Im Tagesgeschäft spielt Zukunftsmusik

„Es ist eine Kunst, Dinge einfach zu gestalten“, sagt Uwe Brick. Der Geschäftsführer der BURMS GmbH arbeitet am 3D-Druck der nächsten Generation. In den Projekten der Jenaer 3D-Schmiede spielt heute schon jede Menge Zukunftsmusik.

Geschäftsführer Uwe Brick (re.) arbeitet mit einem jungen Team am 3D-Druck der nächsten Generation und entwickelt immer neue Möglichkeiten, die Technologie branchenübergreifend zu etablieren.

Zukunft blickt bekanntlich auf Vergangenheit. Nach der 10. Klasse zog Uwe Brick zu DDR-Zeiten von Wittenberge/Elbe nach Jena. Dort ließ er sich im Kombinat „Carl Zeiss“ zum Elektromonteur ausbilden, qualifizierte sich zum Elektronikmeister in der Maschineninstandhaltung und blieb bei Zeiss, auch nach der Wende. Später wurde er Produktspezialist in der Entwicklung von Stereolithographie-Maschinen bei der EOS GmbH in München. Er betrat die Fertigungswelt der Zukunft, war international unterwegs und qualifizierte sich nach der Neufirmierung in der 3D Systems GmbH bis zum Manager für immer komplexere 3D-Drucker. 3D Systems-Firmengründer war Chuck Hull, der Erfinder des 3D-Drucks.

Sprung in die Selbstständigkeit

Mit seiner Erfahrung im 3D-Druck wagte Brick 2011 den Weg in die Selbstständigkeit, zunächst allein und in Beratung, Vertrieb und Service für das Markenunternehmen Raplas. Daraus entstand 2012 dieRaplas Europe GmbH. Aus einer weiteren Zusammenarbeit mit Young Optics gründete Brick die Young Optics Europe GmbH. Beide sind 2017 Grundstein für seine BURMS-3D Druck Jena GmbH & Co. KG. Brick behielt die Produkt- und Vertriebsrechte im Haus, das ermöglichte eine schlanke Kosten- und Verwaltungsstruktur bei geplantem Wachstum. Für Wachstum bietet der 3D-Druck immenses Potenzial, weil er ein echter Treiber schneller Innova- tionsraten bei zunehmender Individu- alisierung ist. Das Unternehmen entwickelt die geeignete Technik in zwei Bereichen: Stereolithographie-Drucker für große Teile in Kleinserienfertigung und DLP-Drucker für kleine bis filigrane Anwendungen. Zudem fungiert das Unternehmen als Beta-Tester für neue Materialien namhafter Kunden.

Medizintechnik ist erst der Anfang

Der 3D-Druck kommt ohne teure Werkzeuge und lange Vorlaufzeiten aus, macht zudem auch kleine Stückzahlen rentabel. Einige Branchen machen es vor. In der Hörakustik ist die Technologie bereits Stand der Technik für filigrane Implantate und Strukturen. Die Dentaltechnik hat nachgezogen mit Prothesen und individuellen Lösungen vom Zahn bis zur Knirscherschiene. „Die Medizintechnik lotet die Möglichkeiten von 3D überhaupt breit aus,“ weiß Uwe Brick. Durch sein fundiertes Wissen ist er in Forschungsprojekte eingebunden, wo Wissenschaftler und Materialexperten von Hochschulen sowie praktische Anwender zukünftige Lösungen entwickeln. Den 3D-Multimaterialdruck beispielsweise, der neue Werkstoffeigenschaften hervorbringen wird; den Druck von Keramik, Glas, Holzbestandteilen und anderen nachwachsenden Rohstoffen bis hin zum Recycling.

Uwe Brick schaut nach vorn, er weiß um die kluge Entscheidung zur Selbstständigkeit. Ans Aufhören denkt er noch nicht, aber der Nachfolger wird eines Tages an die Firmentür klopfen ...

 

Visitenkarte

BURMS - 3D Druck Jena GmbH & Co. KG
Gründung: 2017
Firmensitz: Jena
Geschäftsführer: Uwe Brick
Mitarbeiter: 13
BVMW-Mitglied

www.burms.de

Ringo Siemon
BVMW Pressesprecher Thüringen

ringo.siemon@bvmw.de

 


Foto: © BURMS; Reimond Munschke

 

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