Was ist bei der Finanzkommunikation in der Coronakrise wichtig?

Die Corona-Pandemie hat den Geschäftserfolg und die Aussichten vieler Unternehmen grundlegend verändert. Eine qualifizierte Finanzkommunikation gewinnt mehr denn je an Bedeutung, um Finanzierungs- und Geschäftspartnern Sicherheit zu geben.

Die Corona-Pandemie hat den Geschäftserfolg und die Aussichten vieler Unternehmen grundlegend verändert. Der Jahresabschluss für 2019 ist für die Kreditmanagements der Banken, Lieferanten und Kreditversicherer wie auch für Wirtschaftsauskunfteien und jegliche Shareholder längst nicht mehr aussagekräftig. Daher gewinnt eine qualifizierte Finanzkommunikation mehr denn je an Bedeutung, um Finanzierungs- und Geschäftspartnern Sicherheit zu geben.

Ratingdurchführende kommunizieren häufig, dass es sich positiv auf Rating und Bonitätsbewertung auswirkt, wenn Unternehmen mehr Daten preisgeben als sie müssten. Ganz so pauschal sollte das erfahrungsgemäß jedoch nicht behauptet werden. Es sollte definitiv nicht um das wahllose Transparentmachen von Informationen wie Bilanzdaten, Kennzahlen, Strategien etc. gehen. Vielmehr gilt es, die Daten und Informationen qualifiziert aufzubereiten und dabei die Sicht des außen stehenden Ratingdurchführenden durch die „Risikobrille“ anzunehmen:

 

  • Prüfen Sie, wie aussagekräftig Ihre BWAs tatsächlich sind und was darin für Außenstehende ein Risikofaktor sein könnte. Sind beispielsweise auch unterjährig Abgrenzungen und Abschreibungen gebucht oder passiert das nur mit Jahresabschlusserstellung und kann somit am Ende das Ergebnis komplett verändern?
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Bilanzen und die Veröffentlichungen im Bundesanzeiger einen optimalen Transparenzgrad haben. Denn Wirtschaftsauskunfteien wie auch Lieferanten und andere Geschäftspartner bedienen sich im Bundesanzeiger der Bilanzdaten zur Bonitätsbewertung. Und hier wirken sich die gesetzlichen Mindestvorschriften nicht selten negativ aus. Ein Beispiel: Die Fristigkeit von Verbindlichkeiten.
  • Erklären Sie Positionen, die aufgrund handelsrechtlich vorgeschriebener Buchungstechniken vielleicht Ihr Ergebnis verschlechtern, obwohl die Bilanzpositionen nicht per se risikobehaftet sein müssen. Überlassen Sie das nicht dem Empfänger. Ein Beispiel: Unfertige Leistungen und Erhaltene Anzahlungen.
  • Planen Sie Bilanzkennzahlen auch ratingoptimierend. Denn die aus ihnen ermittelten Kennzahlen begleiten Sie rund zwölf Monate.
  • Und auch die „Bitte um Selbstauskunft“ von Wirtschaftsauskunfteien, die so ziemlich jedes Unternehmen kennt, bietet DIE Chance, die Bonitätsbewertung optimal mitzugestalten. Sie sollte daher keinesfalls unbeantwortet im „Schredder“ landen. Nutzen Sie aber vorab Ihr Recht zu wissen, was Ihre Geschäftspartner von den einschlägigsten Wirtschaftsauskunfteien über Ihr Unternehmen erfahren und fordern Sie dafür regelmäßig Selbstauskünfte an. Hier zeigen sich aufgrund nicht aktueller und falscher Daten häufig Überraschungen. Und: Ziehen Sie die Unternehmer- und Managementpersonen hinzu. Auch ihre Bonitätsbewertungen können bei schlechter Qualität ein schlechteres Unternehmensrating bedeuten.

 

 

Fazit: Weniger ist nicht unbedingt mehr, aber auf die Qualität der Daten UND ihre qualifizierte Aufbereitung kommt es an. Ziehen Sie gegebenenfalls qualifizierte Beratung hinzu. Der Steuerberater erstellt die Bilanzen und BWAs und kann dabei auch ein Ratingberater sein, muss es aber nicht. In vielen Fällen wird sich ein spezialisierter, erfahrener Ratingberater mehr auszahlen.

 

Kristina Borrmann

Geschäftsführende Inhaberin SOLVENZNAVIGATION Kristina Borrmann

https://solvenznavigation.com/

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