Innovatives Bezahlen im Mittelstand

Wie der Umstieg auf Kartenzahlung gelingt

kartenzahlung

Die Akzeptanz für Innovationen wie das kontaktlose Bezahlen und Mobile Payment wächst in allen Teilen der Bevölkerung. Insbesondere die jüngeren Generationen zeigen sich offen gegenüber bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten. So hat die Mehrheit der 16 bis 44-Jährigen laut eigener Angabe ihre letzten Einkäufe mit Karte bezahlt (nach einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach 2019 im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme; 1228 Personen ab 16 Jahre). Die Bedeutung der Kartenzahlung nimmt dementsprechend auch im Handel zu. Möchten Unternehmen Bezahlinnovationen akzeptieren, stehen sie jedoch oft vor vielen ungeklärten Fragen.

Wer mit Karte zahlt, zahlt in der Regel mit girocard, der Bank- oder Sparkassenkarte. Alleine in Deutschland wird die girocard z.B. an rund 840.000 Terminals akzeptiert. Insgesamt sind in Deutschland rund 100 Millionen girocards im Umlauf. Circa 43 Millionen Deutsche besitzen eine Kreditkarte (s. Statista 2018). Nach den vom EHI Retail Institute (EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2019“) erhobenen Zahlen wurden mit der girocard im klassischen Einzelhandel im Jahr 2018 30,1 Prozent des Umsatzes getätigt, mit Kreditkarten 6,9 Prozent.

Vorreiter bei der Kartenakzeptanz auf Händlerseite sind bislang vor allem Großunternehmen. Dabei birgt bargeldloses und kontaktloses Bezahlen auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) viel Potential.

Welche Vorteile haben bargeldlose Bezahlsysteme für KMU?

Mit einem breiteren Zahlungsmittelangebot stärken Sie zunächst die Kundenorientierung Ihres Unternehmens. Sie können so den Ansprüchen und Bedürfnissen Ihrer Kundinnen und Kunden gerecht werden und neue Kundenkreise erschließen.

Über die Kundenorientierung hinaus, bieten elektronische Bezahlsysteme auch im Ablauf entscheidende Vorteile. So kann die Abfertigung an der Ladenkasse deutlich schneller erfolgen, als der manchmal umständliche Umgang mit Bargeld. Auch der Zeitaufwand rund um die Bargeldlogistik und die Fehlerquellen bei der Abrechnung reduzieren sich. Stattdessen läuft der Geldfluss direkt und digital im Hintergrund ab und wird gleich dokumentiert. Das gewährleistet eine transparente Abrechnung. Neu anfallende Kosten, z.B. für die Anschaffung der erforderlichen Technik oder Transaktionskosten, sind gut kalkulierbar.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Sicherheitsaspekt: Das Bezahlen mit PIN bietet dem Händler z.B. im girocard-System eine vollständige Zahlungsgarantie. Bei diesem Bezahlverfahren wird geprüft, ob das entsprechende Girokonto existiert und ausreichend gedeckt ist. Dem Händler entsteht so niemals ein Zahlungsausfall. Auch kontaktlose Zahlungen sind sicher und gut geschützt. Für sie gelten dieselben Sicherheitsmaßnahmen wie für Chip-PIN-Zahlungen. Allgemein reduziert sich durch weniger Bargeld im Betrieb das Risiko von Diebstahl und Betrug.

Das vielleicht wichtigste Argument jedoch ist die Zukunftssicherheit. Die Übertragung bei kontaktlosen Bezahlsystemen erfolgt über den weltweit führenden NFC-Standard (Near Field Communication). Auch neue Bezahllösungen, wie z. B. Mobile-Payment-Anwendungen oder zukünftige Innovationen, nutzen diesen bewährten Übertragungsstandard und lassen sich damit automatisch in bestehende Strukturen integrieren. So gibt es nun ein einheitliches System, auf dem alle kontaktlose Transaktionen fußen.

Welchen Herausforderungen begegnen KMU, wenn Sie auf bargeldlos umstellen möchten?

Für die meisten KMU steht die Beschäftigung mit Zahlungssystemen nicht an erster Stelle. Im alltäglichen Betrieb fehlt oft die Zeit, sich mit innovativen Themen auseinanderzusetzen. Die Zahlungsabwicklung ist zwar nur ein kleiner Schritt im gesamten Ablauf – allerdings ein sehr wichtiger. KMU reagieren so auf das gesteigerte Bedürfnis der Kundinnen und Kunden mit Karte zu bezahlen.

Die meisten Händler kennen weder Details noch Unterschiede der vielen ähnlichen, aber dennoch unterschiedlichen Verfahren im Zahlungsverkehr und können sie somit schwer vergleichen. Das größte Hindernis liegt meist in der Beschäftigung mit dem Thema. Wer sich einmal die Zeit nimmt und sich informiert, wird es nicht bereuen: Neuartige Bezahlmöglichkeiten haben heute den großen Vorteil, dass sie einfach implementiert sind und schnell abgewickelt werden können.

