Pharmabranche in Afrika - ein Markt mit Zukunft

In der Covid-19-Pandemie boomt der Gesundheits- und Pharmasektor in Afrika. Trotz der turbulenten Märkte und unsicheren Erträge bietet der afrikanische Kontinent ungeahnte Möglichkeiten für Investoren des Gesundheitswesens.

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Die Covid-19-Pandemie hat ein anhaltendes Defizit im Gesundheitssektor in Afrika offenbart: der Zugang zu qualitativ hochwertigen Medikamenten. Die wenigen auf dem afrikanischen Kontinent existierenden Pharmafirmen sind hauptsächlich Laboratorien von Tochtergesellschaften, die nach Afrika verlagert wurden. So sind etwa Dismed Pharmaceutical und Dismed Criticare, zwei Tochtergesellschaften der deutschen B. Braun Melsungen AG, auf die Produktion und den Vertrieb von Medizinprodukten, chirurgischen Instrumenten und Pharmaprodukten in Südafrika spezialisiert. Über 80 Prozent der Medikamente in Afrika werden aus großen internationalen Laboren importiert. Medizinische Geräte, Masken, Tests und Schutzausrüstung werden ebenfalls aus Europa, Asien und insbesondere Indien importiert. Dies führt zu unverhältnismäßig hohen Einkaufs- und Verkaufskosten für Medikamente.

Investitionsfreundliches Umfeld

Der wirtschaftliche Fortschritt und die politische Stabilität der letzten Jahre in weiten Teilen des Kontinents führen zu einer wachsenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Es gibt bereits zahlreiche Anzeichen für vermehrte Investitionsmöglichkeiten im Gesundheitssektor. Durch das anhaltende Bevölkerungswachstum muss die Produktion der steigenden Nachfrage nach Arzneimitteln und Gesundheitsgeräten angepasst werden. Hinzu kommt das Entstehen einer Mittelschicht, die bereit ist, einen Teil ihrer Kaufkraft für ihre Gesundheit aufzuwenden. Außerdem haben die meisten afrikanischen Regierungen  – wie in Äthiopien, Kenia, Algerien, Marokko und Südafrika – in den letzten Jahren Reformen im Gesundheitssektor beschlossen. Diese unterstützenden Reformen sind eine große Hilfe für jeden Investor in diesem Sektor und bedeuten Exportchancen für die deutsche Medizintechnik. Die Unternehmen können mit mehr Sicherheit planen, da die afrikanischen Staaten sich zunehmend für die Gesundheit ihrer Bürger einsetzen.

Hebel zur Wertschöpfung

Im Gesundheitsbereich verfügt Afrika über ein Potenzial, das genutzt werden muss, um diesen Sektor zu einem Hebel für Wirtschaft und Entwicklung zu machen. Darüber hinaus besteht mit dem Inkrafttreten der Afrikanischen Freihandelszone (AFTA) am 1. Januar 2021 eine neue Chance, die Entwicklung afrikanischer Wertschöpfungsketten in der Pharmaindustrie zu erleichtern. Deutsche Unternehmen können mit ihrem ausgeprägten Know-how in Bezug auf den Technologietransfer im Bereich innovativer Arzneimittel einen großen Beitrag für Afrika leisten und ihrerseits von der wachsenden afrikanischen Industrie profitieren.

 

Mor Diop
BVMW Referent Außenwirtschaft
mor.diop@bvmw.de

Gut zu wissen

■ Die Mittelstandsallianz Afrika (MAA) bietet maßgeschneiderte Dienstleistungen in Bezug auf Marktpotenziale in Afrika an. Mehr Infos unter www.maa-bvmw.de, Kontakt: bienvenue.angui@bvmw.de 

■ Zu Förder-, Finanzierungs- und Kooperationsangeboten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit berät Lena Pahlenberg (Business Scout for Development im BVMW im Auftrag des BMZ). E-Mail: business-scout@bvmw.de

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