Versorgungsengpässe durch Fahrermangel als Folge des Krieges

Durch die aktuelle kritische Kriegssituation drohen Versorgungsengpässe. Diese werden ausgelöst durch kriegs geschuldeten Fahrermangel. Worauf sich deutsche Spediteure und Transportdienstleister vorbereiten und beachten sollten. Weiterlesen…

Durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sehen der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft immense Probleme für die Logistikbranche in Deutschland und Europa aufziehen und damit drohende Versorgungsengpässe. Als Folge dessen können Lieferketten nicht standhalten. Nachhaltige und empfindliche Auswirkungen auf Industrie, Handel und Bevölkerung werden erwartet. Spediteure und Logistikunternehmen werden dazu aufgefordert, sich dringend auf die zu erwartenden Kapazitätsengpässe am Transportmarkt vorzubereiten.

Fahrermangel und fehlende belastbare Lösungskonzepte, die seit Jahren bestehen, verschärfen die Lage zusätzlich und könnten nun zum Verhängnis werden, laut Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG. Durch die Kompetenzen von Informationsvermittlung von Markt- und Branchenveränderung sowie relevante politische Entwicklungen und deren Auswirkungen ist ELVIS nicht nur der führende Verbund von Lkw-Speditionen und Frachtführern Europas, sondern bringt auch eine fachkundige Sicht auf die aktuelle Situation und kristallisiert kommende Probleme heraus.

Eine Herausforderung und Problemsituation wird entstehen, da die osteuropäische Transportflotten weite Teile des Lkw-Verkehrs in Deutschland abwickeln. Eine genaue Zahl der anteiligen ukrainischen Fahrer lässt sich nicht ermitteln, dennoch ist bekannt, dass viele Fahrer des polnischen Anteils aus der Ukraine stammen. Durch die aktuell kritische Situation im Osten Europas, kann dies zu einem erheblichen Fahrermangel führen. Klaus Meyer, Vorsitzender der Fachkommission Logistik und Mobilität des BVMW, warnt: „Wir reden hier von geschätzt 100.000 ukrainischen Fahrern, die sich aktuell allein in Polen aufhalten und den Transportunternehmen schon bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Das käme einem Aderlass gleich, der sich kaum kompensieren ließe.“

ELVIS und der BVMW appellieren daher in einer gemeinsamen Pressemitteilung an alle deutschen Spediteure und Transportdienstleister, den Kontakt zu ihren Auftraggebern und Subunternehmen schnellstmöglich zu intensivieren und sich gleichzeitig auf die erwartbare Verknappung der Transportkapazitäten vorzubereiten. Gefordert sei darüber hinaus die Politik, gemeinsam mit der Branche umgehend Lösungsansätze zu erörtern. Denkbar sei beispielsweise eine zeitlich befristete Aussetzung des Mobilitätspakets. Grabowski: „Ohne die Regelungen grundsätzlich in Frage zu stellen, braucht die Transport- und Logistikbranche in Europa jetzt jede Möglichkeit, flexibel zu agieren, um ihren Versorgungsauftrag erfüllen zu können.“

Auf das Thema Fachkräftemangel sowie auf weitere aktuelle Herausforderungen des Logistikbranchen wird beim Live-Event BVMW macht mobil - “Klimafreundlicher Güterverkehr und Herausforderungen der Logistikbranche”, am 16. März 2022 eingegangen. 
Alle Informationen und die Anmeldung zum Event hier.

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