webImpuls: Einführung eines Klimamanagements in Unternehmen

Nachhaltigkeit wird zukünftig eine bedeutende Rolle spielen. Gemeinsam mit unserem Experten Daniel Töbelmann soll dieses Webinar als Einführung dienen, um einen Überblick zu Aspekten einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung zu verschaffen.

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Aus Zeitgründen konnten einige Fragen im Live-Webinar nicht direkt beantwortet werden. Wie versprochen finden Sie alle Antworten hier:

 

Bitte stellen Sie kurz sich und Ihr Unternehmen vor. Was tut die Klimapatenschaft genau?

Die Klimapatenschaft ist eine Gruppe aus drei Unternehmen, von denen jedes Unternehmen einen bestimmten Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte legt. Es gibt die Klimapatenschaft GmbH, die ich heute vertrete, die Nachhaltigkeitslösungen für Unternehmen entwickelt, wie beispielsweise eine Klimastrategie, die Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements und der dazugehörigen Strategie oder aber der ganzheitlichen Analyse eines Unternehmens mit Bezug auf Nachhaltigkeit. Unsere Expertise liegt jedoch insbesondere in der Erstellung von Konzepten, rund um Nachhaltigkeitsthemen. Dies wird insbesondere in Zukunft immer wichtiger für mittelständische Unternehmen werden. Es geht nicht nur darum irgendwie die Anforderungen, wie z.B. eine Klimaneutralität, zu erfüllen, sondern viel mehr darum die ganzen Prozesse mit intelligenten und innovativen Konzepten strategisch für sich zu nutzen und aktuellen Entwicklungen einen Schritt voraus zu sein. Über diese Themen hinaus führen wir aber auch eigene Umwelt- und Klimaschutzprojekte durch, wie beispielsweise die Renaturierung eines Moores zur CO2-Bindung oder aber der Umstrukturierung von Wäldern.

Neben der Klimapatenschaft gibt es noch die Klimapatenschaft Tourismus GmbH und die Klimapatenschaft Projekt GmbH. Erstere bietet innovative Nachhaltigkeitslösungen für den Tourismussektor an, Letztere konzentriert sich auf nachhaltige Bauprojekte und die Förderung bzw. Kooperation mit innovativen Produkten

 

Was würden Sie sagen, zeichnet die Klimapatenschaft aus?

Auf diese Frage antworte ich immer gerne: Unsere Praxisorientierung. Wir entwickeln mit unseren Kunden zusammen nicht nur Strategien oder führen Analysen durch, sondern wir entwickeln auch immer praktische Lösungen, die kurz-, mittel- und langfristig implementiert werden können und so einen echten Effekt schaffen – für Unternehmen und Umwelt. Unser Ziel ist es ein zukunftsfähiges System mitzugestalten. Dies bedeutet auch, dass Veränderungsprozesse stattfinden müssen. Bei diesen Prozessen unterstützen wir gerne und legen hier großen Wert auf Praktikabilität und Tauglichkeit. Die beste Strategie bringt nichts, wenn die Schritte zum Ziel nicht gegangen werden können. An uns treten Unternehmen heran, die z.B. zwar ihren CO2-Fußabdruck kennen und auch Emissionen kompensieren, aber keine Maßnahmen festgelegt haben, um diese Emissionen überhaupt erst einmal zu reduzieren. Es liegt oft kein „Fahrplan“ in Richtung Zukunft vor und wir helfen diesen zu entwickeln.

 

Was unternehmen Sie, um die derzeitige Situation als Gelegenheit zu sehen?

