Wirtschaftsschutz in der Außenwirtschaft

Für Unternehmen besteht Wirtschaftsschutz bei Auslandstätigkeiten vor allem darin, eigene Risiken zu kennen und damit umzugehen. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, die im Einzelfall genauer betrachtet werden sollten.

Die Branchenzugehörigkeit des Unternehmens, Reisedestinationen der Mitarbeiter und die Orte der Projekttätigkeit – all dies sind Aspekte, die Unternehmen beim Wirtschaftsschutz bei Auslandstätigkeiten berücksichtigen sollten. Es gilt insofern, bestehende Risiken gänzlich zu vermeiden oder aber diese größtmöglich zu minimieren. Gibt es Risiken, deren Minimierung zu großen Aufwand nach sich zieht, ist zu überlegen, wie man dem Eintreten der Risiken vorbeugen kann. Dabei kommen unterschiedliche Maßnahmen in Frage.

Präventive Maßnahmen

Eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit sollte für die Mitarbeiter geschaltet sein. Zuvor wurden diese auf die Destination interkulturell, sicherheits- und gesundheitsrelevant vorbereit. Damit wissen sie im Grundsatz, wie sich zu verhalten haben, wenn es zu Krankheiten, Unfällen, Raub oder gar Entführungen kommt. Das Management hat Krisenstrukturen etabliert und diese ausreichend erprobt.

Aktive Maßnahmen

Alle für den „Regelbetrieb“ vorgesehenen Maßnahmen können hierunter zusammengefasst werden. Angefangen bei der Information über die Aufenthaltsorte und die Anzahl der reisenden Mitarbeiter, bis hin zur gesicherten Abholung von Mitarbeitern in einem Risikoland oder die nach Sicherheitsaspekten ausgewählte Unterkunft vor Ort. Nicht zu vergessen: die angepasste IT-Sicherheits- und Kommunikationsstruktur damit wichtige Informationen und Firmen Know-how auch bei der Firma bleiben.

Reaktive Maßnahmen

Neben dem schon bestehenden Notfallprozedere sind darüber hinaus Maßnahmenpläne zu erstellen, die im Falle eines Falles zu einer geordneten Arbeitsweise führen. Es wird immer wieder festgestellt, dass die Ressourcenverfügbarkeit das größte Nadelöhr in einer Krisensituation ist. Der schnelle Zugriff auf Personalakten und konkrete Informationen vor Ort wird meist durch organisatorische „Unmachbarkeiten“ gebremst.

Absichernde Maßnahmen

Es wird sicher Risiken geben, denen man sich stellen muss und die nicht oder nicht ausreichend zu minimieren sind. Auch bei noch so guter Vorbereitung der Mitarbeiter kann ein Entführungsrisiko in Lateinamerika gegeben sein. Hier kommt es darauf an, ein solches Risiko abgesichert zu haben. Als Beispiel sind hier sogenannte Kidnap & Ransom-Versicherungen genannt, die bei der Entführung von Mitarbeitern das Lösegeld und einhergehende Beratungskosten abdecken. Je nach Police und Anbieter können beispielsweise auch Wiedereingliederungsmaßnahmen gedeckt sein.

Unternehmen sind gut beraten, sich zu Beginn einer Projektlaufphase darüber zu informieren, welchen Risiken sie ausgesetzt sind und wie diesen zu begegnen ist. Eine Krisensituation, die oftmals viel Emotion, Energie, Zeit und Geld kostet, kann so hoffentlich vermieden werden.

Nils Retkowski
COO
Result Group GmbH
BVMW-Mitglied
www.trisavo.com