Darüber hinaus bieten viele Branchenverbände wie die Initiative Deutsche Zahlungssysteme Infomaterial und Beratungsangebote für interessierte Unternehmen an und bieten Unterstützung bei der Umstellung auf innovative Bezahlsysteme.

Für welche Unternehmen sind innovative Bezahlmöglichkeiten generell interessant?

Bargeldlose und kontaktlose Bezahlsysteme eignen sich für viele Unternehmen. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften bietet sich der Umstieg auf innovative Zahlungssysteme für einige Unternehmen besonders an.

So ist Kontaktlos vor allem bei der Zahlung niedriger Beiträge sehr effizient in der Abwicklung. Bei Beträgen unter 25 Euro muss nur in den seltensten Fällen eine PIN eingegeben werden. Dadurch beschleunigt sich der Bezahlvorgang enorm. Diese Eigenschaft ist z.B. für Bäckereibetriebe interessant. Die kontaktlose Bezahlung funktioniert dabei mit der gängigen Karte genauso wie beispielsweise mit dem Smartphone oder anderen tragbaren Medien wie Smartwatches.

Im Lebensmittelhandel spielen die Hygieneaspekte der Kontaktlos-Technologie eine große Rolle. Davon profitieren unter anderem Marktstände, Lieferdienste oder Imbissbuden.

Im Einzelhandel erwartet insbesondere die jüngere Klientel, dass das schnelle und unproblematische Bezahlen im E-Commerce auch am analogen POS funktioniert. Karte oder Smartphone sind in dieser Kundengruppe immer dabei – Bargeld zunehmend weniger.

Auch am Automaten eröffnen bargeldlose Bezahlsysteme neue Chancen. Sinkt der Bargeldbestand im Automaten reduzieren sich das Risiko für Vandalismus und die Kosten für das Bargeldhandling. Die zusätzliche Kartenakzeptanz am Automaten ermöglicht zudem einen potentiellen Mehrumsatz.

Bislang kann in zahlreichen, gerade kleineren Geschäften erst ab einem bestimmten Betrag per Karte bezahlt werden. Als Grund werden vermeintlich hohe Kosten für das bargeldlose Bezahlen angeführt. Übersehen werden dabei oftmals die indirekten Kosten von Bargeld: Wechselgeldbeschaffung, das Zählen, die Bargeldentsorgung etc. Auch die Reduzierung der Interbankenentgelte ist zahlreichen KMU nicht bewusst (Die europäische Verordnung über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge regelt unter anderem, dass die Interbankenentgelte bei Zahlungen mit Kreditkarte maximal 0,3 Prozent des Transaktionswerts und bei Zahlungen mit der Debitkarte maximal 0,2 Prozent betragen dürfen). 

Bargeldloses Bezahlen wird daher oft zu Unrecht als zu teuer empfunden. Nichtsdestotrotz sind gerade bei niedrigen Beträgen die Abwicklungsgebühren der Acquirer und Netzbetreiber noch zu hoch. Hier würde sich ein Umstieg erst bei stärker gestuften Abrechnungsmodellen im Kleinbetragsbereich lohnen.

Wo finde ich weitere Informationen?

Wenn Sie als KMU Interesse daran haben, auf bargeld- und/oder kontaktlose Bezahlsysteme umzusteigen oder weitere Informationen benötigen, steht Ihnen die Geschäftsstelle der Initiative Deutsche Zahlungssysteme gerne zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerin
Heike Lange
heike.lange@initiative-dz.de
+49 30 212 34 22-71

 

Über die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.:

Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit Sitz in Berlin versteht sich als Netzwerk für Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die hierfür notwendige Infrastruktur bereitstellen. Sie bündelt die Interessen ihrer Mitglieder und vertritt sie gegenüber Politik und Medien. Der Verein recherchiert neue Einsatzmöglichkeiten, initiiert Pilotprojekte und unterstützt bestehende Aktivitäten seiner Mitglieder, insbesondere in den Bereichen Marketing, Public Relations und Public Affairs. Bereits seit vierzehn Jahren beschäftigt sich die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit dem Bezahlen in Deutschland.


Zu den Bezahlverfahren

Mehr als 100 Millionen girocards von Banken und Sparkassen gibt es in Deutschland - fast jeder Bürger hat sie in der Tasche. Immer mehr Banken und Sparkassen ermöglichen ihren Kunden mit der girocard als Deutschlands meist genutzter Debitkarte den neuen, komfortablen Service des kontaktlosen Bezahlens mit Karte und Smartphone. Weiterhin sind auch die Prepaid-Systeme GeldKarte (kontaktbehaftet) und girogo (kontaktlos) weit verbreitete Funktionen auf der girocard.

Weitere Informationen finden Sie unter www.Initiative-DZ.de

www.initiative-deutsche-zahlungssysteme.de

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