Neuer Blick auf die Nachbarn

Bpifrance, eine öffentliche Investitionsbank für Unternehmen in Frankreich, will mehr deutsche Unternehmen ermutigen, in Frankreich zu investieren. Denn noch herrscht ein Ungleichgewicht bei den Investitionen.

Das Ifo Marktforschungsinstitut hat dazu unlängst eine Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung und Bpifrance durchgeführt. So investierten beispielweise im Jahr 2018 französische Unternehmen 16 Milliarden Euro in Deutschland – aber deutsche Unternehmen nur 12 Milliarden in Frankreich. In Deutschland gibt es mehr als doppelt so viele kleine und mittlere Unternehmen als in Frankreich.

Allgemeine Wertschätzung

Von den befragten Franzosen haben 68 Prozent ein allgemein gutes Bild von Deutschland, im Vergleich zu 73 Prozent der Deutschen von Frankreich. Laut Nicolas Dufourq, Direktor von Bpifrance, müssen sich beide aber erst noch besser kennen lernen, um im Nachbarland zu investieren. Die Umfrage zeigt, dass 40 Prozent der Deutschen das Gefühl haben, ihre französischen Nachbarn ziemlich gut zu kennen, aber nur 28 Prozent der Franzosen glauben das Gleiche von den deutschen Nachbarn.

Sprachbarriere

Warum investiert Deutschland also weniger in Frankreich? Laut Studie sind die Hauptkriterien die Sprachbarriere und der Mangel an Marktinformationen. Jedoch ist Frankreich ein wettbewerbsfähiger Markt mit qualifizierten Arbeitskräften, die Arbeitskosten und die Spanne der direkten Kosten sind in beiden Ländern gleich, und das Produktivitätsergebnis in Frankreich ist sogar stärker.

Gemeinsam in die Zukunft

Dies ist nicht nur eine kulturelle Herausforderung, sondern auch eine Herausforderung für die gemeinsame Zukunft der Europäischen Union. Die beiden Länder sind unersetzliche treibende Kräfte hinter dieser Wirtschaftsunion und bleiben vor allem privilegierte Partner. Deshalb wurde in dieser Kontinuität Anfang 2019 der Vertrag von Aachen unterzeichnet, der grenzüberschreitende Projekte stärkt und fördert.

Gut zu wissen

Eine weitere Studie, die von der Kantar-Forschungsgruppe (weltweit führend in Daten und Studien) unter 862 Direktoren und Leitern ausländischer Unternehmen Ende 2019 geführt worden ist, zeigt interessante Ergebnisse der deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen:

 

  • 84 Prozent der befragten Unternehmen bewerten das rechtliche und steuerliche Geschäftsumfeld in Frankreich als stabil

  • 82 Prozent der ausländischen Unternehmen, die in Frankreich niedergelassen sind, ziehen aus ihren Investitionen eine positive Bilanz

  • Le Mittelstand BVMW begleitet als deutsch-frankophones Unternehmernetzwerk Unternehmen in Deutschland und aus den frankophonen Ländern beim Eintritt in den jeweiligen Zielmarkt und bietet als starker Partner und Türöffner eine Plattform für das Knüpfen von Geschäftskontakten.

 

Mehr Informationen unter www.le-mittelstand.bvmw.de

 

Fanny Czajkowski
Projektmanagerin Le Mittelstand BVMW

fanny.czajkowski@bvmw.de

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