Digitale Souveränität und Bildung für erfolgreiche Wirtschaft

Die Corona-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub geführt. Für die Wirtschaft 4.0 braucht es nun eine Bildung 4.0

Nicht erst seit der Corona-Pandemie breitet sich Unbehagen darüber aus, wenn über das Thema Bildung in Deutschland gesprochen wird. Häufig ist zu hören, dass zu wenig investiert wird, veraltete Bildungsmaterialien in maroden Gebäuden genutzt werden, die trotz Baufälligkeit jeden Tag von Schülerinnen und Schülern aufgesucht werden. Zudem ist die Ausbildung von Lehrenden zu starr und Lehrinhalte oftmals veraltet. In der Pandemie zeigte sich, dass die Probleme noch gravierender sind als vermutet. Fest steht: Deutschland als Land ohne Rohstoffe muss der Bildung - von Humankapital - Vorrang einräumen.

In der Pandemie wurde von der Politik der DigitalPakt als Lösung vorgestellt. Ziel von Bund und Ländern war es, die Bildungseinrichtungen für digitale Themen besser vorzubereiten. Digitale Kompetenzen sollen an der Schule vermittelt werden. Die erforderliche bessere Ausstattung der Schulen sollte durch finanzielle Anreize beschleunigt werden. Doch nennenswerte Erfolge konnten bisher nicht erzielt werden. Stand Mitte Juni 2020 sind erst 15,7 Millionen Euro aus dem DigitalPakt an Schulträger beziehungsweise Länder geflossen. Selbst wenn die Zuschüsse die Bildungseinrichtungen in der Zukunft schneller erreichen, ist das keine Garantie für besseren Unterricht. Eine verbesserte Infrastruktur ist nur ein wichtiger erster Schritt.

Viele Lehrende sind für die Bildung 4.0 nicht gut genug qualifiziert. Während einige wenige motivierte Lehrkräfte sich oftmals auch privat fortbilden, verbleibt die Mehrheit bei ihren antiquierten Lehrmethoden. Hierdurch wird die angemessene Lehrversorgung der Schüler oftmals zu einer Lotterie. Hier hilft auch keine noch so exzellente Infrastruktur.

Ohne Aus- und Fortbildungsmaßnahmen können digitale Kompetenzen zumeist nicht hinreichend gut vermittelt werden. Will man Digitalisierung aber verstehen, nutzen und gestalten, benötigt man eine aufgeklärte Gesellschaft. Vereinfacht, man kommt um die Verankerung informatischer Grundkenntnisse in der allgemeinen Bildung nicht herum. Dafür benötigt es die Kompetenz bei der Lehrerschaft. Das Fach Informatik verdient es Pflichtfach an den Schulen zu werden.

Ein weiterer Weg, um die Digitale Bildung erfolgreich zu gestalten, ist die Ausweitung von Studienplätzen für digitale Themenfelder und der Lehrumgang mit digitalen Themen an Hochschulen und Universitäten. Dabei dürfen nicht nur aktuelle Themen, die im Fokus der Aufmerksamkeit sind, beachtet werden. Die Digitalisierung besteht nicht nur aus KI. Genauso wenig sind Studienfächer ohne Technikbezug von der Digitalisierung ausgenommen.  Das Verständnis für komplexe Themenfelder, wie die ethnischen Fragen der Digitalisierung, müssen in den universitären Ausbildungen vermittelt werden.

Das ausführliche Positionspapier „Digitale Bildung vorantreiben“ finden Sie hier.

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