Almü wächst doppelt so schnell wie die Branche

Präzisionswerkzeugmacher in Zell u. A. (Baden-Württemberg) braucht mehr Platz – BVMW lädt zu Businesslunch

Zell u. A. Der Präzisionswerkzeugmacher und Autozulieferer Almü in Zell u. A. platzt aus allen Nähten. Das Unternehmen, das eigenen Angaben zu Folge doppelt so schnell wächst wie die gesamte Branche, hat in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Werk in knapp acht Monaten  einen großzügigen Neubau erstellt.  Zum Richtfest gab es für interessierte Unternehmer aus dem Bundesverband Mitteständische Wirtschaft (BVMW) und zahlreichen Ehrengästen bei einem Business-Lunch Informationen über das neue Gebäude. Zudem gewährte Firmenchef Markus Müller Einblick in  den  laufenden Betrieb in den benachbarten Produktionshallen.

 

Zu einer äußerst innovativen und kurzweiligen Mittagspause hieß der Leiter des BVMW Kreisverbands Göppingen, Lothar Lehner (Geislingen), die Gäste im gerade fertiggestellten Rohbau von Almü in Zell namens Geschäftsführung und Planungs- und Bauunternehmen MÖRK willkommen. Unter den Besuchern auch die Präsidentin der Göppinger Wirtschaftsjunioren, Eva Geiselmann, den Kreisvorsitzenden der Mittelstandsvereinigung, Eduard Freiheit,  den Geschäftsführer der Wirtschafts- und Innovationsgesellschaft im Landkreis (WIF), Reiner Lohse, sowie Vertreter der Gemeinde Zell. Lehner nutzte die Gelegenheit, den BVMW, in dem 700 000 Unternehmen mit elf Millionen Beschäftigte zusammengeschlossen sind und der über ein weltweites Netzwerk verfügt, vorzustellen. Er bedankte sich bei Almü-Chef Müller, der den Business-Lunch im Rohbau ermöglicht habe.

 

Mehr Platz für Mitarbeiter und Maschinen benötigt Almü in Zell. Das vor über 30 Jahren vom Vater des jetzigen Firmenchefs in einer Garage gegründete Unternehmen wächst seit fast zehn Jahren rasanter als der Markt. Inzwischen stellen 50 Mitarbeiter die vor allem in der Automobilindustrie gefragten Präzisionswerkzeuge her – Tendenz steigend. Die Fertigstellung des Rohbaus nahmen Firmenchef Markus Müller und das auf Industrie- und Gewerbebauten spezialisierte Unternehmen MÖRK aus Leonberg zum Anlass, interessierte Unternehmer aus der Region über den Betrieb, aber auch über innovatives Bauen zu informieren.

 

Markus Schneider von MÖRK hielt für bauwillige Unternehmer jede Menge Tipps parat. Anhand von bereits realisierten Gebäuden zeigte Schneider auf, wie heute zukunftsträchtig in einen Firmen-Neubau investiert wird. Er riet dazu, sich in der Planungsphase Zeit zu lassen. Das sei auch bei ALMÜ so gewesen. Ein gutes Jahr habe man geplant, drei Entwürfe landeten im Papierkorb. Der vierte Entwurf vereinte dann alle Anforderungen an das Projekt und begeisterte mit seiner Architektursprache. Wer neu baut, der sollte von innen nach außen planen, so Schneider. Künftige Produktionsabläufe seien ebenso mit einzubeziehen, wie die - künftige - Organisationsstruktur im Büro und die Bedürfnisse der Mitarbeiter. Auch technische Entwicklungen – Stichwort: Digitalisierung – sollten berücksichtigt werden. Zu erfüllen seien auch die Auflagen im Umweltbereich, zum Beispiel mit modernster Haustechnik, sowie beim Brandschutz. Ins Auge fassen sollte man bei der Planung auch, dass das Gebäude später eventuell auch ganz anders genutzt werden könnte. Höhere Räume vor allem im Erdgeschoss und hohe Lasten tragende Bodenplatten ermöglichen beispielsweise auch andere Nutzungen in dem Gebäude. Ein Treppenhaus mit Weitsicht an die richtige Stelle gesetzt, spart Kosten bei einem Erweiterungsbau. Kosten sparen ließen sich auch, wenn man Zeit bei der Realisierung mitbringt. Angesichts der aktuell guten Auftragslage im Baubereich seien kaum Firmen zu günstigen Baupreisen zu gewinnen. Es gelte, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, um Baufirmen für sein Vorhaben zu finden.

 

Für ALMÜ in Zell hat Mörk einen dreigeschossigen Neubau mit 1.330 Quadratmeter Nutzfläche in Ellipsenform realisiert und neben Beton auch viel Glas verbaut. Helle Räume für die Mitarbeiter waren wichtig. Im Erdgeschoss hält die Produktion Einzug, die Maschinen sollen entlang der Außenwand mit der Rückseite zu den Fenstern aufgebaut werden. Das erste Obergeschoss ist für Büros vorgesehen, auch für Freelancer. Das Unternehmen kooperiert mit Partnern im Ausland, deren Mitarbeiter nur für wenige Tage nach Zell kommen. „Aber auch die brauchen Platz“, so Firmenchef Müller. Im zweiten Obergeschoss können die Mitarbeiter vom Casino, von den geplanten Tagungs- und Seminarräumen oder von der Terrasse aus, einen herrlichen Blick auf die Voralb Landschaft genießen. Das Treffen endete mit einer Besichtigung der derzeitigen Produktionsstätten von ALMÜ.