Mittelstand: Abschaffung der EEG-Umlage nur ein erster Schritt

Aufatmen bei den Stromkunden: Der Mittelstand begrüßt die jetzt endlich im Deutschen Bundestag beschlossene Absenkung der EEG-Umlage auf 0 Cent pro Kilowattstunde als wichtigen Beitrag zur Dämpfung der Strompreisentwicklung.

„Die Umlage war über Jahre ein Preistreiber für Haushalte wie für Unternehmen – mit dem Ergebnis, dass Deutschland zum unangefochtenen Strompreis-Europameister aufgestiegen ist”, erklärt Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW, zum aktuellen Aus der EEG-Umlage. Seit Jahren hatte der Mittelstand eine Absenkung der enormen Zusatzbelastung für die Verbraucher gefordert.

„Mit der nun beschlossenen Abschaffung der EEG-Umlage ist die Bundesregierung einen ersten, wenn auch wichtigen Schritt auf dem Weg zu konkurrenzfähigeren Energiepreisen und damit für die Wirtschaft besseren Rahmenbedingungen gegangen“, so Jerger weiter. „Ohne weitere Begleitmaßnahmen wird die Entlastung jedoch nahezu wirkungslos verpuffen.” In den Entwürfen des sogenannten Osterpakets der Bundesregierung sind diese notwendigen Begleitmaßnahmen aus Sicht der mittelständischen Unternehmen noch nicht hinreichend abgebildet.

Kurt Mezger, Landesbeauftragter für Politik in Baden-Württemberg, kreidet vor allem die bürokratischen Hürden an. „Es kann nicht sein, dass der Eigenverbrauch von Unternehmen durch unterschiedliche Vergütungstarife benachteiligt wird. Es gibt Regelungen die verhindern gar, dass Unternehmen den zum Beispiel über eine PV-Anlage selbst erzeugten Strom verbrauchen können. Hier braucht gerade der Mittelstand Unterstützung“. Mezger will die Unternehmen in Baden-Württemberg entsprechend unterstützen. Für die kommenden Wochen plant er Gespräche mit betroffenen Unternehmen und der Politik. Er hofft durch konkrete Beispiele für mehr Verständnis in der Politik zu sorgen, nur so würde sich etwas an den Rahmenbedingungen ändern. Die Genehmigungsverfahren müssen einfacher und um 50 % schneller werden.
„Für sinkende Strompreise werden wir jede Kilowattstunde verbrauchsnah erzeugten Stroms benötigen, die wir bekommen können. Der Mittelstand steht bereit, diese zu liefern – wenn die Bundesregierung endlich die verbliebenden bürokratischen Hürden wirksam und schnell abbaut“, so Jerger abschließend.