Post-Corona-Agenda für die Zukunft des Mittelstands

Die Coronakrise hat für viele mittelständische Unternehmen erhebliche ökonomische Konsequenzen.

Der BVMW hat in seiner Post-Corona-Agenda zehn zentrale Handlungsfelder und Forderungen zusammengefasst, die für den Mittelstand nach der Pandemie besonders relevant sind. Auf einer virtuellen Pressekonferenz wurde der Zehn-Punkte-Plan präsentierert – mit großer bundesweiter Medienresonanz.

Die Politik muss jetzt die Weichen für die Zukunft der Unternehmen stellen. Es gilt, die Folgen der Corona-Pandemie zu überwinden, Wachstum und Beschäftigung zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland noch vor der Wahl zu sichern.“ Das erklärte BVMW Bundesgeschäftsführer Markus Jerger bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Zehn- Punkte-Plans für eine Post-Corona-Agenda. Die BVMW-Mitglieder Daniela Gerdes (TraSo GmbH), Peter Hack (HACK AG) und Carl Andres Schiefer (GMT Gummi-Metall-Technik GmbH) erläuterten einzelne Punkte mit Beispielen aus der Praxis ihrer Betriebe.

Die zehn Forderungen

Die Post-Corona-Agenda ist dringend notwendig, um das Rückgrat der deutschen Wirtschaft zu stärken – die 3,5 Millionen mittelständischen Unternehmen.

  1. Liquidität sichern, Eigenkapital schützen! Wir wollen einen Eigenkapitalfonds für mittelständische Unternehmen, um Investitionen der Unternehmen zu fördern und ihre Handlungsfähigkeit zu erhalten.
  2. Für gerechte und innovationsfreundliche Steuern und Abgaben sorgen! Deutschland ist Weltmeister bei Steuern und Abgaben, jedoch nicht mehr in der Wirtschaftsleistung. Wir brauchen ein Steuersystem, das Investitionen der Unternehmen belohnt und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder sichert.
  3. Überflüssige Bürokratie abschaffen! 50 Milliarden Bürokratiekosten jährlich sind zu viel. Wir brauchen ein Bürokratieentlastungsgesetz, das diesen Namen verdient.
  4. Digitalisierung: Nicht mehr reden, handeln! Die Corona-Pandemie hat unsere digitalen Schwachstellen bloßgelegt, vom breitbandigen Internet bis zum Gesundheits- und Bildungsbereich.
  5. Flexible Arbeitszeitmodelle für alle Betriebe! Wir schlagen zum Beispiel jährliche Arbeitszeitkonten statt wöchentlicher Höchstarbeitszeiten vor.
  6. Bildung wird Chefsache und Gründerförderung Priorität! Die Ausbildungsprämie kann nur ein erster Schritt sein. Unser Land braucht jetzt eine Gründeroffensive mit einem Gründungs-BAföG.
  7. Energiewende? Ja, aber bitte bezahlbar! Unsere Unternehmen zahlen die höchsten Energiepreise in Europa. Die Stromsteuer muss endlich auf das europäische Mindestniveau gesenkt werden.
  8. Flexibilität durch kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren! Es kann doch nicht sein, dass große Bauprojekte mittlerweile Jahrzehnte bis zur Fertigstellung brauchen.
  9. Endlich Klarheit beim Insolvenzrecht! Wir wollen, dass die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht um sechs Monate verlängert wird. Mit klaren Regeln, um Zombieunternehmen zu verhindern.
  10. Faire Wettbewerbs- und Beihilferegeln schaffen! Hier ist Brüssel gefordert, das europäische Beihilfeund Wettbewerbsrecht muss dringend aktualisiert werden.


„Deutschland braucht einen ökonomischen Neustart. Dies geht nur mit einem starken Mittelstand“, so Jerger. Die Klein- und Mittelbetriebe seien der Innovations-, Beschäftigungs- und Ausbildungsmotor unseres Landes. „Politische Sonntagsreden helfen den Unternehmern nicht weiter. Sie erwarten endlich ein klares Handlungskonzept für die Millionen mittelständischen Betriebe und ihre Beschäftigten.“

Daran werde der Mittelstand die Parteien im Bundestagswahljahr messen, betonte Jerger. Die Post-Corona-Agenda des BVMW ist allen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, den Parteien sowie anderen Wirtschaftsverbänden zur Stellungnahme zugegangen.

Chefvolkswirt Dr. Hans-Jürgen Völz; Andreas Jahn, Bundesgeschäftsleiter Politik; Eberhard Vogt, Pressesprecher; BVMW Bundesgeschäftsführer Markus Jerger (v. li.) bei der Online-Pressekonferenz in der Bundeszentrale.

Gut zu wissen

Hier der Link zur Post-Corona-Agenda: bvmw.info/post-corona-agenda

Foto: © BVMW/Annemarie Thiede; BVMW/Claudia Medrow

 

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