Die meisten Menschen sind Zuhause und arbeiten im Home-Office, wenn sie denn überhaupt noch arbeiten. Viele Unternehmen sehen sich mit Problemen konfrontiert, die Kopfzerbrechen bereiten. Wie fast alles im Leben ist aber diese Zeit eine Ansichtssache. In der Politik gibt es ein Sprichwort, dass besagt „verschwende nie eine gute Krise“. Das hört sich zunächst sehr provokant an, und jeder der derzeit Probleme hat, wird sagen „was reden die denn da“, aber in jeder Krise ergeben sich auch Chancen. Und diese Chancen können derzeit fast alle beobachten und in gewisser Weise auch erfahren. Innerhalb kürzester Zeit hat die Wirtschaft gezeigt, wie anpassungsfähig sie ist, wenn es darauf ankommt. Es wurden aus dem nichts Home-Office Plätze und Netzwerke eingerichtet, Prozesse und Systeme wurden digitalisiert, und Meeting sowie selbst Hauptversammlungen von Konzernen finden plötzlich als Video-Konferenz statt. Derzeit entwickeln sich viele neue Lösungen, die auch in Zukunft, nach der Krise, noch hochrelevant sein werden und zumindest stückweit eine neue Art des Arbeitens einleiten könnten. Es werden jetzt die Weichen gestellt, Arbeit stärker in das Home-Office zu verlagern und zu digitalisieren. Und Unternehmen erkennen zunehmend die Vorteile hiervon, ebenso wie viele Mitarbeitende. Das Ganze könnte als einen Testlauf für eine neue Art des Arbeitens betrachtet werden. Arbeitnehmer sparen sich zukünftig vielleicht vermehrt die Arbeitswege, was nicht nur viel Zeit einspart und die Möglichkeit einer höheren Flexibilität und Work-Life-Balance bietet, sondern auch Emissionen vermeiden kann. 

Wir sehen diese Zeit auch als Möglichkeit sich Gedanken zu machen, über Themen, die sonst oft zu kurz kommen oder sich auf anderem Wege erarbeitet werden müssen. Wir haben daher Webinare entwickelt, die wir derzeit kostenlos online anbieten. Hierdurch wollen wir grundlegend über ausgewählte Themen aufklären und Impulse setzen, die zukünftig immer wichtiger werden. Wir haben hierdurch an Angebot geschaffen, dass den Menschen Zuhause die Möglichkeit gibt, sich diesen Themen geführt anzunähern. Es ist zu erwarten, dass diese Entwicklungen und Themen nach der Krise wieder hochrelevant sein werden. Die Themen Klima- und Naturschutz waren keine Strohfeuer, sondern sind noch immer dringende Notwendigkeit und werden es auch nach Corona noch sein. Diese Zeit kann also auch als Chance verstanden werden sich jetzt mit diesen Aspekten zu befassen und für die eigene Zukunft zu planen.

 

Wie helfen Ihre Webinare dabei?

Insgesamt werden drei Webinare angeboten und stattfinden. Der erste Durchlauf erfolgte in der vergangenen Woche und hat sich einer sehr guten Annahme erfreut. Daher gehen wir diese Woche in die zweite Runde und bieten unsere Webinare erneut an.

Alle behandeln grundlegende Themen, die wir für sehr wichtig erachten. Das erste, dass heute um 16:00 Uhr stattfindet, behandelt das Thema „Einführung eines Klimamanagements“. Es wird aufgezeigt, was die Grundpfeiler einer Klimastrategie sind, welche Vorteile sich daraus ergeben und wie das Ganze nutzbar gemacht werden kann. Auch wird ein Verständnis dafür geschaffen, was das Problem – nämlich der Klimawandel – ist wie diesem Problem aus Unternehmenssicht begegnet werden kann.

Das zweite Webinar, welches am kommenden Dienstag um 16:00 Uhr stattfinden wird, geht es um die „Einführung eines Nachhaltigkeitsmanagements in Unternehmen“. Wie auch in dem Webinar heute werden hier grundlegende und strategische Prozesse aufgezeigt. Das dritte Webinar, welches am Mittwoch stattfindet, ebenfalls um 16:00 Uhr, behandelt die Themen „CO2 und Wasser Management verbinden mit Corporate Volunteering Maßnahmen“. Hierbei geht es vor allem darum, aufzuzeigen, wie Nachhaltigkeit erlebbar gemacht werden kann und wie Unternehmen, gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden, selbst etwas tun können, um wirklich Teil eines Projektes und einer Zukunftsbewegung zu sein.

