Personalgewinnung mit Social Media

Personalbeschaffer müssen neu denken: Mit einer ausgefeilten Social-Media-Strategie, einer ansprechenden und zielgenauen Karriereseite können Unternehmen die Fachkräfte gewinnen, die sie suchen.

vier junge menschen mit smartphones
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Junge Fachkräfte dort finden, wo sie unterwegs sind

Das klassische „Post & Pray“-Prinzip bei der Schaltung von Stellenanzeigen, egal ob print oder online, funktioniert schon länger nicht mehr. Der Fachkräftemangel im Mittelstand macht ein ausgeklügeltes Personalmarketing unverzichtbar. Das wichtigste hierbei ist, genau dort professionell aufzutreten, wo sich potenzielle Bewerber aufhalten: in den Sozialen Medien. Ohne sie wird Personalarbeit zukünftig nicht mehr auskommen, denn dort tummeln sich die „Digital Natives“, die so heiß umworbene Generation unter 30 Jahren.

Punkten mit Professionalität: Eine Social-Media-Strategie ist das Gebot der Stunde

Die wichtigsten beruflich genutzten Sozialen Netzwerke in Deutschland, vor allem für Akademiker und Absolventen weiterführender Schulen, sind Xing und LinkedIn. Auf Xing können Kandidaten über den Talentmanager oder den Stellenmarkt direkt angesprochen werden. Das Unternehmen kann Stellenangebote und Unternehmensprofil veröffentlichen und mit Anzeigen bewerben. Kontakte sind schnell und unkompliziert herzustellen. Vor allem in Kombination mit der größten Plattform für Arbeitgeberbewertung, Kununu, ist Xing die wichtigste deutschsprachige Business- und Recruiting-Plattform.

Facebook ist als direkter Rekrutierungskanal eher dann interessant, wenn auf der Firmenseite regelmäßig interessante Beiträge über Inneneinsichten des Unternehmens veröffentlicht werden. Geht es jedoch um Authentizität und den weichen Faktor des Unternehmens als Partner, eignet sich auch Instagram. Hier können mit Fotos und Videos von Mitarbeitern, Produkten, Firmenevents oder ähnlichem vertrauensbindende Kontaktpunkte aufgebaut werden. Da rund 70 Prozent der 14- bis 29-Jährigen diesen Kanal nutzen, bietet sich die Plattform besonders für die Suche nach Auszubildenden an.

Vorhandene Netzwerke nutzen, die eigene Website anpassen

Neben diesen Kanälen ist es unerlässlich, die eigene Karriereseite auf dem eigenen Firmenauftritt im Netz so einzurichten, dass sie mit potenziellen Kandidaten auf Augenhöhe kommuniziert. Sie muss auf mobilen Geräten einwandfrei lesbar sein mit Eingabefeldern, die die Bewerber mobil ausfüllen können. Sämtliche Maßnahmen auf Social-Media-Kanälen sollten auf die eigene Karriereseite hinweisen und auf sie verlinken. Neben reinen Informationen ist auch hier der Platz für ein ansprechendes Kurzvideo, in dem zum Beispiel ein Mitarbeiter zu Wort kommt oder der Chef sich selbst oder die Vorzüge seines Unternehmens in Szene setzt.

Social Recruiting und die Direktansprache potenzieller Kandidaten führt damit zu einem Umdenken bei Personalverantwortlichen und fordert eine ganz neue Herangehensweise an das Thema Personalbeschaffung.

Das vom BVMW geführte Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Berlin stellt eine Checkliste für erfolgreiches E-Recruiting zur Verfügung:
https://gemeinsam-digital.de/materialien/ 

 

Oliver Hickfang
Leiter Webmasterteam, Social Media; BVMW
oliver.hickfang@bvmw.de