Nachlese Business Talk mit Experten

Die neue EU-DSGVO verständlich auf den Punkt gebracht. Facebook, Post, Telekom… Ein Datenskandal jagt den nächsten. Wenngleich das Thema in der Öffentlichkeit angekommen ist, bleibt doch die Frage: Was muss ich als mittelständischer Unternehmer

eigentlich tun, um selbst konform mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu agieren? Am 25. Mai tritt sie endgültig in Kraft. Das nahm der Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW) zum Anlass, mit der bluecue consulting GmbH & Co. KG und Dr. Sebastian Karl Müller als BVMW Experten, einen Informationsabend zum Thema zu veranstalten.

„Ich kann Sie beruhigen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Sebastian Müller, Kanzlei Dr. Müller und Kollegen, Bielefeld, "eine vollständige Datenschutz-Compliance wird es im Unternehmen nie geben.“ Es sei aber wichtig, ergänzt er, dass das Thema gründlich behandelt wird und die verschiedenen Aspekte der Verordnung so gut wie möglich umgesetzt werden. In den dann folgenden 30 Minuten fasst der Bielefelder Anwalt die wichtigsten Punkte der DSGVO zusammen. Im Publikum machen sich die Teilnehmer eifrig Notizen. Manch einer schüttelt ungläubig den Kopf. Gerade dann, als es um die neuen Dokumentationspflichten geht.

Doch Dr. Müller möchte an diesem Abend nicht verunsichern. Er möchte seinen Zuhörern konkrete Anhaltspunkte dafür liefern, wie sie selbst Ordnung in das möglicherweise drohende Datenschutzchaos bringen können. Und so geht er Checklisten mit ihnen durch, erläutert Formulare und empfiehlt Literatur.

Vom Profi lernen

So macht es auch Christian Meetz von der bluecue consulting, Bielefeld. Der Datenschutzbeauftragte des Bielefelder Digitalisierungsexperten sensibilisiert sein Publikum für die Wichtigkeit von Datenschutz und Informationssicherheit, indem er die beiden Begriffe anschaulich erläutert. Dabei unterfüttert er seine Ausführungen immer wieder mit Beispielen, die jeder Unternehmer leicht nachvollziehen kann. „Was passiert mit den Daten in einer Bewerbung?“ fragt er. Und rhetorisch hinterher: „Auf welche Daten hat denn ein Praktikant im Unternehmen Zugriff? Darf er das überhaupt?“ Schmunzelnd erklärt er schließlich noch, warum ein Zahlenschloss an einer Tür eben nicht zwangsläufig zu mehr Informationssicherheit führt oder warum es durchaus sinnvoll ist, ein Passwort mit mehr als sechs Zeichen zu verwenden.

Im Anschluss demonstriert der IT-Experte, wie man sich der Umsetzung konkret mit Hilfe von fertigen Lösungen nähern kann. Dabei macht er deutlich, dass der Aufwand für den Aufbau einer Dokumentation so recht überschaubar gehalten werden kann.

Seine Kollegin Inga Hansen freut sich über diesen lockeren Vortragsstil: „Beide Referenten haben es geschafft, ein eigentlich trockenes Thema spannend darzustellen. So konnten die Teilnehmer der Thematik wirklich gut folgen und viele Impulse mitnehmen.“    

Vom Mittelstand für den Mittelstand

In der anschließenden Podiumsdiskussion bieten Günter Fromme und Michaela Mehl von der KI-GmbH Einblicke in ihr eigenes Vorgehen beim Thema Datenschutz, was ihnen mittlerweile sogar richtig Spaß mache. Zusammen mit Christian Meetz, Sebastian Müller und Beate Leibnitz, Leiterin BVMW Kreisverband stellen sie sich den Fragen aus dem Publikum: „Ab wann brauche ich einen Datenschutzbeauftragten? Sollte dieser lieber intern oder extern sein? Woran erkenne ich einen guten Berater?“

Die Fragen sind konkret, das Interesse ist groß. Das Thema Datenschutz und DSGVO ist bei den Zuhörern angekommen. Und so ist auch Veranstalterin Beate Leibnitz nicht nur zufrieden mit der großen Resonanz im Vorfeld, sondern auch mit den anschließenden Gesprächen und den Impulsreferaten der Experten Christian Meetz und Dr. Sebastian Karl Müller.

Leibnitz zieht im Rahmen der Gespräche mit den Mittelständlern das Fazit:"Datenschutz ist Chefsache".

Text: Kim Laura Schönrock

Fotos: Ute Guido