Wohnungsbauprojekt bekommt Grundstück in Berlin

Die erste Mitarbeiterwohnungsbaugenossenschaft „Job & Wohnen“ Berlin eG hat sich beim Senat von Berlin um ein landeseigenes Grundstück zur Errichtung einer Wohnanlage mit rund 150 Mitarbeiterwohnungen beworben – mit Erfolg.

Im Wege der Direktvergabe wurde der Genossenschaft jetzt ein 8.500 Quadratmeter großes Baugrundstück im Ortsteil Berlin-Spandau zugewiesen. Nun steht der Abschluss des Erbbaurechtsvertrages, des GU-Vertrages für die Bebauung sowie der Fördermittel- und Darlehensverträge unmittelbar bevor.
Die Architektur für die ökologischen und energieeffizienten Wohnhöfe Havelschanze stammt von Eva Dedering (dgk architekten GmbH, Berlin). Es werden etwa 150 Wohnungen und eine Kindertagesstätte sowie ein Nachbarschaftscafé, Coworking Space und zahlreiche Gemeinschaftsflächen (zum Beispiel Fahrradhaus mit Werkstatt, Waschhaus und Veranstaltungsräume) entstehen.

Job & Wohnen – so funktioniert‘s

An das Konzept des früheren Werkwohnungsbaus anknüpfend entstand die Idee, durch Gründung einer Genossenschaft mit vereinten Kräften das zu schaffen, was früher nur großen Unternehmen möglich war: die Errichtung einer Mitarbeiterwohnanlage zu Selbstkosten auf einem städtischen Grundstück in serieller Bauweise ohne Inanspruchnahme eines
Bauträgers. Die Genossenschaft beschäftigt selbst kein Personal, sondern wird durch eine Servicegesellschaft betreut, die gemeinsam mit den Architekten (dgk) und den Juristen
(DSC Legal, Berlin) die Projektentwicklungsphase sowie den anschließenden Betrieb der Wohnanlage als Eigentümervertreter begleitet.
Jedes Mitglied der Genossenschaft zeichnet diejenige Anzahl von Geschäftsanteilen, die für die Belegung der gewünschten Mitarbeiterwohnungen notwendig sind (beispielsweise
zwei Anteile von je 250 Euro für eine Einzimmerwohnung von 34 Quadratmetern) und wird in eine Warteliste eingetragen. Mit Beendigung eines Arbeitsverhältnisses
kann auch das Werkmietverhältnis mit dem ausscheidenden Mitarbeiter in aller Regel beendet werden, wenn die Wohnung für einen neuen Mitarbeiter benötigt wird.


Erschwinglicher Wohnraum

Die durchschnittlichen Gesamtherstellungskosten der Wohnanlage werden bei knapp unter 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen. Jedes Mitglied wird 20 Prozentder Gesamtherstellungskosten der jeweils gewünschten Wohnungen als eigenkapitalersetzendes Nachrangdarlehen (zum Beispiel rund 15.000 Euro für eine Einzimmerwohnung) zur Verfügung stellen, das mit 0,25 Prozent pro Jahr verzinst und ab dem zweiten Jahr nach Fertigstellung mit einem Prozent pro Jahr zurückzuzahlen sein wird. Im Übrigen sollen öffentliche Fördermittel und Bankdarlehen zur Finanzierung der Wohnanlage in Anspruch genommen werden.
Es wird circa 2.000 Quadratmeter sozial geförderte Wohnungen geben, die an Bezieher kleinerer Einkommen für 6,50 Euro pro Quadratmeter (kalt) vermietet werden. Die restlichen Wohnungen werden – je nach Größe – ab circa 9,25 Euro (kalt) vermietet.

 

Gut zu wissen
Interessierte BVMW-Mitglieder sollten sich schnell entscheiden, da Ende 2020 über die finale Verteilung entschieden wird. Neben dem Pilotprojekt in Berlin Spandau sind zahlreiche weitere Job & Wohnen-Projekte in nahezu allen Bundesländern geplant.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Peter Diedrich: diedrich@dsc-legal.com, Tel. 030 88929440

 

Dr. Peter Diedrich
Rechtsanwalt und Notar
DSC Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Vorsitzender der BVMW Kommission Recht
Mitglied im Bundeswirtschaftssenat
www.dsc-legal.com

Heute schon wissen, was den Mittelstand morgen bewegt.


Jetzt Newsletter abonnieren!

Alle Newsletter