Bitcoin und Co.: Spekulation oder sichere Geldanlage?

Durch die Regeln der Blockchain-Technologie können Transaktionen bei Kryptowährungen nur ergänzt und nicht mehr rückgängig gemacht werden. Und das macht die Technologie so integrativ und sicher gegen Manipulation.

Doch welche Chancen und welche Risiken bieten digitale Währungen wie Bitcoin? 

Ein großer Vorteil der Kryptowährung ist ihr freier, gleichberechtigter Zugang auch für Privatpersonen. Ohne Banken und staatliche Instanzen kann allein mit Rechenleistung und Algorithmen eine Währung generiert werden, die Transaktionen einfacher und kostengünstiger macht. Die Berechnungen ziehen jedoch einen immensen Stromverbrauch nach sich. Dieser war bei der Produktion und dem Handel mit Bitcoins im letzten Jahr beispielsweise so hoch wie der gesamte Stromverbrauch in Irland.

Neben dem ökologischen Aspekt muss auch die Frage der Haftung beantwortet werden. Was passiert im Falle eines Totalverlusts mit den Anlegern? Wer übernimmt die Verantwortung im Schadensfall? Außerdem ist unklar, ob mit der Einführung von Kryptowährungen in Staaten – wie zuletzt in Venezuela – auch die Abschaffung des Bargelds einhergeht. Die mittelständischen Unternehmen sprechen sich in der letzten Unternehmerumfrage des BVMW deutlich für eine Erhaltung des Bargelds als gedruckter Freiheit aus. Problematisch sind zudem mögliche Preismanipulationen, Datenverlust, Datendiebstahl und die hohen Kursschwankungen.

Kryptogeld ist keine Währung

Auch die Bundesbank sieht die Anlage in Kryptowährungen kritisch. Dirk Schrade aus dem Zentralbereich Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme betont, dass das Vertrauen bei Kryptowährungen nicht durch die Zentralbank hergestellt wird, sondern durch die Anwender und die genutzte Technologie. Deshalb dürften Bitcoin und Co. eigentlich nicht als Währung – im Sinne der staatlichen Geldordnung – betitelt werden. Man könne im Übrigen nur bei vergleich weise wenigen Händlern weltweit damit bezahlen. Zudem wäre auch die Funktion als Wertaufbewahrung durch die hohen Kursschwankungen nicht gewährleistet.

Ende vergangenen Jahres herrschte ein wahrer Hype um die Kryptowährung mit einem Kurs von über 15.000 Euro pro Bitcoin. Dabei war eine hohe Volatilität mit Schwankungen von mehreren Tausend Euro pro Tag zu beobachten. Wann die nächste Kursexplosion kommt, kann niemand genau voraussagen. Aber auch ein Totalverlust ist keineswegs ausgeschlossen. Deswegen ist es riskant, auf die Kryptowelle aufzuspringen und mitzuspekulieren. In jedem Fall ist es aber spannend, den Verlauf der digitalen Währung und die Verwendungsmöglichkeiten der innovativen Blockchain-Technologie zu beobachten. Und das mit oder ohne Bitcoins auf dem Smartphone.

Liz Becker
BVMW Referentin für Steuern und Finanzen

liz.becker@bvmw.de

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