Unternehmer fordern politische Visionen bei BVMW Rathausempfang

Bereits im vierten Jahr in Folge kamen letzte Woche über 100 Unternehmerinnen und Unternehmer im Kleinen Sitzungssaal des Münchner Rathauses zusammen, um mit den Vertretern der Stadtpolitik ins Gespräch zu kommen.

 

Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) lud die Mitglieder des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) aus dem Münchner Umkreis ins Rathaus ein. In seiner eröffnenden Rede ging Bürgermeister Schmid darauf ein, wie sehr der Mittelstand der Stadtregierung am Herzen liegt und welche Herausforderungen in der Zukunft anstehen.

Digitale Herausforderungen meistern

Die Stadtverwaltung sehe sich aktuell genau wie viele mittelständische Unternehmen digitalen Herausforderungen und Transformationen gegenüber und könne deshalb die Anliegen der Unternehmer zur Digitalisierung gut nachvollziehen, so Schmid. Die Stadt plane daher in den nächsten Jahren den Ausbau des Glasfasernetzes auch über den Mittleren Ring hinaus bis nach Pasing und Riem.

München sei für die Zukunft sehr gut aufgestellt, betonte Schmid weiter. So habe die Stadt Fördergelder der EU für ein Projekt zur Umsetzung einer „Smart City“ mit 10.000 Einwohnern gewonnen und plane, dieses zeitnah in den nächsten Jahren umzusetzen. Das Projekt in München-Freiham setze dabei auf moderne Mobilitätskonzepte, die auch Umwelt- und Verkehrsbelastungen reduzieren würden.

Mittelstand sorgt sich um Regierungsbildung

Achim von Michel, Pressesprecher und Politikbeauftragter vom BVMW Bayern, ging daraufhin in seiner Rede auf die aktuelle politische Situation in der Bundesrepublik ein. Der Mittelstand habe ein großes Interesse an einer baldigen Klärung der Regierungsfrage, hob von Michel hervor.

Laut einer jüngsten Umfrage des Verbandes unter 2.500 Unternehmern erhoffen sich 27,5 Prozent eine Wiederaufnahme der Jamaika-Gespräche. Nur 19 Prozent würden hingegen eine große Koalition vorziehen. Immerhin 31,5 Prozent der Unternehmer wünschen sich Neuwahlen. Dabei würden Neuwahlen die Regierungsbildung noch auf lange Zeit verzögern, kritisierte von Michel. Hierzulande sollte es außerdem möglich sein, innerhalb des demokratischen Spektrums zu Kompromissen und somit einer regierungsfähigen Einigung zu kommen, so von Michel weiter.

Politische Visionen notwendig

Für den Mittelstand sei es wichtig, dass die Politik wieder große Visionen voranbringe, betonte der Pressesprecher des BVMW Bayern. So sei beispielsweise eine umfassende Steuerreform zur Bürokratieverringerung für mittelständische Unternehmer nötig, kleinere Änderungen würden nicht viel bewirken. Angesichts der gewaltigen Umwälzungen, die der Wirtschaft und den Unternehmen in naher Zukunft bevorstünden, müsse die Politik wieder den Mut aufbringen, in größeren Dimensionen zu denken, schloss von Michel sein Statement.

Anschließend konnten die Gäste mit dem Bürgermeister und mit Vertretern des Stadtrates persönlich ins Gespräch kommen, Networking mit den anderen anwesenden Unternehmern und den Vertretern des BVMW betreiben und ein Flying Buffet genießen.