Von Einhörnern und Coworking Spaces

Das schnell wachsende Berliner Unternehmen Unicorn vermietet Büros auf Zeit mit flexiblen Mietverträgen. Auch der Mittelstand entdeckt die Vorteile der Coworking Spaces – Orte, an denen sich Unternehmen entwickeln und wachsen können.

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© Unicorn Work Space

„Jetzt bin ich beruhigt, nachdem ich verstanden habe, was Sie in meiner Nachbarschaft machen“, bedankt sich die 75-jährige gut gekleidete Dame auf der Einweihungsfeier des 13. Unicorn Work Space in Berlin. Auch das gehört dazu. Bei jeder Einweihungsfeier lädt Unicorn die Nachbarn ein, erläutert Marketingleiter Benjamin Nick. Angefangen hat alles erst 2015 in Berlin mit einem Coworking-Campus für Startups. Heute bietet Unicorn in Berlin, Hamburg, Köln, München, Potsdam und Lissabon insgesamt 19 Standorte für flexible Teambüros in allen Größen, und mittlerweile stehen besonders mittelständische Firmen im Fokus des Unternehmens.

Ein Schreibtisch für 300 Euro

„Wir wollten nie eine Kopie der großen amerikanischen Coworking-Unternehmen sein“, so Nick. „Unsere Mieter meiden Glaskästen und mögen es auch nicht, wenn ihnen Fremde über die Schulter auf den Laptop schauen können.“ Deshalb geschlossene Büros. Ein Steuerberater hat beispielsweise ein Büro mit sechs Schreibtischen gemietet. Ein Schreibtisch kostet monatlich 300 Euro inklusive Drucker, Papier, Strom, Reinigung, Hausmeister, Internet mit höchstem IT-Standard. An jedem Standort arbeitet ein ausgebildeter Barista, der den Mietern kostenlos Kaffeespezialitäten und Obst anbietet. Und er bringt die Post und holt sie ab. Schlüssel sucht man bei Unicorn vergeblich. Die eigens entwickelte App ist die Eintrittskarte für die Büros. Darüber hinaus können auch Besprechungsräume oder abschließbare Rollcontainer für fünf Euro dazu gemietet werden – und das alles rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag.

Soziale Verantwortung

Das Unternehmen legt Wert auf gesellschaftliche Verantwortung, möchte umweltbewusst und sozial handeln. Man achtet auf Müllvermeidung, die Energieversorgung läuft über Ökostrom, die Mietverträge sind monatlich kündbar, und Stipendiaten aus den Bereichen Nachhaltigkeit können beispielsweise einen Schreibtisch bis zu drei Monaten kostenlos mieten.

Flexibel in die Zukunft

„Wir sind wie ein kleiner Familienbetrieb. Mein Vater arbeitet als Hausmeister, und von allen Gesch.ftsführern helfen auch Freunde und Verwandte mit“, erläutert Florian Kosak, der Kopf von Unicorn, den Community-Gedanken. „Gemeinsam haben wir auch ein funktionierendes Corona-Konzept entwickelt.“ Unicorn ist stolz darauf, das Organisationsteam der Special Olympics World Games zu hosten, die weltweit größte Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung, die 2023 in Berlin stattfinden wird. Zurzeit sind 30 Schreibtische vermietet, bis 2023 steigert sich das auf 180, nach den Spielen werden die Büros dann nicht mehr gebraucht. Zwei weitere Unicorn-Standorte sind im Bau. „Ziel ist, in jeder größeren Stadt in Deutschland einen Work Space anzubieten“, betont Kosak.

 

Herbert Beinlich
BVMW Leiter Kreisverband
Berlin-Brandenburg Süd
herbert.beinlich@bvmw.de

Visitenkarte

Unicorn Work Space
Gründung: 2015
Firmensitz: Berlin
Geschäftsführer: Florian Kosak
Mitarbeiter: 63
BVMW-Mitglied
www.unicorn.de

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