Die voreilige Lockerung war ein großer Fehler

Der Bund-Länderbeschluss vom 3. März für voreilige Lockerungen im Lockdown, wie sich jetzt zeigt, war ein großer Fehler. Wieder einmal wurde zu kurz gedacht.

Der letzte Bund-Länderbeschluss für voreilige Lockerungen im Lockdown, u. a. auch für Schulen, die vielerorts jedoch schon wieder aufgehoben sind, war ein großer Fehler. Damit wurde das endgültige Aus der Ostersaison eingeläutet, was am Ende allen teurer kommt, als ein harter Lockdown bis „nur“ Ende März gekostet hätte. Wieder einmal wurde zu kurz gedacht. So sieht es nicht nur Horst Kuipers vom BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft e. V.) in Ostfriesland, sondern viele andere kleine und mittelständische Unternehmen in der Region.

Am stärksten trifft das wieder die Unternehmen, wie Eventbetreiber & Künstler, Gastros-Hotels & Fewo’s, Händler u.v.m., die bisher schon am längsten „den Kopf hinhalten“ mussten. Zu verantworten haben dies in erheblichem Maße auch die Landesregierungen, und zwar parteiübergreifend.

Was fast alle Wissenschaftler prognostizierten, ist eingetreten, die Inzidenzen steigen wieder enorm. Da aber die „Hauptverdächtigen“ bereits seit November oder schon länger geschlossen sind, ist schwer zu erklären, hier die Haupttreiber zu suchen.

Nach Analyse einer Krankenkasse sind die Berufsgruppen der Erzieher die mit Abstand am häufigsten an Covid-19 Erkrankten, noch deutlich vor den Pflegeberufen. Das deutet, auch mit Blick auf den politischen Zick-Zack-Kurs, auf den Verdacht hin, dass hier ein nicht unerheblicher Pandemiefaktor liegt. Das Versäumnis der fehlenden Implementierung von intelligenten digitalen Gesamtlösungen mit integrierten Zugangskontrollen, potenziert mit dem Impfstoff-Dilemma rächt sich hier besonders.

Alles lässt sich steigern, selbst die Dummheit. Im Kontext der Gesamtthematik, die Balearen mit Mallorca & Co gleichzeitig als risikofreie Urlaubsregion zu erklären, ohne PCR-Rückreisetest und Quarantäne, wäre so eine und würde zudem noch das Risiko einer kaputten Sommersaison erhöhen, was einem finalen Tod ganzer Strukturen gleichkäme. Wie die Herren Weil (SPD) als Ministerpräsident Niedersachsens und Althusmann (CDU) als Stellvertreter, beides starke Befürworter der getätigten Milliardenhilfen für TUI, das den touristischen KMU im Harz, in der Lüneburger Heide und an der Nordsee kommunizieren würden, ist eine spannende Frage.

Was die zur Krisenbewältigung in „Geiselhaft“ genommenen Branchen und Unternehmen von der Politik fordern, ist eine Gleichbehandlung aller Bevölkerungs- und Wirtschaftsbereiche, eine ehrliche Risikoanalyse – und eine faire Entschädigung aller, denen der Marktzugang verwehrt ist.

Kontakt: Horst Kuipers, Leiter Kreisverband Ostfriesland,  www.ostfriesland.bvmw.de 
Tel.: 04926 927 962, E-Mail: horst.kuipers@bvmw.de