Geschäftsmodelle für mehr Nachhaltigkeit

Klimawandel, Artensterben, schwindende Ressourcen oder die Ausbeutung von Arbeitskräften machen die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit deutlich.

Fotos: © Lockengelöt

Nachhaltigkeit ist eine Chance für Unternehmen, auf die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten einzugehen und Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen. Sowohl etablierte Unternehmen als auch Neugründungen können ökologische und soziale Geschäftsmodelle umsetzen.

Nachhaltige Innovation

Innovationen sind erfolgreich neu eingeführte Angebote am Markt. Sie sind dann nachhaltig, wenn sie entweder zu einer ökologisch oder sozial nachhaltigen Entwicklung beitragen und gleichzeitig keine negativen Auswirkungen auf diese oder auf ökonomische Aspekte haben. Dabei geht es nicht mehr nur um technische Innovationen, sondern vor allem um neue Geschäftsmodelle, die ganze Branchen verändern. Es entstehen neue Formen des Produzierens und Konsumierens wie Sharing Economies.

Gesellschaftlicher Mehrwert

Nachhaltige Unternehmen binden ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit ins Kerngeschäft ein. Dabei entsteht sowohl für das Unternehmen als auch die Gesellschaft ein Mehrwert. Um ein Unternehmen erfolgreich auf Nachhaltigkeit auszurichten, eignen sich unterschiedliche Typen nachhaltiger Geschäftsmodelle wie Reund Upcycling, Substitution, Product-as-a-Service oder Re-Commerce.

Aus Altem Neues machen

Ein erfolgreiches Upcycling-Geschäftsmodell liefert das Hamburger Label Bridge&Tunnel. Hier nähen gesellschaftlich benachteiligte Menschen gebrauchte Denimprodukte zu neuer Kleidung, Taschen und Interiorprodukten um. Mit dieser Geschäftsidee werden nicht nur Unikate produziert, sondern auch Ressourcen geschont, Müll verringert und sozialer Mehrwert geschaffen. Die Unternehmen Lockengelöt oder Bauholz design produzieren durch Recycling ganze Möbelstücke neu.

Bestseller von Gestern

Das Prinzip hinter dem Geschäftsmodell Re-Commerce ist simpel. Unternehmen kaufen gebrauchte Ware an, bereiten diese auf und verkaufen sie dann wieder. Durch die Wiederverwendung der Produkte werden Ressourcen eingespart und Konsum nachhaltiger. Die gemeinnützige GmbH „Arbeit für Menschen mit Behinderung“ macht vor, wie es geht. Das Unternehmen bereitet ausgemusterte IT-Geräte auf und verfolgt dabei nicht nur ein ökologisch, sondern auch sozial nachhaltiges Geschäftsmodell. Jeder Arbeitsschritt ist barrierefrei gestaltet und ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigung Inklusion.

Mit neuen Materialien zum innovativen Produkt

Werden Produkte oder Dienstleistungen durch nachhaltige Alternativen ersetzt, spricht man von Substitution. Die Rügenwalder Mühle, einer der bekanntesten Fleisch- und Wursthersteller Deutschlands, baut seit 2014 ihr vegetarisches und veganes Angebot immer weiter aus. Im Sommer 2020 machte das Unternehmen damit erstmals mehr Umsatz als mit dem Kerngeschäft. Der Geschäftsführer erkannte, dass das alte Geschäftsmodell unter den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen nicht zukunftsfähig ist.

Mit Mietmodellen zum Erfolg

Wie man Produkte as-a-Service anbieten kann, zeigt das Unternehmen Swapfiets. Kunden erhalten für einen festen monatlichen Betrag ein Fahrrad und das Service-Versprechen, jederzeit innerhalb von 48 Stunden ein funktionierendes Fahrrad zur Verfügung gestellt zu bekommen. Immer mehr Verbraucher wollen Produkte nicht mehr kaufen, sondern nur für den benötigten Nutzungszeitraum mieten. Dieses Geschäftsmodell bietet die Chance, Ressourceneffizienz und -effektivität zu verbessern und Kunden nicht nur für einen einmaligen Kauf, sondern für einen langen Zeitraum zu gewinnen.

Vorteile dank nachhaltigen Geschäftsmodells

Ein nachhaltiges Geschäftsmodell kann ein Unternehmen durch Ressourceneffizienz und maximierte Anpassungsfähigkeit an gesellschaftliche Bedingungen wettbewerbsfähiger machen und die Zukunftsfähigkeit sichern. Nebenbei leistet es sozialen Mehrwert und einen Beitrag zum Schutz der Umwelt.

 

Esta Winkler
BVMW Junior-Projektreferentin Förderprojekte
nachhaltigkeit@bvmw.de

Gut zu wissen

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