Sensoren sparen Zeit und Ärger

Ungeplanter Maschinenausfall ist das Schlimmste, was einem Betrieb passieren kann. „Downtime“ bedeutet Stillstand. Die Berliner Firma AiSight hat ein Sensorkit entwickelt, das den Stillstand verhindern soll.

Das Team der AiSight GmbH in Berlin.

Angefangen hat es mit einem Kaffeeautomaten. „Wir haben bei meinem letzten Arbeitgeber ein soundbasiertes Sensorkit an einem Kaffeeautomaten angebracht, um herauszubekommen, welche Art von Kaffee gebraut wird. Es hat funktioniert. Ich wusste schon damals, dass man Sensoren entwickeln kann, die erheblich mehr können“, sagt der Geschäftsführer von AiSight, Matthias Auf der Mauer.
Auf der Mauer studierte Maschinenbau in der Schweiz, dann Elektrotechnik im kalifornischen Berkeley. Sensorik war schon immer seine Leidenschaft. Er schraubte Sensorkits an Laternen an, um die Luftverschmutzung zu messen. Gepaart mit Künstlicher Intelligenz, gehört Sensoren die Zukunft, davon war er überzeugt.
Vor drei Jahren gründete Auf der Mauer mit seinem Freund Maximilian von Düring AiSight. Sie gewannen ein Berliner Startup-Stipendium der HTW Berlin, das es ihnen ermöglichte, Vollzeit an ihrer Idee zu arbeiten: einen Sensor, der Maschinenausfällen vorbeugt. Er soll einfach handhabbar, kostengünstig und sofort einsatzbereit sein.

In Shenzhen den Sensorkit entwickelt

Der Durchbruch gelang dem Unternehmen, als es den Sprung in das weltweit größte Accelerator Programm für Hardware mit Sitz in San Francisco und Shenzhen schaffte. Von über 1.500 Bewerbungen weltweit wurden nur zehn Startups für die Teilnahme ausgewählt. Eines davon war AiSight. In Shenzhen, einer 20 Millionen Metropole im Süden Chinas, durften die Gründer drei Monate lang an der Soft- und Hardware tüfteln. Herausgekommen sind vibrationsbasierte Sensorkits, die zunächst alle nötigen Daten messen, um den Normalzustand der jeweiligen Maschine zu ermitteln. Der Sensor erkennt dann abnormale Schwingungen, die im Regelfall die ersten Symptome einer Fehlfunktion darstellen. Die Daten werden per WLAN oder LTE Gateway an das Nutzer-Dashboard gesendet, sodass der Maschinenstatus immer im Blick ist.

Den Technikchef in Brasilien gefunden

Erste Kunden von AiSight sind beispielsweise Fraport, dort werden die Motoren der Gepäckanlage überprüft, BASF, Gerolsteiner oder Henkel. Aber auch der Mittelstand fragt verstärkt nach, und das Unternehmen wächst weiter.
Schwierig gestaltet sich die Suche nach geeignetem Personal. „Wir brauchten dringend einen Technikchef, bei dem alles zusammenläuft. Wir haben rund 200 Gespräche via Internetkonferenzen geführt, bis wir den geeigneten Kandidaten in Brasilien gefunden haben. Renan ist kurzentschlossen samt Familie nach Berlin gezogen und hat den Prototypen weiterentwickelt. Wir sind froh, dass wir ihn haben“, so Auf der Mauer.

 

Visitenkarte

AiSight GmbH
Gründung: 2018
Firmensitz: Köln
Geschäftsführer: Matthias Auf der Mauer, Maximilian von Düring
Mitarbeiter: 15
BVMW-Mitglied

www.aisight.de

Herbert Beinlich
BVMW Leiter Kreisverband Berlin-Brandenburg Südwest, BVMW Pressesprecher Berlin

herbert.beinlich@bvmw.de

 


Foto: © AiSight GmbH

 

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