Kreativ in Krisenzeiten

Die Corona-Pandemie hat unser bisheriges Leben auf den Kopf gestellt. Um sich an die neuen Bedingungen anzupassen, mussten und müssen Unternehmen kreativ und innovativ sein, ohne dass dabei andere Innovationsbereiche zu kurz kommen.

Weltweit war es DIE Innovation des Jahres 2020: der Impfstoff gegen das Corona-Virus, den ein mittelständisches Unternehmen in kürzester Zeit entwickelt hat. In der Krise hat der Mittelstand einmal mehr bewiesen, was in ihm steckt. Und eine Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim bestätigt: Innovative Unternehmen kommen besser durch Krisenzeiten als solche, die (zu) wenig in Innovation und Digitalisierung investieren. Auf der anderen Seite haben viele Betriebe aktuell keinen großen finanziellen Spielraum für Forschung und Entwicklung. Hier ist die Politik gefordert. Sie muss für (steuerliche) Rahmenbedingungen sorgen, die es den Unternehmen ermöglichen, in ihre Zukunft zu investieren. Denn die Neuerungen der vergangenen Monate, gerade im Bereich der Digitalisierung, werden unsere Arbeits- und Lebenswelt dauerhaft verändern.

Kreativität ist gefragt

Es sind mittelständische Unternehmen, die das Innovationstempo vorgeben. Betriebe müssen die vorgeschriebenen Hygieneregeln umsetzen, „Spuckschutzwände“ aus Plexiglas haben Hochkonjunktur. Neu entwickelte Luftreiniger sollen die schädlichen Aerosole aus der Luft filtern. Vielfach sind kreative Lösungen notwendig, um den Betrieb am Laufen zu halten – zum Beispiel durch die Umstellung der Produktion auf Gesichtsmasken. Die Krise zeigt, wie kreativ und flexibel Unternehmen agieren können. So etwas schafft nur der Mittelstand! Geschäfte bieten häufiger einen Click and Collect-Service an, also die Option, online Ware zu bestellen und dann vor Ort abzuholen. Für viele Unternehmen, gerade im Einzelhandel, sind solche Maßnahmen überlebenswichtig und zumindest eine Möglichkeit, während der Zwangsschließung wenigstens etwas in der Kasse zu haben. Denn für Tausende von Betrieben geht es um das blanke Überleben – die Zukunft unserer Wirtschaft steht auf dem Spiel!

Die Bedeutung von Innovationen

„Gerade in der Corona-Pandemie ist die Bedeutung von Innovationen noch einmal deutlicher geworden: Wissenschaft und Technologie helfen uns aus der Krise“, lobte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Wie wichtig Innovationen sind, haben unsere Mitgliedsunternehmen längst erkannt. Auf den folgenden Seiten stellen wir Best practice-Beispiele vor, die in der Coronakrise entstanden sind – vom kontaktlosen Fieber-Screening über Hochleistungsluftreiniger bis zu digitalen Events der Sonderklasse. Dazu kommen Innovationen, die unabhängig von der Pandemie entwickelt wurden. Sie alle zeigen: Der Mittelstand ist kreativ! So schaffen wir es durch die Krise.

Gut zu wissen

■ Laut dem Global Innovation Index 2020 ist Deutschland eines der weltweit führenden Länder bei Patenten

■ Die Innovationserhebung 2020 zeigt, dass für die Wirtschaft im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 mit einem Rückgang der Innovationsausgaben um 2,2 Prozent gerechnet wird

■ 62.105 Patentanmeldungen gab es 2020 beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA)

■ Die meisten Patentanmeldungen 2020 kamen dabei aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen

■ Der Börsenwert des innovationsgetriebenen US-Unternehmens Tesla ist 2020 auf knapp 669 Milliarden Dollar gestiegen – Volkswagen liegt bei 101 Milliarden Dollar

Markus Jerger

BVMW Bundesgeschäftsführer

mittelstand@bvmw.de

 

Foto: © Prostock-studio von www.stock.adobe.com

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