Kabarett? Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) - Die Angriffswelle rollt

Mit der EU Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kommen neue Herausforderungen auf Unternehmen zu, die zwingend bis Mai 2018 umgesetzt sein müssen. Bei einem Bußgeldrahmen von 20 Mio. EUR oder 4% des Umsatzes müssen Unternehmen Vorkehrungen schaffen.

„Was kommt da nur auf uns zu!“

Eines ist klar. Dies war keine Frage mehr, sondern es war schon Frage und Antwort  eines geschockten Netzwerkers gleich in einem Satz. „Und ich hoffe sehr, dass die neue Verordnung wenigstens den Vorteil hat, dass, die Daten-Sparsamkeit in gewissem Maße wieder zunimmt.“ So die Aussage von A.H. (Name von der Redaktion aus Datenschutzgründen gekürzt). Die seminarähnliche Weiterbildungs-Veranstaltung war ein digitaler Workout von zwei BVMW-Mitgliedern, zu dem geladen worden war.

„Zum Stichtag, dem 25. Mai 2018, vereinheitlicht die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) die Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. Das heißt für viele Unternehmen konkret, höhere Strafen bei Missachtung, strenge Vorgaben bei der Dokumentation und ausgeweitete Pflichten bei Datensicherheit und Datensparsamkeit“, so Gerhard Smischek, Datenschützer und DSGVO-Experte in seinem informativen Vortrag.

 „Bereits vor dem 25. Mai 2018 müssen Unternehmen Vorbereitungen zur EU DSGVO treffen, und Geschäftsprozesse anpassen“, so Bernd Arnhold, Geschäftsführer und BVMW-Mitglied Kommdirekt in seinem Statement zur praktischen Umsetzung für Marketing & Vertrieb und frägt: „Wie werden die Daten von Bestandskunden behandelt? Wie werden Adressen von Neukunden im Lead Management erhoben und verwaltet?“ „Und dazu gehört selbstverständlich auch die korrekte Dokumentation“. "Haben Sie darauf schon Ihre individuellen Antworten?"

In den beiden Vorträgen ging es auch um die Fragen zur Meldepflicht, zur Datenschutzerklärung, zum Datenschutzbeauftragten und zu sensiblen Daten.

„Datenschutzgrundverordnung schlägt Datennetzverbreitung“, so eine entsetzte Netzwerk-Teilnehmerin an diesem Tag. „Mir kommt es vor, wie in einem Kabarett, bei dem man nur noch lachen muss, wenn es nur nicht so ernst und fast zum Weinen wäre. Sicherheit ist wichtig. Aber hier habe ich das Gefühl, bald an den Pranger gestellt werden zu können. Die Angriffswelle rollt. Die Abmahnindustrie hat wohl ein gefundenes Fressen gefunden.“

Dazu gab Ihr ein anderer Teilnehmer einen wohlgemeinten Rat: „Als erstes werde ich meine Daten auf sensible Daten überprüfen, dann bereinigen und schließlich die Prozesse umsetzen. Und was ich heute gelernt habe ist, dass wir alle dokumentieren, dokumentieren, dokumentieren müssen.

Fazit

Mit der EU Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kommen schon bald neue Herausforderungen auf die Unternehmen zu, die zwingend bis Mai 2018 umgesetzt sein müssen. Angesichts des drastisch erhöhten Bußgeldrahmens von 20 Mio. EUR oder 4% des Umsatzes, ist es für Unternehmen unbedingt notwendig, Vorkehrungen zu schaffen. „Jeder Geschäftsführer sollte sich schützen“, so Michael Heilig vom Wirtschaftsdreieck Bayerisch Schwaben, Mittelfranken, Ostalb, DONAURIES. „Positiv zu sehen ist, dass ein Unternehmen mit der Einhaltung des Datenschutzes für Kunden und Lieferanten ein sicherer Geschäftspartner ist. Werben Sie damit, dass Ihre Systeme gesichert sind und, dass Sie auf Datenschutz achten“, so der Kreisvorsitzende.

Unterstützung durch BVMW

Bei der Lösung hilft eine Checkliste des BVMW mit 12 Fragen zum Datenschutz.