Grundlegend geht es darum, Unternehmen aufzuzeigen, wie sie beginnen können. Wir möchten einen anfänglichen Überblick schaffen, der Unternehmer*innen hilft das Thema Nachhaltigkeit im relevanten Kontext besser zu verstehen. Wir bekommen oft die Frage „Wie kann ich beginnen? Und was bedeutet das überhaupt alles mit der Nachhaltigkeit?“ – diese Lücke wollen wir helfen zu schließen. Insbesondere in klein- und mittelständischen Unternehmen registrieren wir zwar ein hohes Interesse an diesen Themen, jedoch oft auch eine gewisse Überforderung, aufgrund der Vielfalt der Themen und der verschiedenen Anforderungen. Dem wollen wir in den Webinaren begegnen. Wir zeigen auf, was die ersten Schritte sind, wie ein weiteres Vorgehen aussehen könnte, was mögliche Maßnahmen sind, welche Vorteile sich daraus ergeben und warum es sinnvoll ist, sich jetzt mit diesen Themen zu befassen. Wir wollen die Barriere zwischen Unternehmen und Nachhaltigkeit abbauen und aufzeigen, dass das Thema gar nicht so kompliziert ist, wie viele anfangs denken.

Die Webinare gehen circa 30 – 45 Minuten und im Anschluss stehen wir für konkrete Fragen zur Verfügung und gehen gerne auf individuelle Belange ein.

 

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung bezüglich Nachhaltigkeit ein, insbesondere auch im Angesicht der derzeitigen Situation?

Niemand kann genau vorhersagen, was passieren wird. Insbesondere das Thema Klimaschutz war bis vor der Corona-Pandemie medial sehr präsent. Es wurden bereits erste Mechanismen installiert, die unsere Wirtschaft in Richtung De-Karbonisierung bringen sollen und letztlich besteht weiterhin das Ziel, dass die EU bis 2050 klimaneutral ist. Grundlegend würde ich sagen, dass sich nach überwinden der Pandemie viel in diesem Bereich tun wird. Zwar wird zunächst der Aufbau der Wirtschaft ein entsprechendes Gewicht haben, was jedoch nicht bedeutet, dass hierbei nicht auch die klimapolitischen Mechanismen weiter ausgebaut und gefördert werden. Vielmehr könnten zukünftige Maßnahmen sogar der Verschärfung dieser Mechanismen dienen, da die Wirtschaft insbesondere in zukunftsorientierten Sektoren leistungs- und wettbewerbsfähig sein will und muss. Zusätzlich wirft auch diese Pandemie verstärkt die Frage auf, ob unser Wirtschaften, so wie es jetzt besteht, zukunftsfähig ist. Es werden bereits Warnungen laut, dass es zu vermehrten gesundheitlichen Risiken kommt, je stärker der Mensch in Naturräume vordringt und diese zerstört, zumal wir als Gesellschaft auf diese Naturräume angewiesen sind. Hierzu will ich keine Prognosen machen und dies bildet nur meine persönliche Einschätzung ab. Jedoch lässt sich auch objektiv erkennen, dass die themen Klima- und Umweltschutz höchste Relevanz und Dringlichkeit besitzen, nämlich wenn man die Mehrheit der Wissenschaft hierzu betrachtet. Diese zeichnet ein sehr klares Bild von dem, was uns als Menschheit und Gesellschaft erwartet. Hierbei ist wichtig nicht nur den Klimawandel zu betrachten, sondern auch alle weiteren ökologischen Entwicklungen, wie das Artensterben, den Verlust an bedeutenden Naturräumen und die Verödung von Böden etc.. All diese Entwicklungen werden sich zukünftig verschärfen und enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Konsequenzen haben. Wir in der letzten Zeit eine sehr durchsetzungsfähige und schnelle Politik kennengelernt, was zeigt, dass sich auch in anderer Angelegenheit eine entsprechende Dynamik entwickeln kann, wenn der Druck hoch genug ist. Unternehmen werden langfristig nicht drum herumkommen, sich in eine nachhaltigere Richtung zu entwickeln, wenn sie wettbewerbsfähig oder vielleicht sogar überlebensfähig bleiben wollen.

 

Nach einer Studie der DZ Bank wissen zwei Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen, dass sie unmittelbar betroffen sind vom Klimawandel. Jedoch reagiert nur jedes fünfte Unternehmen mit eigenen Maßnahmen dagegen. Was denken Sie, erklärt die Diskrepanz?

