankenhaus-Kommunikations-Centrum e.V. (KKC)
Dr. Heiner Flocke, Vorstand Patentverein.de
Olaf H. Tonner, Präsident Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien e.V. (VDAV)
Jürgen Böhm, Vorsitzender Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Dr. Ralf Bauer, Vorstandsvorsitzender Verband Innovativer Unternehmen e.V. (VIU)

 

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