COVID-19: Dämpfer für das Wachstum

Das Coronavirus wird sich negativ auf die ohnehin schon schwächelnde Konjunktur in Deutschland auswirken – vor diesem Hintergrund fordert der BVMW wirtschaftspolitische Maßnahmen.

Die Bundesregierung muss jetzt wirtschaftspolitische Maßnahmen ergreifen, um die ökonomischen Auswirkungen der Epidemie einzudämmen. Wichtig wären Entlastungen für Mittelständler, die aufgrund ihrer Verflechtung in Lieferketten vom Coronavirus betroffen sind. Denkbar sind Steuerstundungen, bis die Coronakrise überwunden ist. Denn die Auswirkungen des Coronavirus könnten das ohnehin schon schwache Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 2020 noch stärker dämpfen. Einer aktuellen Umfrage des BVMW unter rund 1.000 Mitgliedsunternehmen zufolge leidet schon jetzt jeder vierte Mittelständler unter den Auswirkungen des Coronavirus.

Die Epidemie trifft Deutschland in dreifacher Weise dramatisch: Die größte Herausforderung ist der Gesundheitsschutz. Es gilt, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, ohne den Waren- und Personenverkehr nachhaltig zu beeinträchtigen. Hier ist bislang keine schlüssige Strategie der Bundesregierung zu erkennen. Zudem werden viele Unternehmen in den nächsten Wochen ihre Produktion zurückfahren müssen, weil der Nachschub aus China ausbleibt. Das gilt vor allem für die Branchen Automotive, Maschinenbau und Textil. Und schließlich bestehen für bestimmte Patientengruppen Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln, die sich verschärfen werden. So gibt es beispielsweise in Wuhan einen Hersteller, der Wirkstoffe für 19 Arzneimittel herstellt, von denen 17 als versorgungsrelevant für Deutschland gelten. Aus der besonders heimgesuchten chinesischen Provinz Hubei kommen Wirkstoffe für 136 Arzneimittel, von denen ein Drittel versorgungswichtig ist.

Negative Konjunktureffekte

Das alles wird sich negativ auf die Konjunktur auswirken und auch durch Nachholeffekte im Jahresverlauf nicht kompensiert werden können.

Anfang des Jahres waren Wirtschaftsexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) noch von einer Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts von 0,9 Prozent ausgegangen. Dass sie ihre Wachstumsprognosen für 2020 geändert haben, hänge mit neuen Daten zum Bruttoinlandsprodukt zusammen. Ein Grund sei aber auch das Coronavirus, so IW-Konjunkturchef Michael Grömling.1

Das Hauptproblem für Produzenten und Konsumenten hierzulande sind die Lieferketten. Die weltweiten Verflechtungen sind heute weitaus enger als zur Zeit des Sars-Virus im Jahr 2002. Damals stand China für acht Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, heute sind es 19 Prozent. Bei deutschen Unternehmen haben chinesische Vorleistungsgüter einen Anteil von fast zehn Prozent. Als Reaktion auf das Coronavirus sollten die deutschen Unternehmen eine breitere Diversifizierung ihrer weltweiten Lieferketten anstreben. Mögliche Zielländer sind Indien und Bangladesch.

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1 siehe FAZ: Deutsche Wirtschaft verlangt Staatshilfe für die Wirtschaft

 

Das BMWi hat unterdessen für betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer eine Hotline für Fragen rund um das Coronavirus eingerichtet:

Hotline für Unternehmen
Telefon: 0 30 18615 1515
Montag – Freitag
9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

 

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