Ich denke, dass hier eine Vielzahl an Gründen angeführt werden kann. Am prägnantesten kann hier sicherlich die Überforderung mit der Vielzahl an Themen angeführt werden sowie der Sorge vor zusätzlicher Bürokratie. Auch denke ich, dass vielen Unternehmen nicht wirklich bewusst ist, wie hart sie von ökologischen Problemen und den zukünftigen Entwicklungen getroffen werden könnten. Die wirtschaftlichen Probleme, die mit dem Klimawandel und anderem einhergehen werden, wirken oft sehr diffus und nicht greifbar. Auch ist die Notwendigkeit in den einzelnen Unternehmen oft nicht bewusst vorhanden. Man macht sein „bussiness as usual“ und löst Probleme, sobald sie aufkommen, da man ohnehin auch so schon genug zu tun hat. Und genau hier wollen wir mit unseren Konzepten ansetzen. Es geht darum, die Unternehmen so auszurichten, dass sie den zukünftigen Anforderungen von Umwelt, Politik und Gesellschaft gewachsen sind und sich eben nicht erst um die Probleme kümmern, sobald sie da sind. Es geht darum sich auf das kommende vorzubereiten und einen Schritt voraus zu sein, statt hinterherzuhängen. Vorsorgeprinzip statt Ad-Hoc Handlungen. Und warum nicht diese Veränderungsprozesse, die man ohnehin durchleben muss, jetzt planen, strategisch auslegen und zu etwas Positivem für das Unternehmen machen? Wir helfen genau das umzusetzen.

 

Aus vielen Kreisen wird der Bundesregierung vorgeworfen, dass sie in Bezug auf die Corona Pandemie zügig und konsequent handelt, jedoch nicht, wenn es um das Durchsetzen von Klimazielen geht. Woran liegt das?

Ich denke, das liegt daran, dass die Pandemie ein entsprechend dringendes Problem war bzw. ist. Die Politik hatte keine andere Wahl als schnell weitreichende Maßnahmen zu ergreifen, da umgehende Handlungen gefordert waren und das Problem nicht weggeredet oder verschoben werden konnte. Dies ist beim Klimawandel etwas anderes. Wir reden hier über eine langfristige Entwicklung, die erst kaum wahrgenommen wird, dann aber umso heftiger. Bisher schien die Klimakatastrophe noch in weiter Ferne, eben auch für die breite Bevölkerung, wodurch das Thema zeitlichen Spielraum gewonnen hat. Dabei ist die Diskussion um Klimamaßnahmen und Ziele wirklich keine neue Diskussion. Sie hatte nur nie das nötige Gewicht in der breiten Politik, um konsequente Handlungen hervorzubringen, die nicht nur auf Freude und Unterstützung treffen. Bei diesen Themen entstehen immer immense Interessenskonflikte, die unangenehm sind und daher umgangen werden, bis der Druck zu hoch ist. Ist dieser Punkt dann jedoch erreicht, wird gehandelt. Ein Beispiel hierfür sind die Reaktionen auf die weltweiten Proteste der Fridays for Future Bewegung und andere. Der Druck auf die Politik stieg stetig an, bis zunehmend gehandelt wurde. Ob diese Handlungen nun angemessen und ausreichend sind, ist ein anderes Thema. Aber es wurde darauf reagiert.

Wir haben sehr viel Zeit und Handlungsspielraum in der Klimakrise verloren, wodurch auch diese Probleme hier bei uns zunehmend zu dringenden Problemen werden. Hier könnte man wieder das erwähnte Vorsorgeprinzip anführen: Man hätte rechtzeitig die Weichen stellen können und die Wirtschaft strategisch und behutsam auf die Zukunft ausrichten können. Strategisch geschieht das Ganze jetzt auch, vermutlich aber nicht mehr behutsam, wenn es die Situation erfordert. Wir sehen uns Problemsituationen gegenübergestellt, die wir derzeit noch nicht sicher abschätzen können, die aber einen enormen Einfluss auf uns alle haben werden. Die Politik wird auch dann wieder konsequent handeln, wozu sie durchaus in der Lage ist, weil sie keine andere Wahl haben wird.

 

Viele Mittelständler haben durch die Krise auch existenzielle Probleme. Sehen Sie hier eventuell auch eine Möglichkeit, mit neuen Konzepten nach der Krise zu starten?

