BVMW macht mobil - "Klimafreundlicher Güterverkehr und Herausforderungen der Logistikbranche"

Am Abend des 16. März 2022 fand im Eventhangar E210 auf dem Baden-Airpark das Event BVMW macht mobil - “Klimafreundlicher Güterverkehr und Herausforderungen der Logistikbranche” statt. 

Die anwesenden Mitglieder erhielten bei diesem Event einen Einblick in die aktuelle Lage und die Problemstellungen der Logistikbranche. 

Zu Beginn umriss Josef Stumpf, Leitung BVMW Wirtschaftsregion, kurz die aktuellen Aktivitäten des BVMW und einige Informationen zu anstehenden Events sowie zur Initiative Nachhaltigkeit und Klimaneutralität 2030, dem Projekt “Give me 50” und dem Projekt KliMaWirtschaft. Den Startschuss für die Veranstaltung gab er mit der Vorstellung des Aktionskreises Güterverkehr und Logistik und der Vorstellung der Anwesenden Gastgeber und Eventpartner. 

Albin Kirchengast skizzierte die Verwandlung eines heruntergekommenen kanadischen Flugzeughangars zu der Eventlocation, die der Eventhangar E210 heute ist. Anschließend kam Uwe Kotzan, Geschäftsführer der Baden-Airpark GmbH, zu Wort. Er erwähnte die Vielseitigkeit des Geländes und beschrieb die aktuelle Nutzung. In dieser Einführungsrunde bildete Ralph Christ, Großkunden-Vertriebschef von Peter's Gute Backstube, den Schluss. Er erläuterte die Philosophie seines Unternehmens, dass mit 600 Mitarbeitern und diversen Filialen zu den größeren mittelständischen Unternehmen gehört.

Anschließend begannen die themenbezogenen Vorträge. Der Verbandsbeauftragte Claus Haberecht, Wirtschaftsdezernent a.D., begann mit allgemeinen Zahlen, Daten und Fakten zum Thema. So betonte er: „Jedes vierte Fahrzeug auf den Straßen ist bereits heute ein LKW. Und von 490 Zügen, die innerhalb 24 Stunden auf der Strecke Karlsruhe-Rastatt fahren, sind 43 Prozent Güterzüge, der überwiegende Teil im Transitverkehr.“. Die Beförderung auf Containerschiffen nimmt ebenfalls zu. Wurden im Jahre 1977 noch 20.125 Tonnen bei der Staustufe Iffezheim auf 35.384 Schiffen transportiert, waren es 40 Jahre später rund 2.400 Tonnen mehr allerdings auf knapp 6.300 Schiffen weniger. Außerdem machte er auf die erheblichen Mängel der Infrastruktur aufmerksam: sanierungsbedürftige Brücken und nur schleppender dreispuriger Ausbau diverser Autobahnen. 

Nach seiner Einführung gab Claus Haberecht an den Präsidenten des Verbands Spedition und Logistik Baden Württemberg e.V.,  Karlhubert Dischinger, weiter, welche die Thematik mit Beispielen aus der Praxis und Erfahrungsberichten vertiefte. Außerdem definierte er die Logistik neu und betonte, dass “mehr als nur LKW fahren oder reiner Warentransport". Ebenso gehören auch Bereiche wie Entsorgungslogistik, Produktionslogistik oder auch Zolldienstleistungen zur Logistik. 

Den Kern der Veranstaltung bildeten die drei geladenen Hochschulprofessoren. Prof. Dr. Gerd Hager, bis vor kurzem Regionalverbandsdirektor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, machte den Anfang und ging in seiner Präsentation auf die Flächenentwicklung Mittlerer Oberrhein ein. Er zeigte auf, welche Veränderungen im Flächenbedarf in den letzten Jahren stattfanden und ging auch auf kommende Trends und Voraussagen ein. So beschrieb er beispielsweise den weiterhin steigenden Bedarf an LKW Parkplätzen. Aktuell hat Baden-Württemberg ca 10.000 LKW Parkplätze. 2030 werden aber mindestens 13.000 Stellplätze benötigt. 

Als zweites stellte Prof. Dr. Dirk Lohre von der Hochschule Heilbronn das Thema “Urbane Logistik und Sendungsströme im Stücksegment” vor. Er definierte Stückgut als solches und dessen Bedeutung für die Wirtschaft sowie in der Logistik. 

Abschließend stellte Prof. Dr. Ingo Dittrich von der Hochschule Offenburg das Projekt "LogIKTram" vor. Mit diesem Forschungsprojekt sollen die Bahnen des ÖPNV im Ballungsraum Karlsruhe zusätzlich zum Personennahverkehr auch noch Produkte und Pakete im Ballungszentrum Karlsruhe transportieren. Ob diese Lösung für die "letzte Meile" langfristig umsetzungsfähig ist, gilt noch zu erforschen. Fest steht aber, dass für eine möglichst effiziente Nutzung die passende Infrastruktur geschaffen werden muss (u.a. Wechselbrücken).

Den Abschluss der Vorträge bildete eine von Claus Haberecht moderierte Runde. Hier wurde jedem Redner noch eine vertiefende Frage gestellt. Außerdem kamen auch der Kollege von Prof. Dr. Ingo Dittrich, Prof. Dr. Theo Lutz sowie Uwe Kotzan und Robert Riediger, Vertriebsleiter von pfenning logistics zu Wort. Letzterer stellt auch kurz das Bauprojekt “multicube” seines Unternehmens im Elsass vor. Claus Haberecht bat auch den anwesenden Direktor der Hafenverwaltung Kehl, Volker Molz und den Vertreter des Landkreises Rastatt, Thorsten Hauck, sich an der Diskussion zu beteiligen.

Josef Stumpf sprach abschließende Worte, bevor die Teilnehmenden sich im anschließenden Netzwerkteil frei austauschen konnten bei Wein und den leckeren Bäckerboxen von Peter’s guter Backstube.

Die Präsentationen der Referenten erhalten Sie auf Anfrage. Sende Sie eine Mail an: nordbaden-rhein-neckar@bvmw.de

Weitere Informationen zu diesem Event finden Sie im Presseartikel von Anne-Rose Gangl, erschienen am 18.03.2022 in der BNN Badischen Neuesten Nachrichten Mittelbaden. Diesen hier lesen.

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