Fünf gute Gründe, warum 2020 doch nicht so schlecht war…

2020 wird uns als das Corona Jahr in Erinnerung bleiben. Für einige Menschen hat es viel, für andere alles verändert. Im Blick zurück nach vorn schauen wir auf fünf gute Gründe, warum 2020 uns doch weitergebracht hat.  

Was jahrelang nicht vorwärts ging, dauert plötzlich nur wenige Wochen

Bei vielen zukunftsorientierten Großprojekten, die Jahrelang von Politik und Wirtschaft nur zögerlich vorangetrieben wurden, sehen wir plötzlich konkrete Umsetzungen. Aus einer jahrelangen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen wurde in wenigen Wochen ein bundesweites neues Konzept des Homeschooling mit sichtbaren Ergebnissen. Im Gesundheitsbereich sind wir quasi über Nacht mit „der Gesundheits-App auf Rezept“ weltweit Vorreiter. Ein Großteil der Mitarbeiter von Unternehmen und Organisationen jeglicher Größe hat seit diesem Jahr die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten. Homeoffice ist ab sofort selbst für hartgesottene Skeptiker das Mittel der Wahl zum flexiblen Arbeiten. Die Freizeitgestaltung verschob sich in die eigenen vier Wände, nach draußen oder ins Internet. Das Online-Shopping feierte teilweise Zuwachsraten im dreistelligen Bereich und nicht zuletzt erlebte das Fahrrad-Fahren einen nie gesehenen Boom.   

Steigende Hilfsbereitschaft und neues Miteinander

Das neue und durchaus besonnene Handeln bei 9 von 10 Bundesbürgern sowie das überwiegende Befolgen behördlicher Vorgaben zeugt von einer neuen Solidarität. Eine seit dem zweiten Weltkrieg nie dagewesene Einschränkung des öffentlichen und auch privaten Lebens ließ viele Menschen sich nicht nur auf sich selbst besinnen, sondern auch die Freude am Helfen neu entdecken. Das Kümmern um ältere Menschen, Infizierte und Erkrankte sowie um Risikogruppen durch solidarische Lebensmitteleinkäufe, kostenlose Konzerte oder Stundung von fälligen Zahlungen war so nicht zu erwarten gewesen. Durch die neue Empathie und starke Hilfsbereitschaft konnten wir alle täglich erleben, wie sich mit der Krise der Blick für eine solidarische Gemeinschaft deutlich erweitert hat.

Die Konzentration auf das Wesentliche

Viele Menschen erleben ein neues Normal und lernen, sich neu ein- und auszurichten. Das, was wirklich wichtig ist, hat sich verschoben. Im Zentrum stehen jetzt das eigene Wohlbefinden, die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen und die Familie. Der neue Minimalismus ist eine ganz eigene Entwicklung der Pandemie und vieler Wochen partiellem oder umfassendem Lockdown. Anschaffungen – selbst größere oder lang geplante – werden zurückgestellt oder plötzlich als nicht mehr notwendig erachtet. Wir geben uns eher mit dem zufrieden, was wir bereits haben oder versuchen, uns bewusst einzuschränken und auf eher unnötige Ausgaben zu verzichten. Hinzu kommt für viele eine Entschleunigung des Alltags – selten zuvor wurde dem Balkon, dem Bücherregal, der lange nicht angefassten Tee- und Gewürzmischung oder auch der Staubansammlung in vergessenen Ecken eine ganz neue Beachtung geschenkt.

Die Umwelt atmet auf

Weltweit, aber insbesondere über Mitteleuropa und auch den USA wurden seit dem ersten Lockdown im Frühjahr deutlich weniger Belastungspartikel in der Luft gemessen als zuvor. Einer Satellitenauswertung zufolge ist die Schadstoffbelastung aufgrund von Ausstößen der Industrie und des Straßenverkehrs durch die Corona Krise merklich zurückgegangen. Dazu dürfte insbesondere der zeitweise um 90% zurückgegangene Flug- sowie touristische Schiffsverkehr beigetragen haben. Wer früher für ein geschäftliches Meeting schnell in den Flieger stieg, greift heute zu Headset und Webkamera. Experten gehen davon aus, dass sich insbesondere im geschäftlichen Sektor der Reisebetrieb auch langfristig deutlich unter dem Vor-Corona Level einpendeln wird.  

Neue Wertschätzung für systemrelevante Berufe

Deutlich besser Arbeitsbedingungen und eine akzeptable Bezahlung für systemrelevante Berufe – was jahrzehntelang diskutiert wird, kann endlich Realität werden. Die Mehrheit der Menschen ist sich erst jetzt bewusst geworden, wo wir stehen würden, gäbe es keine Kranken- und Altenpfleger, Ärzte, U-Bahn Fahrer, Supermarkt- Verkäufer oder Leiharbeiter in der Fleischindustrie. Der unverzichtbare  Beitrag dieser Berufsgruppen wurde erst in der Hochphase der Pandemie deutlich sichtbar, und was wirklich systemrelevant ist und was nicht, wurde erst hier offensichtlich. Die Hierarchiegläubigkeit hat sich verschoben, wurde bis vor Kurzem noch auf sogenannte niedere Berufe hinuntergeblickt, erscheinen diese nun mit einer völlig neuen Wertigkeit.

 

Copyright: Julian Hochgesang von unsplash

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