Durchaus. Die Chancen sind vorhanden, daran mangelt es nicht. Viele Unternehmer*innen haben derzeit eher andere Sorgen, als sich neue Konzepte zu überlegen, auch wenn das in vielen Fällen sicherlich ein guter Schritt wäre. Es geht hierbei oft um das wirtschaftliche Überleben, was viele Kapazitäten fordert. Für alle, die aber ohnehin mit dem Gedanken gespielt haben ihre Unternehmensstrukturen neu auszurichten, neue Systeme und Konzepte zu implementieren oder aber neue Arbeitsweisen einzuführen, haben nun die Möglichkeit dies durchzusetzen und sich hierdurch einen Vorteil für die Zeit nach der Krise zu verschaffen. Grundlegend sollte danach gestrebt werden sich weiterzuentwickeln. Und die derzeitige Phase kann für viele Unternehmen eine Art Selbstentwicklungs-Beschleuniger sein. Wenn es also möglich ist, sollten Unternehmen jetzt Neuerungen durchsetzen und in diese Richtung etwas wagen.

 

Gerade in der jetzigen Situation haben viele Mittelständler ein Liquiditätsproblem. In solchen Zeiten schein Nachhaltigkeit ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Welche Kosten kommen auf Unternehmer zu, wenn sie ihr Unternehmen nachhaltiger gestalten möchten?

Viele Unternehmer und Unternehmerinnen stehen in der Tat vor diesem Problem. Jedoch ist Nachhaltigkeit kein Luxusgut, dass auch in dieser Situation durchaus umsetzbar ist. Vielleicht liegt in der Tat nicht bei allen Unternehmen die Priorität in diesem Gebiet, sollte trotzdem eine nachhaltige Entwicklung im Vordergrund stehen. Denn hier haben wir keinen binären Zustand wie „vollständig nachhaltig“ oder „nicht nachhaltig“, sondern es ist ein Prozess, den ein Unternehmen durchleben muss. Natürlich muss man diesen Weg individuell zu betrachten, wie viel zusätzliche Arbeit hier zugemutet werden kann. Aber gerade in den ersten Schritten sind teilweise kostensparende Faktoren zu verzeichnen. Nachhaltigkeit umfasst neben der sozialen und ökologischen Komponente eben auch die ökonomische. In dieser Kombination verbessert sich langfristig, zum Beispiel auch die Resilienz gegenüber Störungen (wie Krisen) sind ebenfalls wichtige Bestandteile einer Nachhaltigkeitsstrategie. Diese drei Aspekte sollten im Idealfall in Harmonie leben, wobei natürlich teilweise der Fokus pro Komponente abschweifen kann.

 

Zuschauerfragen:

 

Wann können die Daten für die Webinare eingesehen werden bzw. wo kann sich angemeldet zu werden?

Alle Webinare des BVMW können unter www.bvmw.de/webinare erreicht werden. Die Webinare des Unternehmens Klimapatenschaft finden Sie unter  www.klimapatenschaft.de. Anmelden können Sie sich unter weiterbildung.klimapatenschaft.de.

 

Für wie wichtig empfinden Sie in diesem Zusammenhang, eine Zertifizierung des Umweltmanagements nach einer ISO 14001 und wie schätzen Sie den Umfang für ein kleineres mittelständisches, ISO 9001 zertifiziertes Unternehmen ein?

Die ISO Zertifizierung setzt voraus, dass mehrere Größen wie CO2 Verbrauch erfasst werden müssen. Ein zentrales Element jeder Strategie sollte sein, Messwerte zu erfassen und auszuwerten. Dies spiegelt die Zertifizierung nochmals wieder. Diese ist zwar nicht erforderlich, um nachhaltig zu handeln, kann jedoch trotzdem gute Hilfestellungen bieten, da sie dahingehen unterstützt, wichtige Prozesse im Unternehmen zu etablieren.

Ist Ihr Unternehmen bereits 9001 zertifiziert, ist der Aufwand für eine 14001 Zertifizierung erheblich minimiert, da Synergieeffekte auftreten. Es wurde bereits ein Unternehmenshandbuch erstellt, Prozesse wurden definiert. Dies kann für beide Zertifizierungen genutzt werden.

