CyberSicherheitsForum zeigt Dringlichkeit auch für Mittelstand

Mahnende Worte: Cyberangriffe – Gefahr auch für den Mittelstand

Die Geschichte der Pilz GmbH & Co. KG aus Ostfildern ist beeindruckend und mahnend zugleich. Noch 2019 wurde das Unternehmen Opfer eines schwerwiegenden Cyberangriffs, mit dem die Daten auf Servern und Rechnern weltweit verschlüsselt wurden, um Lösegeld von dem Unternehmen zu erpressen. Als Antwort darauf startete Pilz eine gezielte, nach innen wie auch nach außen gerichtete Sensibilisierungskampagne. Diese legt den Grundstein für eine effektive und erfolgreiche Sicherheitskultur des Unternehmens, die sich besonders durch die Offenheit, mit der das Unternehmen mit dem Problem umging, auszeichnet. „Völlig zu recht hat die Firma Pilz den Sicherheitspreis 2022 im Rahmen des 4. CyberSicherheitsForums verliehen bekommen.“ gratuliert Kurt Mezger, Landesbeauftragter für Politik in Baden Württemberg, recht herzlich. Der Mittelstand.BVMW informiert seine Mitglieder mit vielen regionalen und bundesweiten Veranstaltungen über Risiken und gibt Handlungsempfehlungen. Mezger, der die Preisträger der Firma Pilz kennt, sucht nun nach weiteren Möglichkeiten, Unternehmer zu vernetzen. „Wir hoffen auf eine Zusammenarbeit mit der Firma Pilz. Es ist doch immer reizvoll, von den Besten zu lernen.“ Mit dem Sicherheitspreis Baden-Württemberg zeichnet das Sicherheitsforum Baden-Württemberg besondere Projekte aus, die auf beispielhafte Weise die betriebliche Sicherheit und insbesondere den Schutz des Know-how zum Ziel haben.

 

Cyberangriffe – Gefahr auch für den Mittelstand

 

„Cyberangriffe treffen nur die großen Unternehmen? Diese Annahme ist falsch. Cybersicherheit muss auch in kleinen und mittelständischen Betrieben in der Führungsetage als überlebenswichtiges Thema ankommen. Denn die Praxis zeigt, Cyberangriffe können jeden treffen - unabhängig von der Größe des Unternehmens. Die Schäden können enorm sein. Daher ist ein Notfallkonzept unabdingbar,“, so Ralf Rosanowski, Präsident der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg. In einem Factsheet der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg finden Unternehmerinnen und Unternehmer Erste Hilfe im Cybervorfall sowie konkrete Handlungsempfehlungen für den Notfall. Auch wenn Panikmache an dieser Stelle völlig fehl am Platz ist, finden die Experten eindringliche Worte, die sich an alle richten, die einen Computer oder IT nutzen. Digitalisierungsminister Thomas Strobl: „Wir müssen jetzt noch wachsamer sein, die Lage hat sich verschärft, insbesondere, weil uns inzwischen auch konkrete Hinweise vorliegen, dass Hackerangriffe in Deutschland unmittelbar bevorstehen könnten. Wir haben deshalb alle relevanten Stellen sensibilisiert und alle Maßnahmen so hochgefahren, dass Gefahren schnellstmöglich erkannt und abgewehrt werden können. Es zählt jetzt tatsächlich erhöhte Wachsamkeit und alle, die einen Computer und IT nutzen, sind dringend aufgefordert, extrem vorsichtig zu sein. Heute noch mehr als gestern gilt: Bleiben Sie wachsam! Schützen Sie sich, so gut es geht! Vermeiden Sie Leichtsinn, Fahrlässigkeit und Gutgläubigkeit. Die Cyber-Sicherheitslage ist außerordentlich ernst.“

 

Das CyberSicherheitsForum hat sich in den letzten vier Jahren zu einem Format entwickelt, welches aus dem Fachbereich der Cybersicherheit nicht mehr wegzudenken ist. In diesem Jahr, zum ersten Mal in hybrider Form, konnten mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Präsenz im Stuttgarter Haus der Wirtschaft wie auch online dabei sein.