Corona-Hilfen zu bürokratisch

Ergebnisse einer Blitzumfrage unter den Mitgliedsunternehmen des BVMW weisen erneut darauf hin, dass die Antragstellung bei vielen Mittelständlern nach wie vor für Probleme sorgt und die Auszahlung als zu bürokratisch und kompliziert empfunden wird.

Aus Sicht des Mittelstandes sind die Corona-Hilfen dringend nachzujustieren. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen, dass die Corona-Hilfsprogramme zu bürokratisch sind und viele Dinge in der Praxis nicht so funktionieren, wie sie in der Theorie geplant wurden. Zudem gibt es nach wie vor große Unklarheiten und Verbesserungsbedarf beim Antragsverfahren, weshalb die politisch Verantwortlichen aufgefordert werden, verbindliche und rechtssichere Antworten zu geben und Anpassungen vorzunehmen.

Blitzumfrage zu den Überbrückungshilfen

Deutlich mehr als die Hälfte der befragten mittelständischen Unternehmen musste in Folge der Corona-Pandemie und einhergehender Einschränkungsmaßnahmen staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Mit einem Anteil von rund 71 Prozent bewertet die große Mehrheit dieser Antragstellenden die Beantragung und Auszahlung der Hilfsgelder als zu bürokratisch und kompliziert. Bei den Auszahlungen hat die Umfrage ergeben, dass es bei etwa der Hälfte der Befragten länger als vier Wochen gedauert hat, bis die beantragte Hilfe auch ausgezahlt wurde. Bei rund 24 Prozent länger als acht Wochen, und bei 27 Prozent der Befragten hat es sogar länger als zwölf Wochen gedauert, bis sie die Überbrückungsgelder erhalten haben. Das führt auch unweigerlich dazu, dass die Akzeptanz der Corona-Politik schwindet, und die Arbeit der Bundesregierung während der Corona-Pandemie mehrheitlich schlecht bewertet wird. Fast die Hälfte der Befragten beantwortete die Frage nach einer Bewertung der Corona-Politik mit schlecht oder gar sehr schlecht. Dazu kommt rund ein Drittel, welches die politischen Bemühungen lediglich als befriedigend einschätzt.

Forderungen zur Verbesserung des Antragsverfahrens

Die BVMW Kommission Steuern und Finanzen hat dazu konkrete Forderungen an Bundesminister Altmaier formuliert. Diese beziehen sich zum Teil auf Fragestellungen, die selbst für den prüfenden Dritten zu Unklarheiten führen. Beispiele sind das zeitlich richtige Ansetzen von Investitionen mit Digitalisierungsbezug sowie die Definition der „sonstigen Gründe“ zur Antragsberechtigung. Zum anderen zielen die Forderungen darauf ab, Schwachstellen aufzuzeigen und eine Verbesserung anzustreben. Dazu gehört unter anderem, dass nur eine Schlussabrechnung pro Kalenderjahr gefordert wird, und dass die Antragstellung verbundener Unternehmen realitätsnäher gestaltet werden muss. Die Bundesregierung ist gut beraten, den Mittelstand seiner Bedeutung entsprechend stärker und frühzeitig in die Arbeit des Corona-Kabinetts einzubinden. Der BVMW und seine Mitglieder stehen mit ihrer Expertise zur Verfügung.

 

Gut zu wissen  

■ Die bisherigen Überbrückungshilfen wurden im Rahmen einer dritten Phase erneut verlängert, der Förderzeitraum umfasst hierbei den November 2020 bis einschließlich Juni 2021  

■ Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020, die aufgrund der Corona-Pandemie einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent verbuchen. Unternehmen unterhalb dieser Grenze können seit dem 10. Februar Anträge stellen  

■ Die Umsatzgrenze von 750 Millionen Euro wurde gekippt, dies hilft großen Mittelständlern, die nun bis zu 1,5 Millionen Euro pro Monat an Unterstützung erhalten

http://bvmw.info/Corona-Hilfen

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