Steuer- und Abgabenrevolution zum Jahresbeginn 2018

Wie zu Beginn eines jeden Jahres sind auch 2018 zahlreiche gesetzliche Neuregelungen in Kraft getreten. Diesmal sind die Änderungen besonders weitreichend, so dass in den Medien von einer Steuerrevolution die Rede ist.

1. Split-VAT-System

Nach den ursprünglichen Plänen sollten alle Unternehmen zur Eröffnung getrennter Umsatzsteuerkonten verpflichtet sein. Nach erheblichen Protesten der Unternehmerverbände hat der Gesetzgeber diese Regelung im letzten Moment entschärft. Nunmehr gilt dies Split-VAT-System nur für Unternehmen, die sich in einem Insolvenzverfahren befinden oder die Umsatzsteuerschulden haben. In Bezug auf die Steuerverbindlichkeiten (Stichtag: 31.12.2017) gelten folgende Schwellenwerte:

 

  • Großsteuerzahler: mehr als RON 15.000 (= ca. EUR 3.219)
  • Mittlere Steuerzahler: RON 10.000 (= ca. EUR 2.146)
  • Kleine Steuerzahler: RON 5.000 (= ca. EUR 1.073)

 

Für diese Gesellschaften ist das Split-VAT-System ab dem 01.03.18 obligatorisch anzuwenden, sofern die Verbindlichkeiten nicht bis zum 31.01.18 erfüllt wurden.

Bei Umsatzsteuerverbindlichkeiten ab den vorgenannten Schwellenwerten, welche ab dem 01.01.2018 entstehen und die nach Ablauf von 60 Tagen nicht beglichen wurden, ist das Split-VAT-System ab dem ersten Tag des zweiten Monats nach jenem Monat, nach dem die 60-Tage-Frist überschritten wird, verpflichtend einzuführen.

Unternehmen können sich auch freiwillig für die Einführung des Split-VAT-Verfahrens entscheiden. In diesem Fall erhalten sie einen Steuernachlass von 5% auf die Gewinn- oder Mikrounternehmensteuer.

Weil die Schwellenwerte (s. oben) niedrig sind und es ausreicht, wenn ein Geschäftspartner das Split-VAT-System anwendet, müssen in diesem Jahr häufig getrennte Zahlungen des Nettobetrages und der Umsatzsteuer erfolgen, was für die betroffenen Unternehmer einen erheblichen Mehraufwand darstellt und bei Verletzungen zu Strafzahlungen führt.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Steuerpflichtige aus dem Split-VAT-Verfahren aussteigen.

Unternehmen sollen fortan ihre Geschäftspartner in Bezug auf die Anwendung des VAT-Split-Systems überprüfen, um von vornherein zu wissen, ob getrennte Zahlungen erforderlich sind. Die Anwender des neuen Systems sind bei der Finanzbehörde ANAF in einem öffentlich einsehbaren Register eingetragen. Weiter lesen