Mittelstand in Not – Hoffnung in Sicht

Liebe Unternehmerinnen und liebe Unternehmer, seit nahezu einem Jahr hält die Corona-Pandemie Deutschland im Würgegriff. Unter den Folgen leiden nicht nur die Menschen, auch die Wirtschaft ist schwer getroffen.

markus jerger
Markus Jerger, BVMW Bundesgeschäftsführer

Die Politik nimmt in diesem Drama eine ambivalente Rolle ein. Einerseits wurden milliardenschwere Hilfsprogramme aufgelegt, um notleidenden Unternehmen das Überleben zu sichern und das Sterben ganzer Branchen zu verhindern. Das verdient Anerkennung, keine Frage.

Auf der anderen Seite haben die politisch Verantwortlichen bis zum heutigen Tage weder ein konsistentes Konzept zur Bewältigung der Krise noch eine evidenzbasierte Pandemie-Bekämpfung vorgelegt. Dazu gehört auch und vor allem eine Exitstrategie, ein klarer Fahrplan, ab welchen Inzidenzwerten welche Lockerungen des öffentlichen Lebens vorgenommen werden. Unternehmen brauchen schon heute einen höheren Grad an Planungssicherheit für ihre Investitionen. Unternehmen sind keine Glühbirnen, die man nach Belieben ein- und ausschalten kann. Allein schon deswegen verbieten sich alle Forderungen nach einem totalen Lockdown.

Ihre Defizite versuchen einzelne Akteure in Bund und Ländern durch planlosen Aktionismus wettzumachen. So ähneln die Sitzungen des „Corona-Kabinetts“ streckenweise einem Wettbewerb, wer Betrieben und Bürgern die härtesten Einschränkungen auferlegt. Mit absurden Folgen: Geschäfte und Gaststätten, die nachweislich alle Hygieneauflagen erfüllen, müssen geschlossen bleiben. Gleichzeitig drängen sich Fluggäste beim Check-in dicht an dicht.

Die Bundesregierung hat zu Beginn der Krise schnelle, solidarische und unbürokratische Unterstützung zugesagt. Dies erweist sich heute für viele Unternehmerinnen und Unternehmer als leeres Versprechen. Die Corona-Gelder sind in der Breite des Mittelstands immer noch nicht angekommen. Dass November-Hilfen im Januar ausgezahlt werden, sagt alles. Ein Ertrinkender braucht sofort Hilfe. Die Zusage, es läge für ihn ein Rettungsring bereit, hält ihn nicht über Wasser. Die Bundesregierung muss handeln, und zwar jetzt. Ein erster Schritt ist die Vereinfachung der Corona-Hilfsprogramme. Vorauszahlungen von Steuern und Sozialabgaben sollten zinslos gestundet werden, bis die Pandemie überwunden ist. Mit zinslosen KfW-Darlehen könnten die Unternehmen ihre Liquidität sichern. Zusätzlich sollten aktuelle Verluste mit versteuerten Gewinnen der letzten drei, besser fünf Jahre verrechnet werden können.

Dazu bedarf es einer Kurskorrektur bei der Pandemie-Bekämpfung. Die Bundesregierung lässt sich bislang nur einseitig beraten. Virologen sind in einer Pandemie wichtige Ratgeber, ersetzen aber nicht ökonomischen Sachverstand. Dieses Ungleichgewicht erklärt vielleicht, warum die wöchentlichen Lockdown-Kosten von bis zu 10 Milliarden Euro stillschweigend akzeptiert werden.

Von der Bewältigung der Corona-Pandemie hängt die Zukunft Deutschlands ab. Umso eher sollte die Politik auf den Rat der stärksten Kraft der Wirtschaft hören – den Mittelstand. Mit dem Mittelstandsverband BVMW steht ihr ein konstruktiv-kritischer, verlässlicher Partner zur Seite. Gemeinsam gilt es zu verhindern, dass der Lockdown zum Knockdown für den Mittelstand wird.

Wir erheben weiter unsere Stimme laut und klar und zeigen tagtäglich der Politik die Schwachstellen und Stellschrauben auf. Das versprechen wir den Unternehmern, ihren Mitarbeitern und den Menschen dieses Landes. Denn nur TOGETHER FIRST schaffen wir es, Krisen zu überwinden.

Bleiben Sie gesund!

Herzlichst, Ihr
Markus Jerger

Heute schon wissen, was den Mittelstand morgen bewegt.


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