Motor des Aufschwungs

Welche Chancen bieten uns Forschung und Innovation in der Zukunft? Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, erläutert aktuelle Entwicklungen und die Relevanz von Innovationen.

Wir brauchen einen langen Atem, um die Pandemie und ihre Folgen zu überwinden. Dabei kommt uns zugute, dass Deutschland zu den führenden Innovationsnationen und attraktivsten Wissenschaftsstandorten der Welt gehört. Wir können auf die Forschung in den Unternehmen, aber auch in den vielen geförderten Wissenschaftseinrichtungen bauen. Das Paradebeispiel dafür ist das Unternehmen Biontech, das uns allen Hoffnung auf die Rückkehr in ein normales Leben gibt. Biontech ist in seiner Gründungsphase intensiv von meinem Haus gefördert worden. Mehr denn je wird deutlich: Kluge Innovationspolitik zahlt sich aus.

Innovation im Mittelstand

Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung wieder mit einem deutlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts. Es ist also höchste Zeit, sich auf die Zeit nach der Pandemie vorzubereiten und auch in Sachen Innovation durchzustarten. Wie innovativ wir jetzt sind, entscheidet darüber, wie gut wir aus der Krise kommen. Wir müssen Innovationen zum Motor des Aufschwungs machen. Das gilt insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaftskraft. Sie beschäftigen in Deutschland etwa 16 Millionen Menschen. Viele Mittelständler sind mit ihren Produkten Weltmarktführer. Sie haben das Potenzial, den Wandel zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft mitzugestalten. Wir brauchen ihre Ideen.

Internationale Herausforderungen

Denn die Welt befindet sich in einem rasanten Wandel, den die Pandemie zusätzlich beschleunigt. Nur wenn unsere Unternehmen auf Innovationen setzen, können wir international mithalten und wettbewerbsfähig bleiben. Europa darf bei der Entwicklung neuer Technologien nicht ins Hintertreffen geraten. Wir haben es selbst in der Hand, unsere technologische Souveränität in diesem Jahrzehnt spürbar auszubauen. Wir müssen selbst in der Lage sein, Schlüsseltechnologien herzustellen und weiterzuentwickeln. Das gilt für die Medikamentenherstellung genauso wie für Kommunikationssysteme wie 6G und OpenRAN. Und das gilt erst recht für die Digitalisierung, den Impulsgeber für Innovation. Digitale Plattformen, Künstliche Intelligenz und disruptive Technologien wie QuantenComputing oder Blockchain haben großes Potenzial. Auch darum bauen wir eine vernetzte, offene Dateninfrastruktur auf Basis der europäischen Werte.

Das andere große Thema unserer Zeit ist der Klimawandel. Wer wenn nicht wir hätte das Zeug dazu, in Zukunft klimafreundlicher zu wirtschaften. Wenn wir Europa gemeinsam bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen wollen, brauchen wir Innovationen, die den Klimaschutz und die nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Nur so schaffen wir ein modernes Deutschland. Dabei ist für mich der grüne Wasserstoff das zentrale Zukunftsprojekt: Ich bin überzeugt, dass Deutschland in der Wasserstoffwirtschaft weltweit führend sein kann.

Generationengerechtigkeit

Noch etwas ist mir wichtig: Wir dürfen nicht nur mantrahaft die Frage diskutieren, wie wir künftig leben wollen. Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit erreichen wir nur, wenn wir auch die Frage beantworten, wovon wir künftig leben. Dabei geht es um nichts weniger als die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Die Bundesregierung hat die Weichen gestellt: Mit der steuerlichen Forschungszulage haben wir zur richtigen Zeit das richtige Instrument auf den Weg gebracht. Für die Phase des Aufschwungs wird sie eine wichtige Stütze sein. Gerade die Forschungsaktivitäten von KMU wollen wir so stärken. Und mitten in der Krise haben wir ein kraftvolles Konjunktur- und Zukunftspaket beschlossen, das sich weltweit sehen lassen kann: 60 Milliarden Euro setzen wir für Bildung, Forschung und Innovation ein.

Innovationsland Deutschland

Das Ziel, im Jahr 2025 rund 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Innovation zu investieren, können wir schaffen. Die Wirtschaft hierzulande geht für das Jahr 2020 von einem nur moderaten Rückgang der Innovationsausgaben um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Das ist ein Ergebnis der Innovationserhebung, die das ZEW Mannheim kürzlich veröffentlicht hat. Die Studie zeigt aber auch, dass kleine und mittlere Unternehmen auf der Stelle treten. Damit dürfen wir uns nicht zufriedengeben. Wir wollen eine Wagniskultur fördern. Gerade junge Unternehmen und Startups können zu Wachstumsmotoren werden. Das ist mein Ziel: Ich möchte, dass die Zwanzigerjahre ein Jahrzehnt der Innovationen werden. Die Krise legt viele Kräfte frei. Sie ist auch eine Chance. Lassen Sie sie uns gemeinsam nutzen. Denn: Deutschland ist Innovationsland. Und wir wollen Innovationsland bleiben. Für ein Leben in Freiheit und Wohlstand.

 

Anja Karliczek

Mitglied des Deutschen Bundestages

Bundesministerin für Bildung und Forschung

http://bvmw.info/Bundesministerium_ Bildung_Forschung

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