Not macht erfinderisch

Keine Branche ist durch die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 stärker betroffen als die Veranstaltungsbranche.

Foto: © panuwat von www.stock.adobe.com

Während Kontaktbeschränkungen und die Corona-Verordnungen in den zurückliegenden Monaten unterschiedlich gehandhabt wurden, gilt für die Veranstaltungswirtschaft
seit März 2020 der komplette Lockdown.

Erfreulich, dass sich viele Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft bisher als ebenso resilient wie kreativ gezeigt haben. Dabei hat jedes Unternehmen seinen ganz eigenen Innovationspfad beschritten. Und wer nun meint, die Innovationen lägen einzig im Digitalen, der irrt. Gerade die handwerklich orientierten Unternehmen stellen sich hoch innovativ dem Wandel. Sie nutzen ihre Talente für mobile Homeoffice-Lösungen, bauen Tiny Houses oder gehen sogar in die Entwicklung und Produktion von Hausbooten. Aber natürlich ist auch ein wesentlicher und der sichtbarste Teil der Innovationen die deutlich stärkere Betonung von digitalen, virtuellen und hybriden Veranstaltungen. Und diese Entwicklungen sind bemerkenswert, vor allem, da sie allen Beteiligten die Möglichkeit bieten, sich trotz geltender Beschränkungen zu treffen. Aber ist das wirkliche Innovation?

Neu – oder doch nicht?

Einige der heute eingesetzten Tools und Technologien sind neu. Die Formate jedoch sind altbekannte und vielfach erprobte Produkte der Veranstaltungsbranche. Neu ist natürlich, dass nun jedes Unternehmen unter der Verwendung meist kostenloser Tools vermeintlich zum Veranstalter und Broadcaster werden kann. Und abseits klar erkennbarer Tendenzen der Übersättigung und Digital-Müdigkeit ist das großartig. Aber auch hier steigen die Ansprüche, und die anfängliche Euphorie weicht zunehmender Kritik.

Mut und Kraft

In der einfachen Übertragung analoger Systeme ins Digitale liegt wenig Neues. Innovativ wird es erst, wenn Formate auch wirklich neu gedacht und gemacht werden. Und da ist die Luft derzeit schon sehr dünn. Denn echte Innovation erfordert zumindest Mut und auch einen gewissen Durchsetzungswillen. Momentan sind viele noch zu sehr in der alten Welt verhaftet. Trotz alledem: Es wird in Zukunft viele kreative Veranstaltungen mit neuen innovativen Lösungen geben.

Drei Schlagwörter für Innovatoren

Emotionalität, Zufälligkeit und Überraschung, das sind Begriffe aus der analogen Welt. Und ebenso sehr wie zwischen analog und digital kein versus stehen sollte, bleiben gewisse Grundbedürfnisse des Menschen auch im Digitalen zentral.

 

Jan Kalbfleisch
Geschäftsführer
FAMAB Kommunikationsverband e. V.
Mitglied der Mittelstandsallianz

https://famab.de

Gut zu wissen

■ Innovation ist nicht die Übertragung bestehender Veranstaltungsformate ins Digitale

■ Die Pandemie ermöglicht es, neue Formate zu erdenken – dabei ist Mut gefordert

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