Erneuerung mit System

Ohne Innovationen kein unternehmerischer Erfolg. Doch was genau versteht man unter einer Innovation?

Die gängigsten Innovationsarten lassen sich in inkrementelle und disruptive Innovationen unterteilen. Im ersten Fall wird bei einem bestehenden Produkt eine Erweiterung oder Ver-besserung vorgenommen, es kommt eine neue Produktlinie hinzu, oder die Kosten werden spürbar reduziert. Die Produktbasis verändert sich nicht, das Risiko für ein Unternehmen ist sehr gering. Im Gegensatz dazu bringt eine disruptive Innovation, bei der es sich um eine neue Dienstleistung oder ein neues Produkt handelt, grundlegende Veränderungen für Unternehmen und den gesamten Markt mit sich, ist also eine radikale Systeminnovation. Diese Veränderungen bergen auf der einen Seite ein hohes Risiko für das initiierende Unternehmen, können allerdings bei Erfolg einen enormen Wachstumsschub bis hin zur Marktführerschaft erreichen. Ein Beispiel für eine weltweite disruptive Innovation ist der Umstieg vom analogen Fotoapparat zur Digitalkamera.

So entsteht Innovation

Erfolgreiche Innovationen im unternehmerischen Umfeld entstehen in der Regel in enger Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden. Ein erfolgversprechendes Innovationsmanagement legt daher stets einen Schwerpunkt auf kundenzentrierte interagierende Prozesse. Verschiedene Methoden und Tools wie die Lean-StartupMethode, das Businessmodell Canvas, Scrum oder auch Growth Hacking helfen dabei, den Innovationsprozess zu systematisieren. Dabei lenken sie kreative Ideen in eine erfolgversprechende Richtung und folgen stets einem vielstufigen Vorgehen, in dem Schritte wie Bedarfsanalysen, Technologieprognosen, Prototyp-Erstellung bis hin zur Geschäftsmodellanpassung eine Rolle spielen. Bei der Open Innovation wird der unternehmensinterne Innovationsprozess für die Außenwelt geöffnet und das Erfolgspotenzial durch gezielte externe Einflüsse gesteigert.

Ohne Management keine Innovation

Viele mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer haben erkannt, dass Innovationen und ihr systematisierendes Management eine der besten Absicherungen für die Zukunft ihres Unternehmens sind. Die Etablierung einer gelebten Innovationskultur – gekoppelt mit einem professionellen Innovationsmanagement – ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmensführung. Entscheidend ist nicht alleine, welche Ansätze und Methoden herangezogen werden, um Innovationen zu planen, zu leiten und eine Neuerung zu überführen, sondern auch die gezielte Förderung der Mitarbeiter, die Entwicklung kreativer Freiräume und nicht zuletzt der Abbau von Hemmnissen in den Köpfen der Belegschaft.

 

Gut zu wissen

■ Wir kennen drei Haupt-Innovationsarten: Produktinnovation, Prozessinnovation und Geschäftsmodellinnovation  

■ Das Kopieren von Innovationen birgt ein hohes Risiko, Patentanmeldungen können zwar davor schützen, es aber nicht ausschließen

Oliver Hickfang

BVMW Projektmanager, Marketing Automation

oliver.hickfang@bvmw.de

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