Die körperliche Seite des Unternehmertums

Sucht man nach Statistiken zum gesundheitlichen Zustand von Selbstständigen und Führungskräften, finden sich meist nur Meldungen über Angestellte. Hierin spiegelt sich bereits die Bedeutung wider, die Unternehmerinnen und Unternehmer ihrer Gesundheit...

Energieverbrauch, zu wenig Energiezufuhr: Hetzen von Meeting zu Meeting, kaum Pausen, und der Leistungsdruck ist allgegenwärtig. Diese Arbeitsweise prägt immer noch den Alltag vieler Unternehmerinnen und Unternehmer. Und das, obwohl wir wissen, dass es ohne ausreichend Energie nicht lange gut geht. Konzentrationsschwäche und Schmerzen kommen nicht von ungefähr. Da bringen auch ein schnell verzehrtes Sandwich und literweise Kaffee nicht die Energie, die wir benötigen, um auf einem Top Level unsere Firma voranzutreiben.

Grundbedürfnisse versus Erfolg

Das menschliche Gehirn steuert, was wir in unserer Außenwelt und in uns selbst wahrnehmen. Zudem setzt es einen Fokus auf unsere höchsten Prioritäten. Dabei stellt sich stets die Frage: „Ist es für uns sicher?“ Dieser Sicherheitsgedanke lenkt alles, was wir wahrnehmen hin zu einer Entscheidung, ob etwas und was genau getan werden muss. Grundbedürfnisse – Essen, Trinken, Verdauen, Schlafen – sichern ein stabiles Fundament für unsere körperliche Gesundheit. Die Bedürfnisse werden aber hintangestellt, lautet die Priorität „Erfolg“. Unser Präfrontaler Cortex (PFC) zieht hier die Schlussfolgerung, dass wir ohne den Erfolg um unser Überleben kämpfen müssen. Somit werden die Körperfunktionen, die unsere Grundbedürfnisse befriedigen, heruntergefahren, damit Erfolge erzielt werden können. Der Körper kann jedoch nur für eine kurze Zeit unter diesen Umständen Grundbedürfnisse kompensieren und Leistung erbringen.

Folgen der Kompensation

Arbeiten wir zu lange im Erfolgsmodus, ist der PFC ausgelaugt. Die Folgen sind Konzentrationsschwäche und nachlassende kognitive Leistung. Auch körperliche Beschwerden treten auf wie Schwindel, Unwohlsein, Kopfschmerzen. Wir erhalten eindeutige Signale, dass wir an der Energiekapazitätsgrenze angelangt sind und gewisse Funktionen eingeschränkt werden müssen, damit wir überleben. Die leichte Entzündlichkeit unseres Körpers zeigt sich durch vermehrte Müdigkeit. Energie muss gespart werden, um sie an anderer Stelle zu verwenden. Durch einen hohen Pegel an Stresshormonen ist der Blutzuckerwert aus dem Gleichgewicht. Das Nervensystem weiß nie, wann es wieder etwas zu essen gibt und wie viel. Es folgen Heißhungerattacken oder Hungerverlust. Wir können Stressoren nicht richtig einschätzen und verarbeiten. Dadurch geraten wir in emotionale Überschwungshandlungen wie Traurigkeit, Angst oder leichte Reizbarkeit.

Überlastung vorbeugen durch Umdenken

Damit es gar nicht erst zu den Beschwerden kommt, müssen wir von Anfang an den Denkfehler – nur wer dauerhaft Leistung bringt, erreicht etwas – auflösen. So können wir direkt leistungsstärker an Aufgaben rangehen, Schmerzen vermeiden und Kreativität steigern. Wer also lernt, seinen Körper besser wahrzunehmen und auf ihn achtzugeben, der wird am Ende erfolgreicher denn je.
 

Gina Kappes
CEO True Evolution

www.true-evolution.com

 


Quellen: McEwen Neurobiological and Systemic Effects of Chronic Stress

 

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