EU-DualS Abschlussveranstaltung: Duale Ausbildung für Europa

Seit Jahrzehnten genießt das deutsche duale Ausbildungssystem einen hervorragenden Ruf. Die Besonderheit dabei ist, dass die Ausbildung im Betrieb mit einer theoretischen Ausbildung in einer staatlichen Berufsschule komplementiert wird.

Am 03.07.2018 fand in Berlin im Rahmen der BVMW-Bildungskonferenz, die EU-DUALS-Abschlussveranstaltung statt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Mario Ohoven, Präsident des BVMW e.V., Dr. Stefan Kaufmann, MdB, Obmann der CDU/CSU Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Dr. Matthias Kohl, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung, Patrick Meinhardt, Bundesgeschäftsleiter Politik des BVMW e.V. und der Projektleiterin Natia Tsurtsumia diskutierten die vielzähligen Teilnehmer über die Zukunft des europäischen Ausbildungssystems. Insbesondere mögliche Reformansätze der europäischen Berufsbildung standen im Zentrum der Debatte.

Seit Jahrzehnten genießt das deutsche duale Ausbildungssystem sowohl in Deutschland als auch im Ausland einen hervorragenden Ruf. Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten liegt der Grund für die geringe Jugendarbeitslosigkeit und für Qualität der deutschen Industrie bei der hervorragenden Ausbildung der deutschen Fachkräfte. Die Besonderheit dabei ist, dass die Ausbildung im Betrieb mit einer theoretischen Ausbildung in einer staatlichen Berufsschule komplementiert wird.

Da viele europäische Nachbarländer insbesondere Italien und Spanien mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit als Folge der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben, haben der BVMW und seine europäischen Partnerverbände ADEGI (Spanien) und CONFAPI (Italien) 2015 das Bildungsprojekt European Dual Systems EU-Duals ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war es das deutsche duale Ausbildungssystem in die Berufsbildungssysteme der europäischen Nachbarländer, zu integrieren und ein einheitliches europäisches System einzuführen.

Gefördert durch die Belgische Nationale Agentur für ERASMUS+ (AEF-Europe) und unter der Leitung des europäischen Dachverbands der mittelständischen Verbände European Entrepreneurs CEA-PME lief das Projekt insgesamt drei Jahre und war in zwei Phasen eingeteilt. In der ersten Phase erarbeiteten Lehrer, Unternehmer und Erzieher aus Italien, Spanien und Deutschland mit der Unterstützung vom Forschungsinstitut Berufliche Bildung F-BB aus Nürnberg ein gemeinsames Konzept der Implementierung. In zweiter Instanz absolvierten 11 Schüler aus der Partnerschule technischen weiterführenden Schule „Andrea Ponti“ in Gallarate (Italien) und 10 Schüler aus der Partnerschule CIFP USURBIL LHII – Usurbilgo Lanbide Eskola in San Sebastián (Spanien) in deutschen mittelständischen Unternehmen ein einmonatiges Praktikum.

Obwohl langfristige Herausforderungen wie Qualitätssicherung, Anerkennung der Ausbildung im Ausland und hohe Jugendarbeitslosigkeit weiterhin bestehen bleiben, zeigt EU-DualS, dass ein einheitlich europäisches System nach deutschem Vorbild ein großes Potenzial birgt.

Die Ergebnisse dieses Projektes zeigen, dass eine einheitliche europäische Berufsausbildung mit einer sowohl theoretischen als auch praktischen Komponente viele Vorteile hat. Zum einen senkt es die Jugendarbeitslosigkeit und zum anderen fördert es die Mobilität von Arbeitnehmern. Dies konnte ebenfalls der deutschen Industrie zugutekommen. Der Fachkräftemangel und sinkende Auszubildendenzahlen stellen große Herausforderungen da. Insbesondere der Mittelstand und Kleine- sowie Familienunternehmen sind stakt von ihren Azubis abhängig. Der Erfolg des EU-DUALS Projektes zeigt, dass das duale System erfolgreich in anderen europäischen Ländern umgesetzt werden kann. Zukünftig möchte sich CEA-PME gemeinsam mit seinen Partnern für eine grundlegende Ausbildungsreform einsetzten.