 

Inwieweit sehen Sie die Frage der Klimaneutralität nach Goldstandard, die ja oft über Aufforstungsprojekte realisiert werden, auch kritisch? Problem dabei ist, dass damit aktuelle CO2-Emissionen erst in den kommenden 30 Jahren wieder aus der Atmosphäre gebunden werden. Das ist für viele Kipppunkt im Klima Wandel und bereits zu spät.

Der Goldstandard ist ein Zertifizierer für Klimaschutzprojekte, auch von unabhängigen Projektierern. Neben dem Umweltaspekt wird auch der soziale Aspekt berücksichtigt. Meiner Meinung nach, sollte das Kompensieren als letzter Schritt verstanden werden, dem die reale Senkung von zum Beispiel CO2 Werten, vorangeht. Das Erstellen von Prozessen zur langfristigen Vermeidung von Schadstoffen sollte im Fokus stehen. Nur die „nicht-reduzierbaren“ Emissionen sollten dann durch solche Projekte kompensiert werden.

Auch die Länge von 30 Jahren kann ein Problem darstellen. Die Projekte werden Vorfinanziert und werden auch über den Zeitraum finanziert. Das Projekt liegt dann eine Zeit still, um dann, zum Beispiel den Wert an CO2, zu binden.

Der Fokus sollte auf der Reduktion liegen, nicht auf der Kompensation. Jedoch sind auch die Kompensationen wichtig und nicht nur zu verurteilen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil und eine Neutralität zu erreichen.

 

Müssten wir nicht unser Essverhalten wirklich ändern, also weniger Fleisch, um tatsächlich etwas für unser Weltklima zu tun. Meat once a week in Unternehmen und Kantinen?

Grundsätzlich gebe ich hier recht. Wir müssen dringend etwas an unserem generellen Verhalten ändern, um eine nachhaltige Klimaneutralität anzustreben. Dazu gehört eine Verringerung der Emissionen in allen Bereiche. Fleisch hat einen sehr starken Einfluss auf die CO2- und Umweltbilanz. Es ist daher durchaus sinnvoll zu einer pflanzenbasierten Ernährung zu wechseln.

 

Was wäre für Sie ein sinnvoller Weg um einen ersten Schritt in Richtung Klimamanagement zu machen?

Ein erster „sinnvoller“ Weg wäre das Messen und Monitoren von CO2 Emissionen. Zuerst muss die „Ist-Situation“ festgestellt werden, um daraufhin ein Konzept erstellen zu können, welche Maßnahmen kurz-, mittel- und langfristig eingeführt werden. In einem letzten Schritt würde die Strategie der Reduktion verfolgt werden und/oder ein Kompensationsmodell.

 

Nachhaltigkeit ist langfristiges Thema und auch deswegen regelmäßig stiefmütterlich behandelt. Wie denken Sie dazu? Würde Nachhaltigkeit nicht automatisch wichtiger, bzw. einen höheren Stellenwert erhalten, wenn die Zielsetzungen auch langfristiger wären?

Das Thema ist in der Tat nicht neu, baut jedoch langsam Druck auf. Maßnahmen und Anreize hätten jedoch schon viel früher getroffen werden können. Meiner Meinung nach, sind, zum Beispiel das Ziel „Klimaneutral bis 2050“, bereits sehr langfristig gedacht. Oft können jedoch auch kurzfristige-ambitionierte Ziele eine höhere Effizienz haben. Langfristige Ziele geraten gern in Vergessenheit und schieben die Problematik und (vor allem) deren Lösung eher in die Zukunft. Auch bei Verfehlung können kurzfristige Maßnahmen trotzdem eine höhere Signifikanz haben, als langfristige, welche erst in geraumer Zeit erfüllt werden.

 

Gibt es einen Standard für eine CO2 Bilanz?

Ja, es gibt eine Richtlinie. Wir als Unternehmen bilanzieren immer nach dem Greenhouse-Gas-Protocol. Dieser ist weltweit am häufigsten vertreten. Es wird innerhalb dieses Standards noch zwischen verschiedenen Scopes (eins bis drei) unterschieden. Vorteil diesen Standards ist eine individuelle Anpassung an die Unternehmen. ISO Richtlinien sind hier international nicht so angesehen und sind daher als Vergleichswert eher ungeeignet.

Weitere Infos hierzu in den Webinaren der Klimapatenschaft.

 

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