Ohoven: Die rot-schwarze Ausbildungsprämie ist realitätsfremd

Das Bundeskabinett hat neue Hilfen zur Sicherung von Ausbildungsplätzen, die sogenannte Ausbildungsprämie, beschlossen – vor diesem Hintergrund fordert der Mittelstand einen Ausbildungsbonus für Ausbildungsbetriebe.

Berlin – Zum Beschluss des Bundeskabinetts zur Ausbildungsprämie erklärt Mittelstandspräsident Mario Ohoven: „Der Mittelstand braucht einen Ausbildungsbonus für Ausbildungsbetriebe. Viel gerechter als die Ausbildungsprämie wäre es, wenn ausbildende Betriebe einen spürbaren steuerlichen Ausbildungsbonus erhalten würden.  

Junge Menschen benötigen gerade jetzt eine Ausbildungsperspektive. Deswegen ist es richtig, dass die Bundesregierung sich Gedanken über eine Förderung der mittelständischen Betriebe macht, die in der Coronakrise weiterhin ausbilden und sogar noch zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen.   Die Kabinettsvorlage zu einer Ausbildungsprämie muss aber von Bürokraten geschrieben worden sein, die keinerlei praktische Erfahrung mit Ausbildung haben. Zu glauben, dass ein Mittelständler in einer existentiellen Krise sich fast vollkommen nackt machen muss, um eine Prämie von höchstens 3000 Euro im Jahr zu bekommen, ist realitätsfremd. Ein Mittelständler soll nachweisen, dass er „in erheblichem Umfang“ von der Krise betroffen ist, die Anzahl der Auszubildenden im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre nicht verringert hat, wenigstens einen Monat Kurzarbeit hatte, und der Umsatz in den Monaten April und Mai um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen ist.   Damit ist das Scheitern dieses Prämienmonsters programmiert. Die rot-schwarze Ausbildungsprämie ist sicherlich gut gemeint. Aber bekanntlich ist gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht.“  

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Copyright: istockphoto von monkeybusinessimages

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