Gezielte Finanzkommunikation

Finanzkommunikation – die Kommunikation von Kreditwürdigkeit, wirtschaftlicher Stabilität und Zuverlässigkeit – betrifft längst nicht mehr nur Unternehmen, die von der Bank kreditfinanziert sind.

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Wirtschaftliche Stabilität und Zuverlässigkeit sind wichtige Kriterien auch für Leasinggeber, Warenkreditversicherer, Lieferanten, (potenzielle) Auftraggeber, inzwischen auch für hochqualifizierte Fachkräfte und selbst bei Ausschreibungen.

Aus der Bonitätsbewertung eines Unternehmens leiten Geschäftspartner nicht selten seine Zuverlässigkeit und Seriosität ab. Sie bedienen sich dabei eigener Erhebungen, zum Beispiel aus dem Bundesanzeiger und aus Bonitätsbewertungen von Wirtschaftsauskunfteien. Wer gut dasteht, sollte also auch etwas dafür tun, damit dies so wahrgenommen wird. Denn nicht selten sehen sich Unternehmen von Banken, Wirtschaftsauskunfteien, Leasinggebern etc. unangemessen und zu schlecht bewertet. Ebenso häufig jedoch kommen die bewerteten Unternehmen nicht ihrer Hol- und Bringschuld nach, um eine angemessene Bonitätsbewertung überhaupt erhalten zu können. Eine gute Bewertung hängt letztendlich von der Qualität der Zahlen, aber ebenso auch von einer proaktiven, zielgerichteten und qualifizierten Finanzkommunikation ab. Im Grunde betreibt jedes Unternehmen Finanzkommunikation, bewusst oder unbewusst. Selbst beharrliche Informations- und Transparenzverweigerer stellen ihrem Unternehmen ein Zeugnis aus, das von Dritten interpretiert und bewertet werden kann.

Zunächst sollte ein Unternehmen seinen Bonitätsindex und / oder seine Ratingnote bei den relevanten Wirtschaftsauskunfteien, Banken, Leasinggebern etc. kennen. Spätestens, wenn die „Bitte um Selbstauskunft“, die Einladung zum Ratinggespräch oder ähnlichem kommt, besteht eine gute Möglichkeit zur Mitgestaltung, um das Unternehmen optimal darzustellen. Anderenfalls erfolgt eine Bewertung nach dem Vorsichtsprinzip – und diese erfolgt nicht selten zum Nachteil des bewerteten Unternehmens.

Findet sich ein Unternehmen aus seiner Sicht nicht korrekt beurteilt wieder, sollten harte wie weiche Faktoren über eine zielgerichtete qualifizierte Finanzkommunikation und Steuerung des Berichtswesens so optimal wie möglich dargestellt werden. Und dabei geht es nicht nur um das regelmäßige Transparentmachen von Zahlungsweise, Bilanzdaten, Kennzahlen, Strategien etc. Stets steht das Unternehmensziel im Vordergrund und ist darauf abgeleitet zu prüfen und abzuwägen, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt in welcher Form und wie aufbereitet und bekannt gemacht werden. Wenn nötig, sind Maßnahmen zur Ratingoptimierung zu treffen, so zum Beispiel nicht nur steueroptimierende, sondern auch ratingoptimierende Bilanzplanung und ratingoptimale Veröffentlichung im Bundesanzeiger.

 

Kristina Borrmann
Geschäftsführende Inhaberin
Solvenznavigation
BVMW-Mitglied

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