Wirtschaftsklima in Estland

Estland gehört momentan zu den vielversprechendsten Ländern Osteuropas. Obwohl mit der Einführung der digitalen ID-Karte sehr viel Kritik aufkam, zeigt Estland, wie viel Potenzial in der Digitalisierung steckt.

Obwohl Estland mit einer Einwohnerzahl von 1,3 Millionen das kleinste baltische Land und der viertkleinste Staat der EU ist, gehört es seit seiner EU-Mitgliedschaft 2004 und dem Beitritt der OECD 2010 zu einem der innovativsten Länder Europas. Insbesondere in den Bereichen Digitalisierung hat sich Estland zu einer Vorzeigenation Europas entwickelt. Ob nun wählen, steuererklären oder Gesundheitsdaten abfragen, alles kann in Estland in wenigen Minuten online abgewickelt werden. Tatsächlich können nur wenige Transaktionen wie Eheschließung, Scheidung und Immobilienkauf nicht online getätigt werden und bedürfen einer Unterschrift auf Papier. Obwohl mit der Einführung der digitalen ID-Karte sehr viel Kritik aufkam, zeigt Estland, wie viel Potenzial in der Digitalisierung steckt.

Beflügelt durch eine offene Wirtschaftspolitik belegt das Land Platz 12 des Ease of Doing Business Index für 2018. Nach der Überwindung der Krisenjahre 2008 und 2009 hat sich das Bruttoinlandsprodukt Estlands stabil gehalten. 2017 konnte Estland bereits im ersten Quartal ein Wachstum des BIPs von 4,4% verbuchen und übertraf damit alle Erwartungen. Vorangetrieben durch EU-Fördermittel und steigenden Auslandsnachfragen dient es als perfektes Transitland zum Einstieg in den russischen Markt. Zwar ist die estnische Fischindustrie stark vom Einfuhrverbot von EU-Lebensmitteln betroffen, dennoch zeigt sich der Außenhandel stärker denn je und soll nach Erwartungen jüngster EU-Prognosen 2017 dank der verbesserten Wirtschaftslage der Absatzmärkte Finnland und Russland um 3,7% wachsen.