Handelskriege kennen nur Verlierer!

Der Mittelstand.BVMW Bundesgeschäftsführer Markus Jerger zur US-Präsidentenwahl:

„Infolge der äußerst schwierigen Wirtschaftslage in Deutschland, Europa, den USA und gleichzeitigem Erstarken Chinas droht nachhaltiger Schaden für unsere Wohlstands- und Wertegemeinschaft. Es ist daher allerhöchste Zeit, Gräben nicht nur in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu überwinden, sondern auch in elementaren Wirtschaftsfragen wieder an einem Strang zu ziehen.

Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie umgehend ein solches Signal nach Brüssel und Washington sendet. Wir, der deutsche Mittelstand, sind bereit, unseren Beitrag für einen Wiederaufstieg aus der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu leisten. Gern nehmen wir unsere Rolle als transatlantischer Brückenbauer an. Die USA waren und sind wichtige Geschäftsfreunde. Wir hoffen, dass wir zusammen mit US-Präsident Joe Biden wieder an einem „Together first“ arbeiten können, um die Weltwirtschaft gemeinsam mit Kraft und Erfolg zu füllen.

Schon jetzt sind über 5.400 deutsche Unternehmen auf dem US-Markt und umgekehrt rund 2.700 amerikanische Unternehmen in Deutschland vertreten. Die USA waren 2019 größter Abnehmer deutscher Exporte im Wert von rund 119 Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen sind mit knapp 773.000 Arbeitsplätzen der viertgrößte ausländische Arbeitgeber in den USA. Sowohl bei uns als auch in den USA bilden Klein- und Mittelbetriebe das Rückgrat der Wirtschaft. Deshalb wäre es unverantwortlich, einfach nur abzuwarten, welchen wirtschaftspolitischen Kurs Washington in Zukunft fährt.  

Denn auch nach der Präsidentenwahl ist mit Spannungen in den transatlantischen Handelsbeziehungen zu rechnen. Allein schon deswegen, weil wir seit 40 Jahren mehr in die USA exportieren, als umgekehrt von dort importieren. Vor Corona lag das Handelsbilanzdefizit bei knapp 50 Milliarden Euro im Jahr 2019. Es schwelen weitere Konflikte, etwa bei der Höhe des Verteidigungshaushaltes. Außerdem kann der US-Präsident qua Amt nicht nur gegen Länder, sondern auch gegen einzelne Unternehmen vorgehen, wenn es um die Wahrung amerikanischer Interessen geht. Das erleben wir gerade bei Nord Stream 2. Es bleibt zu hoffen, dass sich in Washington die Erkenntnis (wieder) durchsetzt, dass Handelskriege nur Verlierer kennen.“

 

Copyright: Photo by Luke Michael on Unsplash

Heute schon wissen, was den Mittelstand morgen bewegt.


Jetzt Newsletter abonnieren!

Alle Newsletter