Coronahilfe für Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer

Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer sehen angesichts des Coronavirus nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihre Existenzgrundlage bedroht. Auf welche Unterstützung können sie jetzt hoffen?

Wie sieht die staatliche Hilfe aus? 

Am Freitag, dem 13.03.2020, haben das Bundesfinanzministerium und das Bundeswirtschaftsministerium ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Wirtschaft beschlossen. Dieser Schutzschild beruht auf vier maßgeblichen Punkten: 

  1. Erleichterung der Kurzarbeit 
  2. Flexibilität der Steuern
  3. Hilfspakete in Milliardenhöhe der Kfw-Bank und der Landesbanken
  4. Europäischer Zusammenhalt (hier geht es insbesondere um die internationale Bekämpfung der Infektionsverbreitung und die Stärkung der europäischen Banken

Am Freitag, dem 20.03.2020 wird im Bundestag und in einer Sondersitzung des Bundesrates ein Coronapaket für Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen beschlossen. Das Paket umfasst 40 Milliarden Euro, von denen Solo-Selbstständige sowie kleine Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern, die unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, unterstützt werden sollen. 30 Milliarden sind dabei als Darlehen geplant, zehn Milliarden sollen als direkte Zuschüsse verteilt werden.


Welche Hilfe bekommen Freiberufler? 

Zunächst sollten freiberuflich Tätige sich nach einer Herabsetzung oder Auslassung der Einkommenssteuer erkundigen. Die Flexibilität der Steuern gilt auch hier. Genau so können Freiberufler mit mindestens einem Mitarbeiter Kurzarbeitsgeld beantragen.

Zudem werden auch Freiberufler und Selbstständige für Arbeitsausfälle durch das Coronavirus entschädigt, wie der VGSD mitteilte. Durch das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten bekommen Freiberufler und Selbständige Entschädigungszahlungen für ihren Verdienstausfall nach dem IFSG in Höhe der letzten Jahreseinnahmen, die dem Finanzamt gemeldet wurden.

Diese staatliche Förderung greift allerdings nur, wenn der Selbstständige oder Freiberufler nicht durch Home-Office seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Zudem muss es sich um eine behördlich angeordnete Quarantäne handeln, die für den Verdienstausfall sorgt.

Weitere Informationen zur Unterstützung für Freiberufler


Was machen Selbstständige bei der Kinderbetreuung?

In fast allen Bundesländern sind Schulen und Kitas vorübergehend geschlossen. Das bedeutet für Kleinunternehmer, sie haben weniger Mitarbeiter zur Verfügung. Doch gerade für Selbstständige ergibt sich hieraus ein Problem. Für Ausnahmefälle bieten einige Schulen und Kitas Notfallbetreuungen an, wobei es sich um sehr seltene Ausnahmeregelungen handelt. Eine richtige Lösung bietet die Bundesregierung für dieses Problem nicht. Fest steht jedoch, dass Kinder nicht in die Obhut von Großeltern gegeben werden sollte, da bei dieser Risikogruppe das Infektionsrisiko sogar tödlich enden kann. 


Wie kann ich die Entgeltfortzahlungsversicherung nutzen?

Besser bekannt unter dem Namen U1 - dabei werden bestimmte Arbeitgeber verpflichtet genau diese Umlage regelmäßig an die Krankenkasse zu zahlen, um bei Arbeitsausfall durch den Arbeitnehmer eine Erstattung und Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu erhalten.

 

  • Arbeitgeber müssen Arbeitnehmern bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit sechs Wochen lang weiter Lohn bzw. Gehalt zahlen.
  • Unternehmen mit weniger als 30 Vollzeit-Beschäftigten müssen die Umlage U1 an die Krankenkasse zahlen, die dann zwischen 40 und 80 Prozent der Entgeltfortzahlung übernimmt.
  • Die Beiträge für die Entgeltfortzahlungsversicherung liegen je nach Krankenkasse und gewähltem Tarif bei ein bis drei Prozent des Bruttogehalts der Arbeitnehmer.
  • Bei ärztlich verordneter Quarantäne, zum Beispiel wenn eine Infektion mit dem Coronavirus erfolgt ist oder ein Infektionsverdacht besteht, erstatten die Behörden die Lohnkosten gemäß Infektionsschutzgesetz.

 


Was sollten Freiberufler, Selbstständige und Kleinunternehmer selbst tun? 

Bevor es zu staatlichen Hilfspaketen kommen muss, können Selbstständige und Unternehmer jedoch selbst auf den Krisenmodus umschwenken. Zwei Maßnahmen sind hierfür zentral: 

  1. Einnahmen vorziehen: Wenn Sie noch offene Rechnungen haben, sollten Sie dafür sorgen, dass diese schnellstmöglich beglichen werden. Hierbei heißt es also Kunden anrufen und um Verständis in Zeiten des Coronavirus bitten. 
  2. Ausgaben zurückstellen: Für Sie als Unternehmer gilt das Gegenteil. Betriebsausgaben sollten verzögert und zurückgestellt werden. Außerdem sollten Sie in der Krise auf Skonten und Rabatte verzichten. Erfahren Sie, wie Ihre Preise bezahlt werden auch ohne Rabatte und Diskussionen.  
  3. Überstunden abbauen (wenn vorhanden)
  4. Minusstunden aufbauen
     

 

 

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