Klima schützen – und sparen

Auch im Kleinen lassen sich unmweltschonende Investitionen langfristig in Ersparnisse umwandeln. Einige steuerliche Neuregelungen machen es möglich.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit verursachen erst einmal Kosten. Die geplante CO2 -Steuer etwa soll bepreisen, was dem Klima schadet. Unternehmen, die umweltschädliches Wirtschaften vermeiden, vermeiden damit Kosten, sparen aber keine. Doch die Politik straft nicht nur, sondern schafft auch Anreize. Seit Januar 2020 sind steuerliche Regelungen in Kraft, die Kleinunternehmern ermöglichen, an der einen oder anderen Steuerschraube zu drehen. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte, die Produkte und Dienstleistungen effizient und nachhaltig gestalten, gefördert.

Mobilität steht im Steuerfokus

Wer etwa für den Lieferverkehr auf Elektromobilität setzt oder den Fuhrpark entsprechend organisiert, kann langfristig Geld sparen. Für 2020 führte der Gesetzgeber eine neue Sonderabschreibung für rein elektrische Lieferfahrzeuge ein. Für neue Elektrolieferfahrzeuge kann zusätzlich zur allgemeinen AfA eine Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten vorgenommen werden. Auch für Handwerker und Gewerbetreibende, die ein elektrisches Lastenfahrrad einsetzen, gilt diese Sonderabschreibung. Investitionen in Elektromobilität lassen sich so schneller in Steuerersparnisse verwandeln. Die Förderung gilt bis 2030.
Rückwirkend ab Anfang 2019 gilt für auch für Selbstständige eine neue Sonderregelung. Wer ein neues emissionsfreies Elektroauto mit maximal 40.000 Euro Listenpreis als Firmenwagen auch privat nutzt, muss nicht mehr monatlich ein Prozent des Listenpreises – wie bei konventionell betriebenen Fahrzeugen – als geldwerten Vorteil versteuern, sondern nur noch den Satz von 0,25 Prozent.
Auch Kleinunternehmer, die in ein Hybridfahrzeug investieren, das sie auch privat nutzen, können sparen. Seit dem 1. Januar 2019 müssen für Fahrzeuge mit Emissionswerten bis maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer oder einer Reichweite von 40 Kilometer nur noch 0,5 Prozent des Listenpreises monatlich versteuert werden. Diese Halbierung der Bemessungsgrundlage gilt ebenfalls bis 2030.

Forschung zur Nachhaltigkeit wird gefördert

Mittelständler, die in forschungsintensiven Branchen tätig sind, sollten einen Blick auf ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werfen: „KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz“ verfolgt das Ziel, das Innovationspotenzial kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich Spitzenforschung zu stärken sowie die Forschungsförderung insbesondere für erstantragstellende KMU attraktiver zu gestalten. Das BMBF möchte innovative KMU im Bereich Umwelttechnologien und -dienstleistungen unterstützen, indem teure risikoreiche Forschungsprojekte gefördert werden, die Unternehmen alleine nicht stemmen könnten. Dazu gehören Rohstoffeffizienz (ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft und Verbesserung der Rohstoffproduktivität durch Optimierung von Wertschöpfungsketten), Energieeffizienz und Klimaschutz (treibhausgasmindernde Technologien sowie Dienstleistungen und Produkte zum Klimaschutz), nachhaltiges Wassermanagement (Trinkwassergewinnung und Wasseraufbereitung sowie -einsparung, Bewässerungstechnologien etc.) und nachhaltiges Flächenmanagement (Verbesserung von Bodenfunktionen, Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und Flächenrecycling).

Mehr Informationen unter: https://www.bmbf.de/foerderungen/

 

Bernd Ratmeyer
Journalist

mittelstand@bvmw.de

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